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Soziale Medien: 72% der Jugendlichen fühlen sich abgelenkt

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 19:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Jugendliche schätzen soziale Medien als Wissensquelle, leiden aber unter Ablenkung und Vergleichsdruck. Die JIMplus-Studie zeigt eine ambivalente Nutzung.

JIMplus-Studie 2026: Soziale Medien zwischen Wissensquelle und Ablenkung
Jugendliche mit Smartphones, einige schauen mit gemischten Gefühlen auf die Bildschirme, andere blicken abgelenkt. Fokus auf die Interaktion. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) befragte rund 800 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Das Ergebnis: Ein ambivalentes Verhältnis zu Instagram, TikTok und Co.

Wissen auf Knopfdruck – aber zum Preis der Konzentration

82 Prozent der Befragten sehen soziale Medien als wichtigen Zugang zu Wissen. Gleichzeitig fühlen sich 72 Prozent durch die Dienste abgelenkt.

Die Folgen sind messbar:

  • 55 Prozent klagen über weniger Zeit für Erholung
  • 40 Prozent berichten von nachlassender Konzentrationsfähigkeit
  • 68 Prozent nutzen Plattformen gezielt zur Ablenkung – und landen oft im Gefühl der Zeitverschwendung

Besonders TikTok steht in der Kritik. 13 Prozent der 14- bis 17-Jährigen verbringen täglich mehr als drei Stunden dort. Trotzdem bewerten 39 Prozent den Dienst negativ.

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Vergleichsdruck und KI-Ängste

Die psychische Belastung nimmt zu. 70 Prozent der Jugendlichen empfinden einen hohen Vergleichsdruck. 51 Prozent glauben, andere führten ein besseres Leben als sie selbst. 47 Prozent beneiden Generationen, die ohne soziale Medien aufgewachsen sind.

Hinzu kommt die Verunsicherung durch technologische Entwicklungen: 61 Prozent fühlen sich von KI-generierten Inhalten verunsichert.

Die Konfrontation mit problematischen Inhalten ist alltäglich:

  • 71 Prozent stoßen auf Fake News
  • 43 Prozent begegnen extremen Inhalten
  • 40 Prozent erleben Hassrede

Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) warnt Mitte Juli vor bestimmten Nutzungsmustern. Passive, lange oder nächtliche Nutzung könne mit depressiven Symptomen, Ängsten und Schlafstörungen einhergehen. Warnsignale: Kontrollverlust über die Nutzungsdauer und sozialer Rückzug.

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Regulierung: Jugendliche fordern Mitsprache

Sollte es Altersgrenzen für soziale Medien geben? Die Jugendlichen sind gespalten. 43 Prozent befürworten ein Verbot unter einem bestimmten Alter. 52 Prozent halten solche Maßnahmen für wenig zielführend – Verbote ließen sich leicht umgehen.

Welches Mindestalter wäre sinnvoll? Die Befragten nennen folgende Werte:

  • TikTok und Instagram: 14,5 Jahre
  • Snapchat: 14 Jahre
  • YouTube: 12,5 Jahre

Ein zentraler Kritikpunkt: Die Perspektive junger Menschen werde ignoriert. Weniger als 10 Prozent der Befragten fühlen sich bei der Gestaltung digitaler Rahmenbedingungen ausreichend berücksichtigt.

Die JIM-Studienreihe begleitet diese Entwicklung seit 1998. Die nächste reguläre Erhebung wird am 13. November 2026 in Stuttgart vorgestellt.

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