Schlafmangel, Stunden

Schlafmangel: Schon 1,5 Stunden weniger führen zu Gewichtszunahme

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 03:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Chronische Erschöpfung betrifft immer mehr Beschäftigte. Experten fordern mehr Verantwortung von Firmen und zeigen konkrete Lösungen auf.

Burnout-Prävention: Warnsignale und neue Ansätze für Unternehmen
Schlafmangel - Hände halten sanft ein leuchtendes Licht, im Hintergrund eine verschwommene Büroumgebung, symbolisiert Ruhe und Energie. 10.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Experten sehen sowohl Beschäftigte als auch Unternehmen in der Pflicht.

Psychologische Warnsignale erkennen

Viele Menschen normalisieren Erschöpfungszustände, statt frühzeitig gegenzusteuern. Natalie Spalding, Kursleiterin an der ZHAW, warnte am 9. Juli 2026 vor dieser Entwicklung. Typische Warnsignale sind Schlafprobleme, Gereiztheit und Konzentrationsstörungen.

Resilienz wird oft missverstanden. Es geht nicht um bloßes „Funktionieren“, sondern um aktive Lebensgestaltung. Unternehmen tragen dabei eine Mitverantwortung für die Unternehmenskultur. Kleine, realistische Veränderungen im Alltag sind oft effektiver als große Vorsätze.

Wenn die innere Uhr gegen uns arbeitet

Nur 20 Prozent der Menschen sind Frühaufsteher, sagt Chronobiologe Till Roenneberg. Wer dauerhaft gegen seine innere Uhr lebt, leidet unter Social Jetlag. Die Folgen: erhöhtes Risiko für Übergewicht, Diabetes und mentale Probleme.

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Ständige Müdigkeit und Konzentrationsstörungen sind oft die ersten Anzeichen dafür, dass der Körper aus der Balance geraten ist. Dieser kostenlose Selbsttest hilft Ihnen zu verstehen, ob stille Entzündungen hinter Ihrer Erschöpfung stecken und wie Sie natürlich gegensteuern können. Ursachen für Erschöpfung jetzt prüfen

Schon wenig Schlafmangel zeigt körperliche Wirkung. Eine Studie der Columbia-Universität untersuchte 95 Erwachsene über sechs Wochen. Das Ergebnis: Bereits 1,5 Stunden weniger Schlaf pro Nacht führten zu einer Gewichtszunahme von knapp 0,5 Kilogramm. Die tägliche Inaktivität stieg um 17 Minuten.

Auf zellulärer Ebene rücken Mitochondrien in den Fokus. Urolithin A, ein Stoff aus Granatäpfeln und Walnüssen, könnte die Zellenergie verbessern. In einer Studie mit 66 Senioren steigerte eine tägliche Dosis von 1.000 mg über vier Monate die Muskelausdauer signifikant.

Bewegung als Gegengewicht

Unternehmen setzen auf niedrigschwellige Angebote. Der Automobilzulieferer AUMOVIO mit rund 82.000 Mitarbeitern führte am Standort Frankfurt einen Parcours für Schichtarbeiter ein. In 20-minütigen Einheiten lernen sie Regeneration und gesunden Schlaf direkt im Produktionsalltag.

Langes Sitzen ist ein unterschätztes Risiko. Eine Studie der Universität Glasgow mit über 90.000 Teilnehmern zeigt ein erhöhtes Krebsrisiko bei ununterbrochenen Sitzphasen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, alle 30 bis 60 Minuten aufzustehen. Kurze Bewegungseinheiten wie Treppensteigen liefern laut Studien der University of Georgia mehr Energie als Koffein.

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Wer im Arbeitsalltag unter Zeitdruck steht, vernachlässigt oft die notwendigen Bewegungspausen zur Regeneration. Ein ehemaliger Olympia-Arzt hat 17 einfache Übungen entwickelt, die in nur 3 Minuten täglich Verspannungen lösen und neue Energie liefern. Kostenlose 3-Minuten-Übungen herunterladen

Versorgungslücken bei Erschöpfungserkrankungen

Trotz wachsender Aufmerksamkeit für ME/CFS und Long Covid gibt es regionale Defizite. In Thüringen fehlt zwei Jahre nach einer Landtagsinitiative vom März 2024 noch immer ein zentrales Ärzteverzeichnis. Die Patientenzahlen sind erheblich: 2025 wurden fast 10.000 Patienten ambulant behandelt, stationär waren es rund 700 Fälle.

Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Schätzungsweise 9 Prozent der ME/CFS-Betroffenen in Deutschland gehören zu dieser Altersgruppe. Häufige Auslöser sind Infektionen wie Corona oder Pfeiffersches Drüsenfieber. Die Behandlung erfordert spezialisierte Ansätze wie Pacing, um die begrenzten Energieressourcen zu schonen.

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