Vitamin C: DGE empfiehlt Erwachsenen täglich 95 bis 110 Milligramm
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der gesundheitlichen Vorsorge nehmen pflanzliche Wirkstoffe eine zentrale Rolle ein, insbesondere wenn es um die Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte geht. Ernährungswissenschaftler und Mediziner betonen dabei die Bedeutung einer ausgewogenen Lebensweise, in der spezifische Zusätze wie Kurkuma und Ingwer unterstützend wirken können, ohne jedoch eine medizinische Behandlung zu ersetzen.
Die Rolle von Kurkuma und Ingwer in der täglichen Ernährung
Die Ernährungswissenschaftlerin Marissa Perrotta von Peaceable Nutrition & Wellness empfiehlt zur Unterstützung des Immunsystems die tägliche Aufnahme eines Morgen-Getränks. Die Rezeptur besteht aus Apfelessig, Ingwerwurzel, Kurkuma, Zitrone und Pfeffer, welche mit Wasser verdünnt wird.
Laut Berichten aus dem Oktober 2026 nutzt Perrotta diese Kombination regelmäßig, da das in der Kurkumawurzel enthaltene Kurkumin über erforschte antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften verfügt.
Ingwer wird unterdessen seit Jahrtausenden in der traditionellen chinesischen und indischen Heilkunde verwendet. Ihm werden potenzielle antioxidative und antimikrobielle Wirkungen zugeschrieben.
Perrotta stellt jedoch klar, dass diese Inhaltsstoffe kein „Wundermittel“ gegen Grippe oder schwere Infektionen darstellen. Ein funktionierendes Immunsystem benötige eine breitere Basis, die aus einer ausreichenden Zufuhr von Proteinen, Obst und Gemüse sowie ausreichend Schlaf und Bewegung besteht.
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Wissenschaftliche Einordnung und traditionelle Anwendungen
Auch andere Experten verweisen auf die Vorteile pflanzlicher Getränke. Sadhguru von der Isha Foundation empfahl ein warmes Getränk aus heißem Wasser, Honig und Kurkuma, optional ergänzt um Minze oder Korianderblätter, um insbesondere während der Grippesaison die Atemwege zu unterstützen. Er wies darauf hin, dass Honig laut einer im Fachmagazin BMJ Evidence-Based Medicine im Jahr 2023 veröffentlichten Studie Hustensymptome bei Infektionen der oberen Atemwege lindern kann.
Während Menthol in der Minze kühlend wirkt, enthält Koriander potenziell antimikrobielle Pflanzenstoffe. Dennoch sei die wissenschaftliche Evidenz für eine direkte Wirkung gegen Grippeviren begrenzt.
Im Kräuterhandel wird saisonal eine steigende Nachfrage nach solchen Wirkstoffen verzeichnet. Der Kräuterhändler Mehmet Gi?io?lu beobachtet, dass Kunden verstärkt nach Ingwer, Kurkuma, Schwarzkümmel, Eibischblüte und Lindenblüte suchen, um Krankheiten vorzubeugen.
In Adana berichtete der Händler Ahmet Karaca ebenfalls von einer erhöhten Nachfrage nach Salbei und Lindenblüten, besonders für Kinder, da mit sinkenden Temperaturen die Fallzahlen von Erkältungen steigen.
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Risiken und Grenzen der Selbstbehandlung mit Hausmitteln
Trotz der positiven Eigenschaften mahnen Mediziner und Experten zur Vorsicht. Bei chronischen Erkrankungen, Schwangerschaft oder der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten sollte vor der Nutzung von Kräuterprodukten ein Arzt konsultiert werden.
Der Kinderarzt Peter Voitl warnt zudem vor spezifischen Risiken bei der Behandlung von Kindern. So dürfen Säuglinge unter einem Jahr keinen Honig erhalten, da die Gefahr von Säuglingsbotulismus besteht. Zudem rät er von heißen Dampfinhalationen oder Kartoffelwickeln ab, da hier ein erhebliches Verbrühungsrisiko besteht.
Ein Blick auf die Studienlage relativiert zudem verbreitete Annahmen über Vitamine. Eine Cochrane-Übersicht von Hemilä und Chalker aus dem Jahr 2013 ergab, dass eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin C Erkältungen bei den meisten Menschen nicht zuverlässig verhindert, wenngleich sie die Krankheitsdauer geringfügig verkürzen kann.
Während Ingwer von der Kommission E (BfArM) bei Verdauungsbeschwerden anerkannt ist, bleibt die Beleglage für eine Vorbeugung gegen Erkältungen uneinheitlich.
Zur Deckung des Vitamin-C-Bedarfs, der laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene zwischen 95 und 110 Milligramm pro Tag liegt, können Lebensmittel wie Orangen beitragen. 100 Gramm der Frucht enthalten fast 50 Milligramm Vitamin C. Experten betonen abschließend, dass neben der Ernährung auch Hygienemaßnahmen und medizinische Prävention, wie etwa Schutzimpfungen gegen Grippe oder RSV-Immunisierungen für Säuglinge, wesentliche Säulen der Gesundheitsvorsorge bleiben.
