Videospiele, Studie

Videospiele: Studie belegt Gedächtnis-Verbesserung, warnt vor Shootern

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 13:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Forschung zeigt: Nicht die Spieldauer, sondern das Genre bestimmt die kognitiven Effekte von Videospielen bei Jugendlichen.

Videospiele-Studie 2026: Strategie fördert, Shooter schaden dem Gehirn
Videospiele - Hand eines Kindes interagiert mit einer holografischen Projektion von Hirnaktivität und Datenpunkten in einem Klassenzimmer. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Antwort ist differenzierter als gedacht.

Spielzeit allein sagt wenig aus

Eine aktuelle Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL Krems) brachte 2026 Klarheit. Die Forscher untersuchten 3.854 Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren und fanden: Die reine Spieldauer lässt keine direkten Rückschlüsse auf kognitive Fähigkeiten zu. Viel entscheidender ist, was gespielt wird.

Strategie- und Rollenspiele zeigten positive Effekte auf logisches Denken und Sprache. Bei Shooter-Spielern hingegen stieg die Neigung zur Internet Gaming Disorder – und damit verbunden schlechtere kognitive Leistungen.

Gedächtnis als Gewinner

Eine globale Meta-Analyse der Shanghai Normal University wertete 133 Studien mit 14.245 Teilnehmenden aus dem Zeitraum 2005 bis 2025 aus. Das Ergebnis: Videospiele zeigen eine schwache positive Korrelation mit kognitiver Leistung. Der einzige robuste Bereich mit signifikanten Verbesserungen: das Gedächtnis.

Positive Einflüsse gab es zudem bei kognitiver Flexibilität, Problemlösungskompetenz und räumlichem Denken.

Schulen schlagen Alarm

Trotz dieser Potenziale berichten Lehrkräfte von wachsenden Problemen. Eine Berliner Gymnasiallehrerin beobachtet sinkende Aufmerksamkeitsspannen und nachlassende Bereitschaft für geistige Anstrengungen – ihrer Einschätzung nach eine Folge der ständigen Smartphone-Verfügbarkeit.

Die Politik reagiert. Rheinland-Pfalz plant eine landesweite Regelung zur Handynutzung an Schulen. Schleswig-Holstein testet am Gymnasium Wentorf bei Hamburg smartphonefreie Klassen – mit ersten positiven Effekten auf Konzentration und Sozialverhalten.

Die Schattenseiten frühen Medienkonsums

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Eine Medienpädagogin betont: Phasen der Langeweile und ausreichend Bewegung sind für die kindliche Entwicklung essenziell.

Analoge Alternativen wirken

Nicht alles muss digital sein. In Stadtroda zeigte eine Seniorenbegegnungsstätte am 7. Juli 2026, wie Domino, Quiz und Brettspiele gezielt das Gedächtnis trainieren.

In Ruhpolding enden am 9. Juli die Walderlebnisspiele. Seit 2006 nahmen rund 48.000 Kinder teil. Aktuell waren 2.200 Drittklässler dabei – sie lernten spielerisch mit einer Robin-Hood-Thematik.

Vom Game zum echten Einsatz

Dass Gaming-Fähigkeiten auch in der Realität wirken, zeigt ein ukrainischer Kämpfer. Seine jahrelange Erfahrung mit „DayZ“ bilde eine wesentliche Grundlage für präzises Drohnensteuern.

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