Bewegungspausen, Minuten

Bewegungspausen: Fünf Minuten pro Stunde senken Krankheitsrisiko

30.06.2026 - 21:27:00 | boerse-global.de

Fünfminütige Spaziergänge pro Arbeitsstunde verbessern Stimmung und Produktivität. Rückenleiden sind Hauptgrund für Langzeitkrankenstand.

Studie: Kurze Bewegungspausen senken Krankheitsrisiko am Job
Bewegungspausen - Eine Person macht eine kurze Dehnübung an einem modernen, ergonomischen Arbeitsplatz mit viel Tageslicht, um Bewegung und Wohlbefinden zu fördern. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Forscher untersuchten rund 11.500 Teilnehmende und fanden heraus: Bereits ein fünfminütiger Spaziergang pro Arbeitsstunde verbessert die Stimmung und reduziert Müdigkeit. Die moderate Bewegung steigert zudem die Produktivität.

Die Studienautoren sehen in diesem Zeitfenster den optimalen Kompromiss zwischen gesundheitlichem Nutzen und praktischer Umsetzbarkeit im Arbeitsalltag.

Rückenleiden als häufigster Grund für Langzeitkrankenstand

Der Fehlzeitenreport 2026 zeigt eine alarmierende Entwicklung: Bandscheibenerkrankungen nehmen zu und sind mittlerweile die häufigste Ursache für lange Krankenstände. Besonders betroffen sind Beschäftigte im Gesundheitswesen, in der Langzeitpflege und in der Behindertenbetreuung.

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Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) fordert daher, Bandscheibenerkrankungen in die Liste der Berufskrankheiten aufzunehmen. „Eine entsprechende Anerkennung ist notwendig, um Betroffene durch die Unfallversicherung abzusichern", betont Expertin Julia Stroj.

Doch nicht nur der Rücken leidet. Psychische Störungen sind ebenfalls ein massives Risiko für die Erwerbsfähigkeit. 2024 waren sie für 16,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich – Rang drei der häufigsten Ursachen. Mit 42 Prozent stellten sie sogar den häufigsten Grund für den Bezug einer Erwerbsminderungsrente dar.

Hitze am Arbeitsplatz: Neue Regeln gefordert

Der Europäische Gewerkschaftsbund setzt sich für bezahlte Abkühlungspausen für alle EU-Beschäftigten ein. Der Grund: Ab einer Temperatur von 30 Grad steigt das Unfallrisiko deutlich.

Ab dieser Marke sind Arbeitgeber zu Schutzmaßnahmen verpflichtet – etwa Sonnenschutz, ausreichende Lüftung und Getränke. Bei 35 Grad gilt eine Arbeitsstätte ohne entsprechende Vorkehrungen als ungeeignet für die Arbeit.

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Auch für Homeoffice-Arbeitsplätze gibt es an Hitzetagen spezifische Empfehlungen: Schreibtische fernab von Fenstern platzieren, kühlere Räume nutzen und ergonomische Stühle mit atmungsaktiven Bezügen wählen. Zimmerpflanzen wie die Glücksfeder oder Pilea können das Raumklima verbessern.

Arbeitszeitmodelle im Wandel

Parallel zu ergonomischen Fragen diskutiert die Politik neue Rahmenbedingungen. Die Bundesregierung plant eine Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit – im Schnitt entspricht das einer 48-Stunden-Woche.

Mehrere Modelle stehen zur Debatte:

  • Die 4-Tage-Woche: Ein Testlauf in Großbritannien zeigte, dass 92 Prozent der teilnehmenden Unternehmen das Modell beibehielten, weil die Produktivität stabil blieb oder stieg.
  • Das Island-Modell: 35 bis 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich.
  • Die komprimierte Woche: Vier Arbeitstage mit jeweils zehn Stunden.
  • Das 7-Tage-Modell: Freie Zeiteinteilung über die gesamte Woche.

Während Befürworter auf höhere Flexibilität setzen, warnt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) vor einer möglichen Entgrenzung der Arbeitszeit.

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