Kabinett beschließt Fahrprüfungs-Reform: Prüfung von 210 auf 120 Min.
28.05.2026 - 09:10:16 | boerse-global.deMai 2026 eine Reform der Berufskraftfahrer-Qualifikationsverordnung auf den Weg gebracht. Ziel ist es, schneller Personal in die angeschlagene Logistikbranche zu bringen. Die praktische Prüfung wird von 210 auf 120 Minuten verkürzt. Zudem können angehende Fahrer die beschleunigte Grundqualifikation künftig in acht verschiedenen Fremdsprachen ablegen.
Die neuen Regeln sollen noch im Laufe des Jahres 2026 in Kraft treten. Ein weiterer Kernpunkt: Führerscheine aus Drittstaaten, die innerhalb der EU umgeschrieben wurden, erhalten eine breitere Anerkennung. Die Branche kämpft seit Jahren mit massivem Personalmangel – die Reform soll Abhilfe schaffen, ohne die Sicherheitsstandards zu vernachlässigen.
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E-Learning für gefährliche Berufe
Auch bei der Ausbildung für Risikoberufe tut sich etwas. Die Südtiroler Landesregierung hat am 22. Mai 2026 E-Learning für Arbeitsschutzkurse in mittleren und hohen Risikokategorien genehmigt. Die Module umfassen acht beziehungsweise zwölf Unterrichtsstunden.
Die Entscheidung basiert auf einer Vereinbarung vom April 2025 und den Erfahrungen mit der Copernicus-Plattform. Zwischen 2017 und 2025 nutzten 11.738 Beschäftigte die Plattform für mittlere Risikostufen, 232 absolvierten die Hochrisiko-Module. In der Privatwirtschaft bieten Schulungsanbieter wie die Schiffner Consult GbR derzeit Grund- und Auffrischungskurse für Gefahrgutbeauftragte an – für Straße (ADR), Schiene (RID) und See (IMDG). Die Kurse bereiten gezielt auf die Prüfungen der Industrie- und Handelskammern vor.
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Strengere Regeln für Airbags und Verpackungen
Besondere Vorschriften gelten für den Transport spezifischer Gefahrgüter. Wer Airbags und Gurtstraffer (UN3268, Kategorie P1) befördert, braucht einen beschränkten Sachkundenachweis nach der Ersten Sprengstoffverordnung (1. SprengV). Experten der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) empfehlen mindestens sechs Schulungsstunden. Eine Ausnahme gilt für bereits eingebaute Komponenten – lose Teile unterliegen jedoch strikten Auflagen.
Im Verpackungssektor wachsen die Anforderungen ebenfalls. Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) bringt neue Pflichten für den Handel. Bis August 2026 müssen Unternehmen vor dem Markteintritt einen Compliance-Nachweis erbringen. NTT DATA Business Solutions hat seine technischen Lösungen erweitert, um Materialstammdaten und Stücklisten mit den neuen Vorgaben zu verknüpfen.
Gefahrenabwehr: Von Hamburg bis Kalifornien
Die Bedeutung strenger Sicherheitsstandards zeigt sich in aktuellen Einsätzen. Am 27. Mai 2026 rückte ein Spezialeinheit zur Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg aus – ein Umschlag mit weißem Pulver entpuppte sich als Süßstoff. Einen Tag zuvor musste ein ICE von München nach Hamburg in Ulm evakuiert werden: Benzin-Dämpfe aus einem Kanister im Gepäck eines Fahrgasts hatten den Alarm ausgelöst.
In Vietnam koordinierte das Industrie- und Handelsministerium der Provinz Ninh Binh am 25. Mai eine Zivilschutzübung für Chemieunfälle an einem Kohlekraftwerk. In Kalifornien wurde am 27. Mai die Evakuierung von rund 50.000 Einwohnern in Garden Grove aufgehoben. Die Behörden hatten einen Chemietank stabilisiert, aus dem seit dem 21. Mai Methylmethacrylat-Dämpfe ausgetreten waren.
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