Pfändungsfreibeträge: Neue Regeln für Millionen ab Juli
17.06.2026 - 19:43:06 | boerse-global.de
Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Hilfsorganisationen melden steigende Notlagen in mehreren Städten, und zum 1. Juli steigen die Pfändungsfreibeträge.
Neue Tools und Erklärvideos
Der Ratgeber liefert aktuelle Pfändungstabellen, Freibeträge und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Parallel dazu gingen überarbeitete Online-Rechner live. Sie ermitteln anonym und kostenfrei Werte für das Pfändungsschutzkonto (P-Konto), die voraussichtliche Insolvenzquote oder das Haushaltsbudget.
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Eine Reihe von Kurzvideos erklärt komplexe Themen wie Schuldenregulierung und Insolvenzverfahren in einfacher Sprache. Die Organisation reagiert damit auf den wachsenden Bedarf an schnell zugänglichen Informationen.
Immer mehr Anfragen in Ballungsräumen
Der Druck auf private Haushalte nimmt zu. Die SH Schuldnerberatung meldet einen deutlichen Anstieg der Beratungsanfragen in Frankfurt, Hanau und Offenbach. Bereits am Vortag zeigte sich eine ähnliche Entwicklung für die Region Aschaffenburg.
Als Hauptursachen nennen die Berater die anhaltend hohen Wohn- und Energiekosten. Hinzu kommen Verpflichtungen aus Ratenkäufen und Konsumkrediten. Die Beratungsstellen haben ihre Soforthilfe-Angebote ausgebaut – besonders bei der Ausstellung von P-Konto-Bescheinigungen und der Unterstützung bei Kontosperrungen.
Banken in der Kritik
Trotz bestehender Schutzvorschriften gibt es erhebliche Mängel in der Praxis. Die AWO Halle-Merseburg wies darauf hin, dass monatlich zwischen 300.000 und 350.000 Kontopfändungen registriert werden. Kritik gibt es vor allem an Verzögerungen bei der Umwandlung von Konten in Pfändungsschutzkonten sowie an blockierten Guthaben. Der Verband fordert verbindliche Standards für Kreditinstitute und eine bessere Finanzierung der Beratungsstellen.
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Die Verbraucherzentrale NRW informierte über die Rechte der bundesweit rund 5,7 Millionen überschuldeten Personen. Betroffene haben einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass ein bestehendes Konto innerhalb von vier Geschäftstagen in ein P-Konto umgewandelt wird – ohne zusätzliche Gebühren.
Höhere Freibeträge ab Juli
Zum 1. Juli steigen die Pfändungsfreibeträge. Die Anpassung betrifft Lohn-, Konten- und Unterhaltspfändungen sowie laufende Insolvenzverfahren. Experten warnen jedoch: Arbeitgeber und Dienststellen setzen die höheren Werte oft erst mit Verzögerung um. Betroffenen wird empfohlen, ihre Freibeträge frühzeitig prüfen zu lassen und gegebenenfalls Unterstützung bei der Aktualisierung der Bescheinigungen in Anspruch zu nehmen.
