DGB prangert Missstände auf Flughafenbaustelle an
Berlin (dapd-lbg).
Bei der Glamini Ausbau GmbH handelt es sich um ein ungarisch-österreichisches Unternehmen, das als Sub-Subunternehmen mit Arbeiten im Bereich des Lüftungs-, Wasser- und Heizungsbaus beauftragt wurde. Die angeheuerten ausländischen Arbeitnehmer arbeiteten seit Mitte Oktober am Bau des Terminals mit.
Doch der im Arbeitsvertrag vereinbarte Stundenlohn von elf Euro wurde ihnen nach Angaben des DGB nie ausgezahlt. Stattdessen hätten sie ein Taschengeld von lediglich 20 Euro pro Woche bekommen. 'Dabei hatten die Facharbeiter teilweise über 230 Stunden im Monat gearbeitet', sagte der Teamleiter der DGB Rechtsschutz GmbH für die Region, Manfred Frauenhoffer. Der geschätzte Schaden belaufe sich auf 200.000 Euro.
Nachdem die Arbeitnehmer ihre Löhne nicht erhalten hatten, meldeten sie sich Mitte Dezember über ihre Botschaft beim DGB und legten anschließend die Arbeit nieder. Daraufhin kündigte ihnen ihr Arbeitgeber nicht nur die Arbeit, sondern auch ihre bisherige Unterkunft in Neukölln. Nur auf Druck des DGB seien den Arbeitern vom Arbeitgeber jeweils 300 Euro überwiesen worden, mit denen sie über Weihnachten nach Hause fahren konnten, sagte eine DGB-Beraterin.
Einige Männer, von denen viele wieder in Ungarn sind, erhielten von ihrem Ex-Arbeitgeber Schadenersatzforderungen im vierstelligen Bereich. 'Mit diesem unerhörten Schritt hat die Firma versucht, die Arbeitnehmer einzuschüchtern und sie von der Geltendmachung ihrer berechtigten Ansprüche abzuhalten', sagte Frauenhoffer.
Unter den Geprellten ist der Ungar Imre K. Tekulcis. Per E-Mail wurde der 45-Jährige für die Arbeit am Bau des neuen Berliner Flughafens angeworben. 'Sie haben uns ursprünglich sogar 18 Euro pro Stunde versprochen', sagte der Facharbeiter für Klimatechnik. Im Vertrag hätten dann nur elf Euro brutto gestanden - bei Leistungen 'unter den hundertprozentigen Erwartungen' sogar nur acht Euro.
Laut dem Chef der IG Metall Ludwigsfelde, Hermann von Schuckmann, ist so ein Vertrag 'rechtswidrig'. Seiner Gewerkschaft sind inzwischen 19 Betroffene beigetreten. Ihre Ansprüche gegenüber der Glamini Ausbau GmbH sollen nun rechtlich geltend gemacht werden.
Doch das könnte sich schwierig gestalten. 'Uns liegen Hinweise vor, dass das Unternehmen seine Zelte in Bad Reichenhall abgebrochen hat und der Prokurist das Unternehmen verlassen hat', sagte Frauenhoffer. Zudem gebe es in der Branche Heizung, Klima und Sanitär keine Generalhaftung. 'Das heißt, der Hauptauftraggeber kann nicht automatisch für die Geschäfte seiner Subunternehmer verantwortlich gemacht werden', sagte Schuckmann.
Die Berliner Flughäfen wiesen die Anschuldigungen des DGB zurück. 'Der Flughafen Berlin-Brandenburg fordert von allen Firmen, die auf der Baustelle des neuen Flughafens tätig sind, eine Tariftreueerklärung', sagte Sprecher Ralf Kunkel. Die Bauunternehmen seien verpflichtet, sich daran zu halten und auch mit ihren Nachunternehmen eine entsprechende Vereinbarung zu treffen.
Der vom DGB dargestellte Fall sei ein Einzelfall, der bereits geprüft werde. 'Außerdem hätten wir uns gefreut, wenn uns der DGB direkt über den Fall informiert hätte und wir nicht aus der Presse hätten davon erfahren müssen', sagte Kunkel. Der Umgang des DGB mit der Angelegenheit sei 'schlechter Stil'.
dapd




Mit dem 












