BMW setzt Figure 03 in Produktion: Humanoide Roboter im Werk Spartanburg
02.07.2026 - 21:41:24 | boerse-global.de
Während humanoide Roboter in die Produktion einziehen und Fahrzeuge sich selbst per Akustik-Sensor prüfen, setzt ein Hersteller bewusst wieder auf erfahrene Ingenieure.
Humanoid-Roboter bei BMW: Figure 03 startet in Spartanburg
Am heutigen Donnerstag hat BMW den Figure 03, die neueste Generation eines humanoiden Roboters, im Werk Spartanburg in South Carolina in Betrieb genommen. Der Schritt folgt auf einen zehnmonatigen Pilotversuch mit dem Vorgängermodell Figure 02, das bereits an der Produktion von 30.000 BMW X3-Modellen beteiligt war. Der neue Roboter übernimmt Aufgaben in der Logistiksequenzierung – ein zentraler Baustein der Automatisierungsstrategie am Standort mit über 11.000 Beschäftigten.
Erst am Mittwoch hatte BMW den Abschluss einer Investition von umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro in seine South-Carolina-Werke Spartanburg und Woodruff bekannt gegeben. Das Geld fließt in den Umbau auf Elektroproduktion. Im Werk Woodruff kommt dabei eine Zelle-zu-Pack-Batterietechnologie zum Einsatz. Bis 2030 sollen in Spartanburg sechs Elektromodelle vom Band laufen. Der Produktionsstart des neuen X5 mit fünf verschiedenen Antriebsoptionen ist für August geplant, die vollelektrische iX5-Variante folgt noch 2026.
Teslas „Full Self-Hearing": Autos prüfen sich selbst
Tesla setzt in seinem Gigafactory Texas auf ein neuartiges Qualitätskontrollsystem namens „Full Self-Hearing". Dabei nutzt eine KI die Innenraum-Mikrofone der Fahrzeuge, um während einer autonomen Testfahrt selbstständig Knarzen, Klappern und andere Montagefehler zu erkennen. Das System erstellt so ein digitales Audit der Verarbeitungsqualität, noch bevor das Werk verlassen wird.
Parallel dazu baut Tesla in seinem Werk in Fremont die Produktion um. Nachdem die Fertigung der Model S und Model X Anfang Mai 2026 eingestellt wurde, installiert das Unternehmen dort nun die erste Massenproduktionslinie für den Optimus-Roboter. Aufnahmen vom Mittwoch zeigen den Fortschritt der modularen Linie, die aus 40 Unterlinien besteht. Die Produktion soll zunächst in geringen Stückzahlen Ende Juli oder August anlaufen. Langfristig peilt Tesla eine Kapazität von einer Million Einheiten pro Jahr in Fremont an. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2026 insgesamt 480.126 ausgelieferte Fahrzeuge – mehr als von Analysten erwartet.
BMW setzt den Figure 03 in Spartanburg ein – und investiert 1,6 Milliarden Euro in die Produktion der Zukunft. Wer als Fertigungs-CTO den Einstieg in humanoide Roboter plant, braucht einen klaren Fahrplan. Dieser kostenlose Report liefert eine 5-Schritte-Checkliste, einen ROI-Rechner und einen Praxisleitfaden für KI-Qualitätskontrolle. Jetzt Report anfordern
Ford setzt auf menschliches Know-how
Während die Konkurrenz auf immer mehr Automatisierung setzt, geht Ford einen anderen Weg. Der Hersteller hat Anfang des Jahres rund 350 erfahrene Ingenieure zurückgeholt. Der Grund: Die KI-gestützten Qualitätssysteme mit 900 Spezialkameras lieferten ohne menschlichen Kontext unzureichende Ergebnisse.
Wie Charles Poon von Ford betont, ist die Effektivität künstlicher Intelligenz streng durch die Qualität und Tiefe ihrer Trainingsdaten begrenzt. Die zurückgekehrten Ingenieure schulen nun jüngere Mitarbeiter und trainieren die KI-Modelle darauf, Nuancen zu erkennen, die den automatischen Kameras zunächst entgangen waren. Mit Erfolg: Im Jahr 2026 erreichte Ford erstmals seit 2010 wieder den Spitzenplatz im renommierten JD Power Initial Quality Study. CEO Jim Farley beziffert die Einsparungen durch verbesserte Qualität und geringere Garantiekosten auf mehrere hundert Millionen Euro.
Digitale Prüfstände beschleunigen Entwicklung
Tesla prüft seine Fahrzeuge per Akustik-KI, BMW setzt auf humanoide Roboter – die Automatisierungswelle rollt. Doch ohne menschliches Know-how bleiben selbst 900 Kameras blind, wie Ford erfahren musste. Dieser Report zeigt, wie Sie humanoide Roboter sicher einführen und gleichzeitig Ihre Qualitätssicherung auf KI-Niveau heben. Report jetzt sichern
Auch andere Hersteller setzen auf virtuelle Methoden. Hyundais Forschungs- und Entwicklungszentrum in Namyang hat im Juni ein neues Gebäude eröffnet, das ein Digital Measurement Center und ein Additive Manufacturing Center beherbergt. Dort erfassen 3D-Scanner und Roboter 1.000 Datenpunkte pro Fahrzeug. Ein seit Februar 2026 genutzter Fahrsimulator mit digitalen Zwillingen und LiDAR-gescannten Umgebungen hat die physischen Testfenster von typischerweise zwei Monaten auf etwa ein bis zwei Wochen verkürzt.
General Motors wiederum hat KI-gestützte Simulationen für Crashtests und Windkanalversuche integriert. Dachstauch-Simulationen, die früher Stunden dauerten, sind nun in Minuten erledigt. Das erlaubt deutlich schnellere Iterationen in der Entwicklungsphase – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in der Branche.
