Russland, Ukraine

EU arbeitet an 20. Paket mit Russland-Sanktionen

14.11.2025 - 15:36:58 | dpa.de

Russland da treffen, wo es weh tut: Das ist das Ziel der EU-Sanktionen. Chefdiplomatin Kaja Kallas arbeitet nach eigenen Angaben an einem neuen Paket.

EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas will mit Sanktionen Russlands Fähigkeit zur Kriegsführung einschränken. - Bild: Fabian Sommer/dpa
EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas will mit Sanktionen Russlands Fähigkeit zur Kriegsführung einschränken. - Bild: Fabian Sommer/dpa

Die EU hat angesichts des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit Arbeiten an einem neuen Sanktionspaket begonnen. Das kündigte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas nach einem Treffen mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und anderen Kollegen in Berlin an. Kallas sagte: «Kriege werden von demjenigen verloren, dem zuerst das Geld oder die Soldaten ausgehen.» Deswegen müssen man weiterhin mit Sanktionen auf Russland Druck ausüben.

Die frühere estnische Regierungschefin lobte in diesem Zusammenhang auch die jüngsten von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump verhängten Strafmaßnahmen gegen russische Ölkonzerne. «Sanktionen funktionieren besser, wenn sie ergänzt werden durch die Unterstützung der internationalen Partner», sagte sie. Die neuen amerikanischen Sanktionen entzögen Russland bereits Ressourcen für den Krieg gegen die Ukraine.

19. Sanktionspaket ist seit Oktober in Kraft

Das nächste EU-Sanktionspaket wäre bereits das 20. wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Das 19. trat im Oktober in Kraft und zielt wie die US-Sanktionen insbesondere darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl weiter zu reduzieren. Dazu gilt ein vollständiges Importverbot von Flüssigerdgas (LNG) aus Russland schon 2027 und damit ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Zudem gelten weitere Strafmaßnahmen im Finanzsektor und im Handelsbereich sowie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit russischer Diplomaten innerhalb der EU.

Zu möglichen neuen Maßnahmen im 20. Sanktionspaket machte Kallas in Berlin zunächst keine Angaben. Nach Angaben von Brüsseler Diplomaten könnten unter anderem weitere russische Energiekonzerne und Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte ins Visier genommen werden.

Über die sogenannte Schattenflotte versucht Moskau seit Jahren, einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Dafür werden meist veraltete Schiffe und verschiedene Methoden genutzt, um die Herkunft von Ölladungen zu verschleiern. Mitunter wird der Transponder des satellitengestützten automatischen Schiffsidentifizierungssystems (AIS) ausgeschaltet oder manipuliert, manchmal Öl auf hoher See zwischen Tankern umgeladen.

de | ausland | 68357855 |

Weitere Meldungen

Wie lange hält die Gipfelharmonie mit Trump?. Die Hoffnung auf Frieden bringt sie nun wieder zusammen. Das bietet neue Chancen. Der Iran-Krieg hat die USA und die Europäer entzweit. (Ausland, 17.06.2026 - 15:29) weiterlesen...

Fünf Lehren aus dem G7-Gipfel. Die Hoffnung auf Frieden bringt sie nun wieder zusammen. Und das bietet Chancen für die Lösung eines weiteren Konflikts. Der Iran-Krieg hat die USA und die Europäer entzweit. (Ausland, 17.06.2026 - 02:55) weiterlesen...

Ukrainischer Kampfjet abgestürzt - Piloten tot. Der Verlust eines noch aus sowjetischer Zeit stammenden Bombers und seiner Besatzung schmerzt Kiew sehr. Die Ukraine setzt sich gegen die russische Invasion mit allem zur Wehr, was sie hat. (Ausland, 16.06.2026 - 21:14) weiterlesen...

'Tag der Hoffnung' für Ukraine und Golfregion Die USA und führende europäische Staaten wollen den Druck auf Russland weiter erhöhen, um ein Ende des Ukraine-Kriegs zu erzwingen. (Boerse, 16.06.2026 - 20:01) weiterlesen...

Merz: «Tag der Hoffnung» für Ukraine und Golfregion. Nun geht es beim G7-Gipfel auch wieder um die Ukraine. Trump sucht das Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten. Und den Europäern. Die USA sehen ein Ende des Krieges mit dem Iran. (Ausland, 16.06.2026 - 19:22) weiterlesen...

Merz: Russland war nie erfolgreich bei Aggressionskriegen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht Russland im Krieg gegen die Ukraine gescheitert.Es sei historisch richtig, dass Russland "immer gut in der Defensive" war, um Angriffe abzuwehren, aber das Land sei "in seiner Geschichte nie sehr erfolgreich gewesen, Aggressionskriege zu führen, also offensiv Erfolg zu haben", so der deutsche Bundeskanzler am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian.Er habe den Eindruck, dass US-Präsident Donald Trump sich "nach und nach für diese Einschätzung auch öffnet und mit uns zusammen jetzt einen Weg sucht, diesen Krieg zu beenden", so Merz am Dienstagabend vor Journalisten.Man habe gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj den amerikanischen Präsidenten wissen lassen: "Wir sind bereit zu Friedensgesprächen, allerdings müssen diese Gespräche am richtigen Punkt ansetzen", sagte der Bundeskanzler.Nicht hinnehmbar sei Russlands Forderung, dass die Ukraine den freien Teil des Donbas aufgeben muss, so Merz. (Politik, 16.06.2026 - 18:30) weiterlesen...