Banking-KI: 82 Prozent der Gen Z nutzen digitale Finanzberater
30.06.2026 - 21:05:42 | boerse-global.de
Große Finanzinstitute und Technologieanbieter treiben den Einsatz von Künstlicher Intelligenz voran, um Banking persönlicher und effizienter zu gestalten. Im Zentrum stehen dabei Echtzeit-Dienstleistungen und optimierte Prozesse für Privat- und Geschäftskunden.
Strategische KI-Integration für maßgeschneidertes Banking
Am 29. Juni gab Personetics bekannt, dass seine KI-Plattform in Fiservs Experience Digital (XD) integriert wird. Die Partnerschaft zielt darauf ab, Privatkunden und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) personalisierte Banking-Erlebnisse in Echtzeit zu bieten. Die Chefs der beiden Unternehmen, Udi Ziv (Personetics) und Vishal Dalal (Fiserv), betonten, dass die Integration Finanzinstituten ermöglicht, maßgeschneiderte Finanzinformationen direkt in die digitale Banking-Oberfläche einzubetten.
Parallel dazu stellte Eurobank am selben Tag seine Strategie "Banking Forward" vor. Diese sieht Investitionen von einer Milliarde Euro für den Zeitraum 2025 bis 2028 vor. Die griechische Bank meldete, dass inzwischen 96 Prozent aller Transaktionen digital ablaufen – 61 Prozent davon über die mobile App. Zum Einsatz kommen unter anderem eine "GenAI Factory" und KI-Assistenten. Flankiert wird die Strategie von einer erweiterten Partnerschaft mit Mastercard.
KI als Finanzberater: Junge Generationen führend
Aktuelle Forschungsergebnisse untermauern den Trend: Laut einer Ende Juni veröffentlichten Studie von Cognito nutzen bereits 51 Prozent aller Verbraucher KI für Finanzberatung. Bei den Millennials und der Generation Z liegt der Wert sogar bei 82 Prozent. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass traditionelle Finanzberatung für viele unerreichbar bleibt – in Großbritannien etwa erhielten im vergangenen Jahr nur neun Prozent der Erwachsenen professionelle Finanzberatung.
Digitale Werkzeuge für den Mittelstand
Der digitale Bankensektor zielt zunehmend auf den KMU-Markt ab, der weltweit mehr als 95 Prozent aller Unternehmen ausmacht. Eine Analyse von Meniga vom 30. Juni identifizierte eine globale Kreditlücke von rund einer Billion Euro für diese Unternehmen. Für Banken, die schnelle Kontoeröffnungen, Cash-Management und Mehrbenutzerzugänge anbieten, ergibt sich daraus ein enormes Potenzial.
Auch die Unternehmenskunden profitieren von der Digitalisierung: Die Qatar Islamic Bank (QIB) launchte am 29. Juni eine überarbeitete Version ihrer Firmen-App. Die neue Anwendung bietet eine Benutzeroberfläche auf Arabisch und Englisch und ermöglicht Geschäftskunden eine effizientere Verwaltung von Konten, Überweisungen und Serviceanfragen.
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Schnelle Kontoeröffnung als Wettbewerbsvorteil
Die Beschleunigung des Onboarding-Prozesses hat sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor entwickelt. Am 30. Juni meldete Alkami, dass seine MANTL-Plattform die Marke von 40 Milliarden Euro an eingeworbenen Einlagen überschritten hat. Die Plattform verkürzt die Kontoeröffnung für Privatkunden auf unter fünf Minuten, für Geschäftskunden auf rund zehn Minuten.
Laut Daten von Backbase kann ein effizientes digitales Onboarding die Kundenakquisitionskosten um 25 bis 35 Prozent senken. Während traditionelle Banken zwischen 200 und 400 Euro für die Eröffnung eines neuen Kontos ausgeben, können digital-first-Strategien diese Kosten auf unter 100 Euro drücken.
Europäische Zahlungsinitiativen auf dem Vormarsch
Das Wero-Bezahlsystem breitet sich weiter in Europa aus. Aktuell ist der Dienst in Deutschland, Frankreich und Belgien verfügbar. In Deutschland bieten 22 von 48 erfassten Banken Wero an, darunter planen Commerzbank und Consorsbank die Einführung. Große Institute wie Santander, Revolut und N26 unterstützen das System derzeit jedoch nicht.
Auch regulatorisch tut sich etwas: Am 23. Juni stimmte das Europäische Parlament für den digitalen Euro und die verpflichtende Annahme von Bargeld. Die digitale Währung soll als kostenlose, datenschutzfreundliche und offline-fähige Alternative zu bestehenden internationalen Kartenzahlungssystemen positioniert werden.
Die Herausforderung der Kundenbindung
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Doch trotz aller Effizienzgewinne bleibt die Kundenbindung eine Herausforderung. Eine am 29. Juni veröffentlichte Studie mit 527 Nutzern digitaler Bankdienste zeigt: Online-Markenerlebnisse beeinflussen die Loyalität maßgeblich – etwa durch Nähe und Verbindlichkeit. Die Forscher warnen jedoch, dass digitale Informationsüberflutung diese Beziehung negativ beeinflussen kann. Banken müssen daher High-Tech-Funktionen mit klarer Kommunikation in Einklang bringen.
Eine Analyse von COCC vom 30. Juni offenbart zudem: 74 Prozent der Privatkunden unterhalten Beziehungen zu mehreren Finanzinstituten. Banken mit der höchsten Kundenbindung wachsen ihren Umsatz 1,7-mal schneller als der globale Durchschnitt. In einer Welt des Open Banking wird Vertrauen damit zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
