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Apple erhöht Preise um bis zu 20 Prozent: Speicherchip-Krise trifft MacBook und iPad

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 13:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Apple hebt Preise für MacBooks und iPads um bis zu 20 Prozent an. Grund sind explodierende Speicherchip-Kosten durch KI-Boom.

Apple erhöht Preise drastisch: Speicherchips werden teurer
Nahaufnahme einer Leiterplatte mit leuchtenden Leiterbahnen, die Mikrochips darstellt, neben einem unscharfen Apple-Gerät. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Betroffen sind MacBooks, iMacs und iPads – mit Aufschlägen von bis zu 20 Prozent.

Speicherchip-Krise trifft Apple hart

Am 9. Juli 2026 verkündete der Technologiekonzern offiziell die Preisanpassungen. In einigen Märkten steigen die Kosten für MacBook, iMac, Mac mini, Mac Studio und iPad um umgerechnet 100 bis 450 Euro. Bereits im Juni hatte Apple die Preise für einige Modelle um bis zu 20 Prozent angehoben.

CEO Tim Cook bezeichnete die Erhöhungen als unvermeidbar. Der Grund: Die Preise für Speicherchips sind seit August 2025 um rund 500 Prozent gestiegen. Schuld daran ist der enorme Bedarf an Hochleistungsspeicher für KI-Server, der die Produktion für Unterhaltungselektronik verknappt.

iPhone vorerst verschont – doch das könnte sich ändern

Während Mac und iPad bereits teurer wurden, bleiben iPhone, Apple Watch und AirPods vorerst stabil. Doch Experten warnen: Das könnte nur eine Frage der Zeit sein.

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Marktforscher von Counterpoint Research rechnen vor: Die Materialkosten für das kommende iPhone 18 Pro Max könnten um umgerechnet rund 270 Euro höher liegen als beim Vorgänger. Allein der NAND-Flash-Speicher könnte über 230 Euro kosten, DRAM und NAND zusammen rund 370 Euro. Das wäre ein Anstieg des Speicheranteils an den Gesamtkosten von neun auf 27 Prozent.

Apples Strategie: Neue Lieferanten und Milliarden-Deals

Um sich gegen die Preismacht der südkoreanischen Zulieferer Samsung und SK hynix zu wappnen, testet Apple offenbar DRAM des chinesischen Herstellers CXMT – zumindest für Geräte, die in China verkauft werden. Branchenbeobachter sehen darin vor allem Druckmittel für Verhandlungen. CXMTs Chips hinken in Geschwindigkeit, Ausbeute und Effizienz hinterher. Zudem steht der Hersteller auf einer US-Sanktionsliste, was eine internationale Nutzung erschwert.

Gleichzeitig sicherte sich Apple langfristig ab: Ein 27 Milliarden Euro schwerer Deal mit Broadcom soll bis 2031 die Lieferung von 15 Milliarden in den USA gefertigten Chips garantieren. Doch Entspannung ist nicht in Sicht. Der Chef von Micron erklärte kürzlich, eine Erholung des Marktes sei vor 2027 nicht zu erwarten.

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Börse reagiert verhalten – Analysten bleiben zuversichtlich

Die Preiserhöhungen haben Apples Börsenwert im Juni um umgerechnet rund 240 Milliarden Euro schrumpfen lassen. Dennoch zeigen sich Analysten optimistisch. J.P. Morgan hob das Kursziel für Apple-Aktien von 300 auf 320 Euro an. Die starke Preissetzungsmacht des Konzerns werde die Verkaufszahlen wohl kaum beeinträchtigen, so die Begründung.

Empfindlicher könnten günstigere Geräte reagieren. Das Einstiegs-iPad und das gemunkelte MacBook Neo – dessen Preis von rund 550 auf 640 Euro steigen könnte – dürften preissensible Käufer abschrecken.

Branche vor Abschwung

Die gesamte Branche spürt den Druck. TrendForce prognostiziert für 2026 einen Rückgang der weltweiten Laptop-Auslieferungen um 13,6 Prozent. Steigende Endkundenpreise dämpfen zunehmend die Nachfrage.

Führungswechsel in turbulenten Zeiten

Die Entwicklung fällt in eine phase des Umbruchs bei Apple. Tim Cook wird am 1. September 2026 als CEO zurücktreten, sein Nachfolger John Ternus übernimmt. Eine seiner größten Herausforderungen: die anhaltende Volatilität der globalen Chip-Lieferkette zu meistern.

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