Wildkräuter, Pilze

Wildkräuter und Pilze: Neue Studien belegen Schutz vor Nierenalterung

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 04:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Regionale Kurse vermitteln den sicheren Umgang mit Wildpflanzen und Pilzen, während Trockenheit die Ernte erschwert und Studien Pflanzenstoffe untersuchen.

Wildkräuter und Pilze: Wissen, Artenvielfalt und neue Forschung
Eine blühende Wildkräuterwiese an einem sonnigen Tag mit Fokus auf verschiedene heimische Heilpflanzen. Illustration mit AI erstellt.

Regionale Bildungsangebote, Exkursionen und Praxisseminare vermitteln zunehmend Fachwissen über das Bestimmen, Sammeln und Verarbeiten heimischer Wildkräuter und Pilze. Im Mittelpunkt dieser Initiativen steht das Ziel, natürliche Ressourcen für die Ernährung sowie die präventive Gesundheitsvorsorge im Alltag nutzbar zu machen. Zahlreiche Institutionen und Vereine setzen dabei auf praktische Anleitungen direkt in der Natur oder in Lehrküchen.

Praxisnahe Wissensvermittlung in Workshops und Lehrgängen

Um Wildpflanzen sicher von ungenießbaren oder giftigen Doppelgängern zu unterscheiden, bieten Volkshochschulen und Kultureinrichtungen spezialisierte Kurse an.

So organisierte die Kreisvolkshochschule Saarlouis am 13. September 2026 einen Wildkräuterworkshop im Technisch-Gewerblichen und Sozialpflegerischen Berufsbildungszentrum Saarlouis. Unter der Leitung von Gesundheitsberaterin Margit Both-Weber lernten Teilnehmende gegen eine Gebühr von 20 Euro inklusive Kochpauschale Grundlagen der Bestimmung und Verarbeitung kennen.

Ähnliche Konzepte verbinden das Sammeln unmittelbar mit der kulinarischen Zubereitung: An der Burg Vischering in Lüdinghausen wird ein Wildkräuterspaziergang mit anschließendem Kochen angeboten. Bei einer Teilnahmegebühr von 69 Euro und einer Begrenzung auf maximal 12 Teilnehmende richtet sich das Format ausdrücklich an Interessierte ohne Vorkenntnisse.

Begleitend zu geführten Kursen schaffen Kommunen frei zugängliche Lernorte. In Wiesentheid wurde neben dem Spielplatz Am Lindachsgraben der Heckenlehrpfad „Die Hecke um die Ecke“ eröffnet. Die interaktiven Stationen sind kostenfrei nutzbar und beinhalten Audiodateien, die von Kindergartenkindern eingesprochen wurden.

In Silz in der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels entstand mit LEADER-Förderung der Klima- und Naturerlebnispfad Silz. Er umfasst zwei Rundwege – die Seerunde und die Waldrunde – und kombiniert interaktive Stationen mit Audiobeiträgen in leichter Sprache sowie digitalen Inhalten in der regionalen Erlebnis-App.

Pilzkunde und Bestimmungsangebote im Spätsommer

Neben Kräutern rücken im Herbst Pilze als Nährstoff- und Naturheilkundequelle in den Fokus. Die Artenvielfalt ist dabei beträchtlich: Allein in Bayern existieren rund 6000 Pilzarten, wie im Rahmen einer Pilzwanderung des Hauses am Strom im Neuburger Wald bei Passau hervorgehoben wurde. Der dortige Experte Alois Zechmann gab an, etwa 300 bis 400 Arten selbst zu kennen.

Zur sicheren Bestimmung dienen spezialisierte Ausstellungen. In der Arberlandhalle in Bayerisch Eisenstein ist für den 19. und 20. September 2026 die Ausstellung „Woizerl, Doberniggl und Hodersau – Pilze ohne Grenzen“ angesetzt, die bei freiem Eintritt rund 200 heimische Arten präsentiert.

Auch die Naturschutzstation Schwerin des BUND setzt auf Aufklärung: Neben einer Pilzausstellung mit Beratung am 26. und 27. September bestimmen dort Fachleute mitgebrachte Funde. Zusätzliche kostenfreie Beratungstermine finden unter anderem am 21. und 25. September sowie am 10. Oktober statt.

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Witterungseinflüsse und alternative Versorgungswege

Die Bedingungen für Sammler hängen stark von klimatischen Faktoren ab. Pilzberater Dieter Kunadt, der vom Landkreis bestellt ist und Führungen durch den Auenwald in Geringswalde leitet, berichtete von ausbleibender Artenvielfalt infolge anhaltender Trockenheit, wobei Rotkappen erwartet werden.

Am Hochrhein und im Südschwarzwald bezeichnete Pilzexperte Albert Ross das laufende Jahr gar als das schlechteste in seiner über 50-jährigen Sammeltätigkeit.

Nach Angaben von Vincenzo Tufaro war der Waldboden infolge der Dürre seit Juni bis zu 40 Zentimeter tief ausgetrocknet, wodurch Sommerpilze wie Pfifferlinge und Steinpilze ausfielen. Um Bestände wie Wiesenchampignons oder Maronenpilze wachsen zu lassen, sei eine Dauerregenphase von drei Tagen bis zu einer Woche erforderlich.

Als wetterunabhängige Alternative dient die kontrollierte Kultivierung. Familie Wild in Unterpleichfeld züchtet bereits seit 1993 Pilze wie Shii-Take, Austern- und Kräuterseitlinge und richtete ein entsprechendes Pilzfest zum 30. Mal aus.

Ergänzend zu Pilzen unterstützen Netzwerke den Austausch von Kultur- und Nutzpflanzen: Die Bergische Gartenarche veranstaltet am 20. September 2026 eine herbstliche Pflanzentausch- und Saatgutbörse auf dem historischen Bahnsteig des Bahnhofs Loh in Wuppertal, die kostenfrei besucht werden kann.

Auf ernährungsbezogene Aspekte zielte zudem das am 10. September 2026 in Koblenz gestartete Bio-Mobil des EU-Projekts „Grenzenlos Bio“ ab, dessen Programm bis zum 20. September reicht und Aktionen wie die Verwertung geretteter Lebensmittel umfasst.

Naturstoffforschung bestätigt physiologische Potenziale

Dass Pflanzenstoffe messbare Effekte auf die Gesundheit entfalten können, untermauern kontinuierlich publizierte pharmakologische Untersuchungen. Eine am 21. August 2026 im Fachmagazin Chinese Journal of Natural Medicines veröffentlichte Studie zeigte, dass der Naturstoff Hederagenin, welcher unter anderem in Efeu und Schwarzkümmel vorkommt, das Klotho-Gen reaktivieren kann.

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Die anhaltende Trockenheit hat in vielen Regionen die Pilzsaison ausfallen lassen — Pfifferlinge und Steinpilze blieben aus. Wer trotzdem sicher ernten will, braucht eine klare Sammel-Checkliste und wetterunabhängige Alternativen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt beides. Sammel-Checkliste jetzt sichern

In Tierversuchen an Mäusen verringerte die Substanz Nierenalterung, Fibrose und DNA-Schäden. Eine zwölfwöchige orale Verabreichung führte zu einer verbesserten Nierenfunktion, einer Senkung des Serumkreatinins sowie zu reduzierten Werten bei der 24-Stunden-Proteinurie.

Derartige Forschungsergebnisse verdeutlichen die wissenschaftliche Relevanz jener pflanzlichen Inhaltsstoffe, deren Grundlagen in regionalen Bildungsangeboten vermittelt werden.

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