Gold: Der Goldpreis konnte sich zu Beginn der letzten Woche wieder etwas erholen; die Kursgewinne wurden aber im weiteren Wochenverlauf wieder abgegeben und der Schlusskurs lag am Freitag dann sogar bei 1115,10 USD/Unze, -46,30 USD/Unze tiefer als in der Vorwoche.
Nach der rund ein Jahr anhaltenden massiven Aufwärtsbewegung seit Dezember 2008 war der Markt zuletzt stark überkauft, und es spricht nun viel für eine ausgedehnte Korrektur. In der letzten Woche zeigte sich darüber hinaus an den Devisenmärkten die Tendenz zu einer Erholung des US-Dollar, was den Goldpreis zusätzlich unter Druck brachte. Auch der US-Dollar ist reif für eine technische Erholung, wenn auch fundamental weiterhin sehr viel sowohl für einen schwächeren US-Dollar als auch höhere Goldpreise spricht.
Die Entwicklung über die Festtage, bzw. kurz vor Weihnachten und zwischen Weihnachten und Neujahr folgt jeweils selten klaren Mustern und ist auch wenig aussagekräftig, da die Handelsvolumina während diesen Tagen meist klein ausfallen. Darüber hinaus kommen Sonderfaktoren wie beispielsweise steuerlich motivierte Käufe und Verkäufe auf das Jahresende hin. Daher sind derzeit kurzfristige Voraussagen schwierig; am wahrscheinlichsten ist eine vorläufige Fortsetzung des Korrekturtrends, wobei für Gold relevante Neuigkeiten aufgrund der temporären Marktenge auch zu grösseren Kursausschlägen nach oben und unten führen könnten.
Der Goldminenindex HUI schloss am Freitag bei rund 442 Punkten, knapp 28 unter dem Stand der Vorwoche.

Silber: Auch der Silberpreis kam in der letzten Woche weiter unter Druck und konnte die Marke von 18 USD/Unze nicht mehr halten. Der Schlusskurs vom Freitagabend lag bei 17,13 USD/Unze, -1,34 USD/Unze gegenüber der Vorwoche. Unsere Einschätzung von letzter Woche, wo wir von der Korrekturgefahr warnten, erwies sich als richtig.
Der Silberpreis stieg in der Erholung 2009 deutlich stärker an als der Goldpreis und kam nun jüngst in der Korrektur auch wieder deutlich stärker unter Druck. Aufgrund seiner Marktenge vollzieht der Silbermarkt die Bewegungen am Goldmarkt prozentual meist stärker nach. Darüber hinaus gleicht das Chartmuster von Silber zunehmend einem bärischen ansteigenden Keil, was technisch orientierte Händler zum Verkauf bewegt. Solche Vorgehensweisen können am Markt schnell zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung führen, zumal der Silbermarkt ähnlich wie der Goldmarkt sehr empfindlich auf Rückschläge reagiert, da er nach wie vor überkauft ist und auch die Marktstruktur anhand der CoT-Daten eher auf eine fortgesetzte Korrektur hinweist. Allerdings gilt auch hier – der Handel kurz vor und zwischen den Festtagen hat nur wenig Signifikanz.
Der grösste Silber-ETF, der iShares Silver ETF hat laut den offiziellen Angaben ein aktuelles Inventar von 311,40 Millionen Unzen, rund 5,5 Mio. Unzen mehr als in der Vorwoche!
Der Silberminen-Index SIX schloss am Freitag bei einem Stand von 89,4 Punkten, -3,5 Punkte im Wochenvergleich.

Platin: Die Feinunze Platin wurde am Freitag zuletzt für 1427 USD gehandelt, -12 USD/Unze tiefer als der Schlusskurs in der Vorwoche. Am gestrigen Dienstag notierte der Schlusskurs mit 1447 USD/Unze wieder etwas erholt. Wir sehen Platin in den nächsten Monaten im Vergleich zum Schwestermetall Palladium eher als ‚Underperformer’ an. Grund dafür sind die strukturellen Probleme der Autoindustrie einerseits und die Bemühungen um eine Substitution von Platin durch Palladium für zahlreiche Anwendungen andererseits.

Palladium: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 358 USD/Unze, -14 USD/Unze im Wochenvergleich. Gestern Dienstag notierte Palladium zum Tageschluss bei 363 USD/Unze leicht erholt.
Auch wenn sich Palladium einer fortgesetzten Korrektur an den Edelmetallmärkten kaum entziehen kann, erwarten wir, dass Palladium in 2010 im Vergleich mit den anderen Edelmetallen sehr gut abschneiden wird.

Verkaufspreise von Barren und Münzen: Ein Kilogramm Gold kostete am Dienstag Abend in Zürich CHF 37’822.-, für einen „Maple Leaf“ aus Gold wurden CHF 1242.- verlangt (Quelle UBS Zürich). In Frankfurt mussten € 24988.-, bzw. € 817,25.- dafür bezahlt werden (Quelle Dresdner Bank).

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