Wohngeld-Reform, Milliarden

Wohngeld-Reform: 1,5 Milliarden Euro Einsparung ab Januar 2027

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 17:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bundeskabinett beschließt drastische Wohngeldkürzungen ab 2027. Jeder dritte Empfänger verliert Anspruch, Länder warnen vor Mehrbelastung.

Wohngeld-Reform 2027: Kabinett beschließt massive Kürzungen
Wohngeld-Reform - Ein stilisierter Turm aus Euro-Münzen mit einem nach unten zeigenden Pfeil vor einer verschwommenen Stadtsilhouette, der Einsparungen symbolisiert. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab 2027 sollen die Ausgaben um 1,5 Milliarden Euro sinken.

Harte Einschnitte ab Januar

Bauministerin Verena Hubertz (SPD) legte die Pläne am Montag vor. Sie sind Teil der Konsolidierungsmaßnahmen für den Bundeshaushalt 2027. Finanzminister Klingbeil muss eine Deckungslücke von rund 34 Milliarden Euro schließen. Der Wohngeld-Sektor liefert nun einen erheblichen Beitrag.

Die Nettoentlastung fällt etwas geringer aus. Für 2027 rechnet die Regierung mit einer Ersparnis von 1,16 Milliarden Euro. Ab 2028 sollen es jährlich 1,5 Milliarden Euro sein. Bund und Länder teilen sich die Einsparungen jeweils zur Hälfte.

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Wer verliert seinen Anspruch?

Die Reform greift zum 1. Januar 2027. Kernpunkte sind die Aussetzung der Wohngeld-Dynamisierung und die Halbierung der Heizkostenkomponente. Auch die Berechnungsformel wird grundlegend geändert.

Die Folge: Rund jeder dritte derzeitige Empfänger fällt aus dem System. Besonders hart trifft es Haushalte mit einem Anspruch zwischen 50 und 60 Euro – sie verlieren ihn komplett. Für bereits bewilligte Bescheide gilt Bestandsschutz bis zum Ende des Bewilligungszeitraums.

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Kritik aus den Ländern

Die Empfängerstruktur macht die Härte der Reform deutlich. 2024 bezogen 1,2 Millionen Haushalte Wohngeld – insgesamt 4,7 Milliarden Euro. 52 Prozent der Empfänger sind Rentner, 44 Prozent Familien.

Die Bundesländer reagieren alarmiert. Bremen Bausenatorin Özlem Ünsal und Baden-Württembergs Bauministerin Theresa Schopper warnen vor einer reinen Lastenverlagerung. Viele Betroffene könnten in die Grundsicherung rutschen. Die Mehrausgaben dafür: rund 300 Millionen Euro für den Bund, 33 Millionen für die Kommunen. Experten befürchten eine zusätzliche Belastung der kommunalen Haushalte.

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