Brain Drain in Europa: Die unterschätzte Auswanderung
10.06.2026 - 11:48:10 | presseportal.deAuffällig an der jüngsten Entwicklung ist vor allem der Einbruch bei den Rückkehrern: Ihre Zahl sank von 66.460 (2019) auf 49.488 (2024), also um 26 %.
Deutschland steht mit dieser Entwicklung nicht allein. DataPulse Research hat die Aus- und Rückwanderung nach Geburtsort in 19 europäischen Ländern ausgewertet, und in 17 davon verlassen mehr Menschen das Land, als zurückkehren.
Vier Befunde stechen besonders heraus:
Die Gründe für eine Auswanderung sind meist vielfältig und individuell. Treiber sind unter anderem höhere Bruttogehälter, Steuerlast, Karrierechancen, Wohnkosten, Sprache und Lebensqualität.
Was die Abwanderung kostet, was in Europa bleibt
Die Studie schätzt den jährlichen Steuerausfall durch Abwanderung auf 1,1 bis 2,1 Milliarden Euro, kumuliert 11 bis 21 Milliarden Euro über ein Jahrzehnt. Dieser Verlust wird durch Zuzug aus der EU nur teilweise ausgeglichen: Deutschland war 2023 zwar der größte Nettoempfänger innereuropäischer Arbeitsmigration, doch dieser Ausgleich ist partiell und schrumpft. 2024 kippte der EU-Binnensaldo bereits ins Negative.
Wichtig ist auch der kontinentale Befund: Rund 84 % der in Deutschland geborenen Auswanderer bleiben in Europa, nur etwa 16 % verlassen den Kontinent. Was auf nationaler Ebene als Verlust zählt, ist mit Blick auf den ganzen Kontinent vor allem eine Umverteilung von Humankapital.
Die vollständige Studie mit interaktivem Länder-Explorer und Methodik ist unter https://www.datapulse.de/brain-drain-eu verfügbar.
Über die Studie
Die Brain-Drain-Studie 2026 wertet Migrationsdaten von 19 europäischen Ländern aus. Datenquellen: Eurostat (Wanderungen zum Geburtsort und zur Staatsbürgerschaft), OECD Taxing Wages 2025, Destatis und BiB/GERPS-Panel. Neun EU-Staaten (u. a. Frankreich, Polen, Portugal, Dänemark) sind nicht enthalten, weil sie keine geburtsortsbasierten Auswanderungsdaten erfassen. Die vollständige Methodik ist in der Studie dokumentiert.
Über DataPulse Research
DataPulse Research ist ein unabhängiges Datenstudio mit Fokus auf Datenjournalismus und datengetriebene Visualisierungen. Wir machen komplexe Zusammenhänge verständlich und setzen Zahlen in einen klaren Kontext. Unsere Studien erscheinen regelmäßig in Medien wie Zeit, FAZ, Tagesschau, Welt, Focus, Bild, Statista und Wikipedia.
Pressekontakt:
DataPulse Research
presse@datapulse.de
+49 1575 7156873
www.datapulseresearch.com
Original-Content von: DataPulse GmbH übermittelt durch news aktuell
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
