Urban, Farming

Urban Farming: Tiny Forest mit 5.000 Setzlingen eröffnet in Wattenscheid

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 15:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Praktische Ernährungsbildung erlebt einen Aufschwung. Immer mehr Bildungseinrichtungen setzen auf Schulgärten und Urban Farming als Lernorte.

Schulgärten und Urban Farming: Boom der grünen Bildung
Urban - Kinder pflanzen Gemüse in einem Schulgarten. Nahaufnahme von Händen, die Setzlinge in die Erde setzen, umgeben von grünen Pflanzen. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Immer mehr Bildungseinrichtungen setzen auf praktische Ernährungsbildung.

Die Projekte verbinden ökologisches Wissen mit praktischer Anwendung. Dahinter steckt das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Kindergärten, Schulen und Hochschulen machen mit.

Lehramtsstudierende lernen Gartenbau

Ein Schlüssel für mehr Schulgärten ist die Ausbildung der Pädagogen. Die TU Dresden bietet seit 2022 das Projektseminar „BildungsAcker“ im Botanischen Garten an. Prof. Dr. Nicole Raschge und Jana Markert leiten das Vorhaben.

Pro Semester sammeln bis zu 25 Lehramtsstudierende Praxis im nachhaltigen Gemüseanbau. Sie übernehmen eigene Ackerflächen und lernen alle Phasen: von der Beetplanung über die Bodenbearbeitung bis zur Ernte. Ziel ist, dass angehende Lehrer später Schulgartenarbeit fest im Unterricht verankern. Auch außerschulische Lernorte und Schulpartnerschaften stehen auf dem Programm.

Kitas und Stadtgärten als neue Lernorte

Auch in der frühkindlichen Bildung wächst das Angebot. Die Kita Wiesenzauber in Ober-Widdersheim erhielt am 8. Juli die Zertifizierung als Kneipp-Kita. Ein Schwerpunkt: Ernährung und Heilpflanzen. Die Einrichtung bekam einen Dörrautomat und ein Insektenhotel für die praktische Arbeit.

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Urbane Grünflächen werden ebenfalls zu Bildungsorten. Im südlichen Stadtgarten von Wattenscheid eröffnete am 8. Juli ein „Tiny Forest“. Auf 10.000 Quadratmetern pflanzte die Stadt rund 5.000 Setzlinge und 20 Obstbäume. Das Projekt kostete 1,2 Millionen Euro und dient als grünes Klassenzimmer – etwa für das Märkische Gymnasium. Rund 90 Prozent der befragten Oberstufenschüler befürworten solche Renaturierungsmaßnahmen.

Urban Farming mit sozialem Nutzen

Die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 treibt bereits jetzt den Ausbau von Nutzgärten voran. In Dortmund starteten 2025 35 Projekte mit einem begleitenden Bildungsprogramm. Die Schwerpunkte: Urban Farming und Teilhabe. Die Fördermittel für das laufende Jahr sind bereits vollständig ausgeschöpft.

Langzeitmodelle wie die Leipziger Tafelgärten zeigen die soziale Komponente. Seit 2007 bauen dort Langzeitarbeitslose unter Fachanleitung Gemüse, Kräuter und Obst für Bedürftige an. Die Flächen decken rund 25 Prozent des Bedarfs der etwa 25.000 Kunden der Leipziger Tafel.

Regionale Kooperationen und Pilotprojekte

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Das Bewusstsein für lokale Kreisläufe wächst auch in kleineren Projekten. Eine Kita in Brebach startete im Juli ein Bienenprojekt in einem Stadtteilgarten. Kinder helfen bei der Gestaltung von Bienenstöcken. Eine Imkerei und der Einzelhandel unterstützen das Vorhaben. Für September ist eine Wildblumenaussaat geplant – zur Sicherung der Bestäuber und damit der Obst- und Gemüseernte.

Neue Wege in der Verwertung testet Sylt. Für den Herbst 2026 ist ein Pilotprojekt angekündigt: Nicht verkaufte Backwaren werden in einer solargestützten Anlage kompostiert. Der Kompost soll öffentliche Grünflächen und Böden verbessern – ein Paradebeispiel für den Kreislaufgedanken in der regionalen Bewirtschaftung.

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