Bluthochdruck, Probiotika

Bluthochdruck: Probiotika senken Druck um 3–14 mmHg

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 00:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen Wirksamkeit von Biofeedback, Probiotika und Pfefferminzöl bei Bluthochdruck. Die DASH-Diät bleibt zentrale Säule der Behandlung.

Bluthochdruck: Neue Therapien mit Biofeedback und Probiotika
Bluthochdruck - Eine Person benutzt ein Biofeedback-Gerät, das digitale Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz und Blutdruck anzeigt. 10.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen, welche alternativen Ansätze wirklich etwas bringen.

Digitale Helfer im Test

Das AIT Austrian Institute of Technology hat mit „BPRelax“ ein Biofeedback-System entwickelt. Geführte Atemübungen sollen den systolischen Blutdruck senken – vergleichbar mit der Wirkung von Medikamenten. Die Entwicklung wurde international ausgezeichnet, unter anderem von der American Heart Association und der Deutschen Hochdruckliga.

Geplant ist eine Kooperation mit der GO Europe GmbH für den Vertrieb von 3.000 Geräten im DACH-Raum. Die Zertifizierung als Medizinprodukt läuft noch.

Parallel dazu setzen Krankenkassen auf Apps. Die mkk stellt Versicherten ab 18 Jahren die App „Manoa Plus“ zur Verfügung. Über zwölf Monate bietet sie Module zu Blutdruck-Tracking, Bewegung, Ernährung und Entspannung. Ein digitaler Coach erstellt individuelle Fahrpläne – die Daten lassen sich für Arztbesuche aufbereiten.

Probiotika und Pfefferminzöl

Die Forschung entdeckt natürliche Substanzen neu. Eine Übersichtsarbeit im „Journal of Hypertension“ zeigt: Bestimmte Lactobacillus-Arten können den systolischen Blutdruck um 3 bis 14 mmHg senken, den diastolischen um 1,5 bis 7 mmHg.

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Die Mechanismen: Hemmung des ACE-Enzyms, Steigerung der Stickstoffmonoxid-Produktion und antioxidative Effekte. Die Wirkung variiert jedoch – etwa bei Rauchern oder Frauen nach der Menopause.

Eine britische Studie in „PLOS One“ untersuchte Pfefferminzöl. Bei Probanden mit leicht erhöhtem Blutdruck senkte die tägliche Einnahme von 0,1 ml über 20 Tage den systolischen Wert um etwa 8 mmHg. Auch der Ruhepuls ging zurück. Fachleute warnen: Langzeitdaten fehlen, Menthol muss weiter untersucht werden.

Bewährte Ernährungskonzepte

Die DASH-Diät bleibt zentrale Säule der nicht-medikamentösen Therapie. Eine US-Studie mit 74.000 Teilnehmern belegte: Konsequente Umsetzung senkt das Sterberisiko über zehn Jahre um etwa 12 Prozent.

Eine chinesische Studie mit 21.000 Teilnehmern zeigte: Der teilweise Ersatz von Natriumchlorid durch Kaliumchlorid reduziert das Schlaganfallrisiko um rund 15 Prozent.

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Was Kompressionsstrümpfe wirklich können

Die Deutsche Herzstiftung stellt klar: Kompressionsstrümpfe senken den Blutdruck nicht. Sie helfen bei Venenschwäche oder zur Thrombose-Vorbeugung auf Reisen – ein blutdrucksenkender Effekt ist nicht belegt.

Gleichzeitig erweitert eine neue S2k-Leitlinie der AWMF die Indikationen für Kompressionstherapie. Sie umfasst nun Lymphödeme, Lipödeme und neuropathische Beschwerden nach Chemotherapien. Bei Bluthochdruck raten Kardiologen weiterhin zu Bewegung und angepasster Ernährung.

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