Pflege-Roboter, Fachkräfte

Pflege-Roboter: KI soll 280.000 fehlende Fachkräfte kompensieren

02.07.2026 - 21:35:06 | boerse-global.de

Angesichts drohender Personallücken setzt die Pflegebranche verstärkt auf KI-Assistenten und Robotik zur Entlastung des Personals.

KI und Robotik: Neue Lösungen gegen den Pflegenotstand in Deutschland
Pflege-Roboter - Ein humanoider Roboter interagiert sanft mit einem älteren Menschen in einer modernen Pflegeeinrichtung, symbolisierend KI-Unterstützung. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Schätzungen zufolge fehlen bis 2050 zwischen 280.000 und 690.000 Fachkräfte. Die Antwort der Branche: Künstliche Intelligenz und Robotik.

Intelligente Begleiter für Senioren

Anfang Juli 2026 präsentierte das Startup SteffiCare einen KI-gestützten Begleiter für Pflegeeinrichtungen. Das System hilft Senioren per Sprachsteuerung und kognitiver Aktivierung. Mitgründerin Dr. Verena Mann verspricht eine Zeitersparnis von bis zu 25 Minuten pro Tag fürs Personal. Eine Familien-App soll zudem die Verbindung zu Angehörigen stärken.

Ein Forschungsverbund der FAU Erlangen-Nürnberg, des Fraunhofer IIS und weiterer Partner verfolgt einen anderen Ansatz. Mit 1,5 Millionen Euro von der Daimler und Benz Stiftung will das Team pflegerisches Erfahrungswissen sichern. Sensoren erfassen Bewegungsabläufe erfahrener Pflegekräfte – und übertragen sie auf humanoide Roboter. Diese sollen in der Ausbildung sowohl Pfleger als auch Patienten spielen können.

Der Hersteller UBTech setzt auf emotionale Unterstützung. Seine Uworld-U1-Serie erkennt über 20 emotionale Zustände mit mehr als 90 Prozent Genauigkeit. Die Roboter mit Silikonhaut gibt es vom Teil- bis zum Ganzkörpermodell. Einsatzgebiete: psychologische Betreuung und allgemeine Seniorenarbeit.

KI beschleunigt Verwaltung und Praxis

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Der Einsatz von Systemen wie SteffiCare oder UBTech in der Pflege zeigt, wie rasant sich die technologische Landschaft verändert. Welche rechtlichen Leitplanken die neue EU-KI-Verordnung für solche Systeme im Gesundheitswesen setzt, erklärt dieser kostenlose Praxisleitfaden. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Der Kreis Borken hat im Sommer 2026 einen KI-Assistenten für Pflegeanträge in den Regelbetrieb übernommen. In einer Pilotphase von März bis Juni sank die Bearbeitungszeit um 20 Prozent. Die automatisierte Prüfung von Unterlagen und die Vorbereitung von Entscheidungen – die finale Kontrolle bleibt beim Menschen.

Das DIHVA-Modell entlastet Hausärzte, besonders auf dem Land. Gestartet im Herbst 2025 in Nordrhein-Westfalen, läuft das Projekt seit Juni 2026 auch in Mecklenburg-Vorpommern. Geschulte Assistenten erheben mit einer KI-Software bis zu 50 medizinische Werte während der Anamnese. Die Daten gehen in Echtzeit an den Arzt, der die Diagnose stellt.

Neue Regeln für Apotheken und die ePA

Seit dem 1. Juli 2026 dürfen Apotheken bundesweit assistierte Telemedizin anbieten. Grundlage ist das Digital-Gesetz (DigiG). Patienten können dort Ersteinschätzungen vornehmen oder Videosprechstunden in separaten Räumen durchführen.

Parallel dazu bekam die elektronische Patientenakte (ePA) ein Update. Seit Anfang Juli enthält sie digitale Medikationspläne und Push-Benachrichtigungen bei neuen Befunden. Andreas Strausfeld, Chef des IT-Dienstleisters BITMARCK, fordert einen verstärkten KI-Einsatz innerhalb der ePA.

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Ob intelligente Türassistenten oder KI-gestützte Patientenakten – die Digitalisierung im Gesundheitssektor erfordert höchste Standards bei der Dokumentation und Risikobewertung. Dieser kostenlose Report unterstützt Unternehmen dabei, die neuen Compliance-Regeln des AI Acts sicher umzusetzen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?

Das Unternehmen dormakaba bringt derweil einen app-gesteuerten Türassistenten auf den Markt. Der Helfer bietet Automatikmodi und Unterstützung beim manuellen Öffnen. Die Zielgruppe: die wachsende Zahl der über 67-Jährigen – ihr Anteil soll bis 2040 auf rund 25 Prozent steigen.

Ende Juni 2026 zeigte die Verleihung der „AI for Social Impact Awards“, dass KI auch global den Gesundheitszugang verbessert. Ausgezeichnet wurden unter anderem HelpMum aus Nigeria und Afiya AI aus Tunesien – Projekte für Müttergesundheit und Migrantenversorgung.

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