Long-COVID: Hunde und KI identifizieren Krankheit durch Urin-Signaturen
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 00:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Australische Forscher identifizierten einen völlig neuen Infektionsmechanismus – und das erklärt, warum schwere Verläufe trotz Antikörpern möglich sind.
Virus versteckt sich in Zellleichen
Forscher der La Trobe University und des WEHI-Instituts veröffentlichten Anfang Juli 2026 in Nature Communications eine brisante Entdeckung. SARS-CoV-2 nutzt sogenannte apoptotische Körperchen (ApoBDs) – die Überreste sterbender Zellen – als Trojanisches Pferd.
Das Virus versteckt sich in diesen Zellleichen und gelangt so in Makrophagen, eine wichtige Gruppe von Immunzellen. Entscheidend: Der bekannte ACE2-Rezeptor wird dabei komplett umgangen. Die Infektion löst eine massive Entzündungsreaktion in der Lunge aus.
Warum zeigen manche Patienten trotz hoher Antikörperwerte schwere Verläufe? Diese Studie liefert eine plausible Erklärung.
Medikamente könnten Infektion stoppen
Die Forscher fanden auch einen möglichen Gegenmechanismus. T-Typ-Kalziumkanalblocker können die Bildung der apoptotischen Körperchen hemmen. In Experimenten reduzierten sie die Lungenschädigung und die Virusausbreitung deutlich.
Parallel dazu liefert eine Heidelberger Studie Hoffnung für bereits geschädigte Lungen. Forscher des Universitätsklinikums veröffentlichten im Mai 2026 in Science Translational Medicine Ergebnisse zur Immuntherapie mit Monalizumab.
Der Wirkstoff blockiert den NKG2A-Rezeptor und reaktiviert natürliche Killerzellen. Diese eliminieren gezielt seneszente Fibroblasten – die Zellen, die für die Vernarbung des Lungengewebes verantwortlich sind. Eine Phase-I-Studie ist bereits in Planung.
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Hunde und KI: Neue Long-COVID-Diagnostik
Auch die Diagnostik von Langzeitfolgen macht Fortschritte. Das Projekt „COVID Dogolomics“ der TU Braunschweig, der Medizinischen Hochschule Hannover und der TiHo Hannover präsentierte im Juli 2026 neue Ergebnisse.
Die Kombination aus speziell trainierten Hunden, Massenspektrometrie und maschinellem Lernen zeigt: Long-COVID-Patienten haben identische Signaturen flüchtiger organischer Verbindungen im Urin. Diese metabolischen Fingerabdrücke ermöglichen eine objektive Diagnose. Künstliche Intelligenz validierte die Daten – ein vielversprechender Schritt zu standardisierten Biomarker-Tests.
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Politik holt auf: Brandenburg untersucht Pandemie
Während die Forschung neue Erkenntnisse liefert, arbeitet die Politik die Krisenjahre auf. Ein Untersuchungsausschuss des brandenburgischen Landtags befasste sich im Juli 2026 mit der Corona-Politik. Geladen war unter anderem der emeritierte Professor Sucharit Bhakdi.
Themen der Anhörung: die Planung der Pandemie, Testverfahren für Impfstoffe und mögliche Verunreinigungen in der Herstellung. Während Deutschland parlamentarische Verfahren zur Aufarbeitung nutzt, fehlen vergleichbare Untersuchungen in anderen europäischen Ländern wie der Schweiz bislang.
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