ChatGPT, Werbeplattform

ChatGPT wird Werbeplattform: Zielgruppen-Filter und automatisierte Anzeigen ab sofort

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 17:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

OpenAI führt neue Werbefunktionen für ChatGPT ein, darunter Zielgruppen-Targeting und automatisierte Anzeigenerstellung. Das Unternehmen peilt Milliarden-Einnahmen an.

OpenAI erweitert ChatGPT-Werbung: Zielgruppen-Filter und automatische Anzeigen
ChatGPT - Leuchtendes ChatGPT-Logo umgeben von digitalen Grafiken und Symbolen für Zielgruppen-Targeting, Werbekennzahlen und Datenschutzkontrollen. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

KI-Assistent wird zur Werbeplattform: Neue Zielgruppen-Filter und automatisierte Anzeigen-Generierung ab sofort verfügbar.

OpenAI hat seine Werbefunktionen für ChatGPT grundlegend erweitert. Seit heute können Unternehmen ihre Anzeigen gezielt auf bestimmte Nutzergruppen ausrichten und Kampagnen teilweise automatisch erstellen lassen. Der Schritt markiert eine deutliche Annäherung an klassische digitale Werbemodelle.

Zielgruppen-Targeting und automatisierte Anzeigen

Die neue Funktion „Audiences" erlaubt Werbekunden, eigene Kundendaten wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern hochzuladen. Daraus generiert das System spezifische Filter, um Anzeigen nur bestimmten Nutzern auszuspielen. Parallel dazu startet die „generate ads for you"-Funktion: Sie entwirft auf Basis der Unternehmenswebsite und Kampagneneinstellungen automatisch Anzeigentexte. Werbetreibende können diese Entwürfe vor der Veröffentlichung prüfen und anpassen. Auch das Duplizieren bestehender Anzeigen ist nun möglich – das vereinfacht die Verwaltung größerer Kampagnen.

Datenschutz und Sichtbarkeit

Trotz der neuen Zielgruppenfilter betont OpenAI, dass Anzeigen weiterhin primär auf Basis des Gesprächskontexts ausgespielt werden – nicht über reines Keyword-Matching. Das Unternehmen verkaufe keine Nutzerdaten an Werbekunden, und Anwender behielten über ein Datenverwaltungsmenü die Kontrolle über ihre Privatsphäre.

Aktuell sehen Nutzer des kostenlosen Zugangs sowie des „Go"-Plans (rund 8 Euro monatlich) die Werbeeinblendungen. Diese sind klar als gesponserte Inhalte gekennzeichnet und beeinflussen laut OpenAI nicht die inhaltliche Korrektheit der KI-Antworten. Wer die Anzeigen deaktivieren möchte, muss allerdings mit einer Reduzierung der verfügbaren kostenlosen Nachrichten rechnen.

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Milliarden-Ambitionen und Marktentwicklung

Die Neuerungen folgen auf den vollständigen Start des OpenAI Ads Manager in den USA Anfang Mai 2026. Das System verlangt dort für bestimmte Stufen eine Mindestausgabe von 50.000 Euro, bietet aber auch Selbstbedienungs-Optionen für kleine und mittlere Unternehmen. Die aktuellen Marktpreise liegen bei 14 bis 23 Euro pro tausend Einblendungen (CPM), die Kosten pro Klick (CPC) zwischen 2,80 und 4,60 Euro.

OpenAI peilt für das laufende Jahr Werbeeinnahmen von umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro an. Branchenbeobachter stützen diese Erwartung: Daten aus dem Juni 2026 zeigen, dass von KI-Plattformen vermittelter Traffic mit einer um bis zu 42 Prozent höheren Rate konvertiert als traditionelle Quellen.

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Wettbewerb verschärft sich

OpenAI ist nicht allein auf dem Feld. Bereits im Juni wurden Produktfeeds in ChatGPT-Anzeigen integriert, und mehrere Werbeplattformen führten spezielle Server-Protokolle für KI-gesteuerten Traffic ein. Google schaltet inzwischen in mehreren Ländern Anzeigen in seinen KI-Übersichten – darunter den USA, Kanada, Australien und Indien. Und der Newcomer Profound launchte heute eine „Ads Studio"-Plattform mit neuen Kennzahlen wie „Paid Share of Voice" und „Ads Relevance Scores", basierend auf einem Datensatz von knapp zwei Milliarden Nutzeranfragen.

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