Krafttraining, Minuten

Krafttraining: 90 Minuten pro Woche senken Sterberisiko um 13%

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 13:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bereits wenige Minuten Krafttraining pro Woche senken Sterberisiko und Herzinfarktgefahr deutlich, wie aktuelle Forschungen zeigen.

Kurze Workouts: Neue Studien belegen enorme Gesundheitseffekte
Eine Person führt eine Einbeinstand-Übung in einem modernen Fitnessstudio aus, die Gleichgewicht und Kraft demonstriert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das belegen gleich mehrere Studien aus der ersten Jahreshälfte 2026.

Krafttraining: Weniger ist manchmal mehr

Eine Harvard-Studie im British Journal of Sports Medicine zeigt: 90 bis 119 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Risiko eines vorzeitigen Todes um 13 Prozent. Bei kardiovaskulären Todesfällen sinkt es um 19 Prozent, bei neurodegenerativen Erkrankungen sogar um 27 Prozent.

Interessant: Bei 120 Minuten pro Woche ist Schluss. Ein Plateau, über das hinaus kein zusätzlicher Nutzen für die Langlebigkeit festgestellt wurde. Effektive Übungen für dieses Zeitbudget: Einbeinstand, Glute Bridge, Plank, Kniebeugen oder Liegestütze.

Sechs Bizeps-Curls reichen für Kraftzuwachs

Die Edith-Cowan-Universität untersuchte Beständigkeit versus Volumen. Eine Gruppe führte fünfmal pro Woche lediglich sechs Bizeps-Curls durch. Ergebnis: Die Muskelkraft stieg um mehr als zehn Prozent. Teilnehmer, die 30 Wiederholungen an nur einem Tag absolvierten, erzielten hingegen keinen Kraftzuwachs.

Noch beeindruckender: Daten der Universität Glasgow im Fachmagazin PLOS Medicine zeigen, dass bereits fünf Minuten intensive Bewegung pro Tag die Krebsmortalität um 22 Prozent senken. Das stützt den Trend zu Micro-Workouts, die sich leicht in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

Frauen profitieren besonders

Eine Studie im Journal of the American College of Cardiology vom Juni 2026 belegt spezifische Vorteile für Frauen. Teilnehmerinnen, die mindestens zwei Stunden pro Woche Krafttraining investierten, hatten ein um 44 Prozent geringeres Herzinfarktrisiko.

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Ein weiterer medizinischer Meilenstein: Die Umbenennung des Polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS) in Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS), geplant für Juli 2026. Die Neuausrichtung betont die kardiometabolischen Risiken der Betroffenen – bei 85 Prozent liegt eine Insulinresistenz vor. Bereits 30 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Risiko für Typ-2-Diabetes um 42 Prozent.

WHO-Empfehlungen: Mehr ist besser

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Eine weitere Untersuchung im British Journal of Sports Medicine an über 17.000 Erwachsenen deutet jedoch darauf hin, dass ein höheres Pensum von etwa zehn Stunden das Herz-Kreislauf-Risiko am effektivsten minimiert. Alltagsaktivitäten wie zügiges Gehen oder Gartenarbeit werden dabei eingerechnet.

Gelenkschonende Alternativen: Aquafitness und Wall Pilates

Wassergymnastik: Studien aus dem Jahr 2025 belegen, dass die Muskelaktivierung im Wasser in über 70 Prozent der untersuchten Fälle gleich oder höher ist als an Land. Gleichzeitig reduziert sich das gefühlte Körpergewicht auf zehn Prozent.

Wall Pilates: Kurze Einheiten von etwa 20 Minuten verbessern laut Anwenderberichten die Rumpfkraft und das Gleichgewicht. Sichtbare körperliche Veränderungen benötigen jedoch Zeit.

Prävention als Wirtschaftsfaktor

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Eine Untersuchung des BQS Instituts im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes analysierte 172 Präventionskurse. Rund 20 Prozent der Teilnehmer zeigten eine nachhaltige Verbesserung bei Beschwerden des Bewegungsapparats.

In Österreich wurden für 2025 Gesundheitsausgaben von 61,3 Milliarden Euro verzeichnet – 11,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Vor diesem Hintergrund gewinnen staatlich geförderte Initiativen an Bedeutung. Ziel: Niederschwellige Angebote sollen die körperliche Aktivität in der breiten Bevölkerung dauerhaft erhöhen und damit langfristige Kosten für das Gesundheitssystem dämpfen.

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