Griffstärke, Kilo

Griffstärke: Sieben Kilo mehr senken Sterberisiko um 15 Prozent

17.06.2026 - 01:30:12 | boerse-global.de

Forscher belegen: Mehr Muskelkraft senkt Sterberisiko bei älteren Frauen deutlich. Schon 90 Minuten Training pro Woche reichen aus.

Krafttraining im Alter: Neue Studien belegen Lebensverlängerung
Griffstärke - Eine entschlossene Frau mittleren Alters hebt schwere Gewichte in einem Fitnessstudio, fokussiert auf Krafttraining und Muskelaufbau. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher fanden heraus: Schon sieben Kilo mehr Griffstärke senken das Sterberisiko bei älteren Frauen um 15 Prozent.

Anzeige

Ab 50 verliert der Körper jedes Jahr wertvolle Muskelmasse – ein Prozess, der oft unbemerkt die Gesundheit gefährdet. Ein Experte erklärt, wie Sie mit nur 6 einfachen Übungen bequem von zuhause aus gegensteuern können. Kostenlosen Ratgeber mit 6 Krafttrainings-Übungen sichern

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Eine Studie im Fachmagazin JAMA Network Open untersuchte rund 5.400 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren. Über acht Jahre hinweg zeigte sich: Wer seine Griffkraft steigert, lebt länger. Die Ergebnisse decken sich mit einer Meta-Analyse von 126 Studien mit 4.000 Teilnehmerinnen. Krafttraining erhöht die Muskelmasse und reduziert den Körperfettanteil – unabhängig vom Alter.

Der Aufwand ist überschaubar. 90 bis 120 Minuten pro Woche reichen aus, um die Gesamtsterblichkeit sowie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu senken.

Menopause: Krafttraining als Gamechanger

In der Perimenopause und Menopause gewinnt Krafttraining besondere Bedeutung. Apple reagiert darauf mit einem neuen Programm: „Strong Through Menopause“ auf Fitness Plus kombiniert Kraft- und Yoga-Einheiten über three Wochen. iOS 27 liefert dazu präzisere Fitnessdaten.

Auch Kreatin rückt in den Fokus. Frauen verfügen über 70 bis 80 Prozent geringere körpereigene Kreatinspeicher als Männer. Eine Studie von 2021 belegt: Drei bis fünf Gramm täglich verbessern Kraft und Schnellkraft. In der Menopause schützt Kreatin die Knochendichte, reduziert Entzündungen und erhält die fettfreie Masse – ohne unerwünschte Gewichtszunahme.

Das Problem mit den Abnehmspritzen

GLP-1-Analoga wie Semaglutid oder Tirzepatid haben einen Haken: 25 bis 40 Prozent des verlorenen Gewichts entfallen auf Muskulatur. Das gefährdet langfristig die Gesundheit.

Forscher suchen nach Lösungen. Eine Studie in Nature Medicine (Frühjahr 2026) testete den Antikörper Apitegromab in Kombination mit Tirzepatid an 102 Patienten. Ergebnis: Der Muskelverlust sank auf 14,6 Prozent – in der Placebogruppe lag er bei über 30 Prozent. Experten betonen jedoch: Gezieltes Krafttraining und proteinreiche Ernährung können den medikamentösen Eingriff oft ersetzen.

Anzeige

Krafttraining ist gerade im Alter der Schlüssel für einen fitten Stoffwechsel und starke Gelenke. Warum immer mehr Menschen über 50 auf dieses einfache Heimtraining schwören, erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden. Minimaler Aufwand, maximale Wirkung – jetzt Gratis-PDF anfordern

Männer und Frauen – unterschiedliche Voraussetzungen

Die biologischen Unterschiede sind deutlich. MRT-Studien zeigen: Frauen haben durchschnittlich 31 Prozent Muskelanteil, Männer 38 Prozent. Der hormonelle Zyklus beeinflusst zudem den Grundumsatz – Progesteron kann in der zweiten Zyklushälfte den Energiebedarf erhöhen, aber auch Wassereinlagerungen verursachen.

Neue Perspektiven für Lipödem-Patientinnen

Ab dem 1. Juli 2026 wird die Liposuktion bei Lipödem zur Kassenleistung für alle Stadien. Voraussetzung: eine erfolglose sechsmonatige konservative Therapie. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) machte den Weg frei.

Parallel entwickelt sich die medikamentöse Therapie weiter. Der EMA-Ausschuss empfahl Ende Mai 2026 die Zulassung einer Semaglutid-Tablette zur Gewichtsreduktion. Studien versprechen einen Gewichtsverlust von rund 16 Prozent – bei 120 Kilo Ausgangsgewicht entspricht das etwa 20 Kilo. Auch hier gilt: Bewegung ist Pflicht, um die Muskelfunktion zu erhalten.

de | wissenschaft | 69557735 |