Schlafmangel, Minuten

Schlafmangel: 90 Minuten weniger Ruhe führen zu 0,45 kg Gewicht

Veröffentlicht am: 08.07.2026 um 13:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen: Schlafmangel und genetische Faktoren beeinflussen das Gewicht mehr als Willenskraft. Intervallfasten und Krafttraining gelten als besonders effektiv.

Abnehmen ohne Jo-Jo-Effekt: Neue Strategien und Fakten
Nahaufnahme einer halbierten, gedämpften Kartoffel mit aufsteigendem Dampf, im Hintergrund frische Kräuter und ein Holztisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sie gilt als kohlenhydratreich, als Dickmacher. Dabei rücken Ernährungsexperten zunehmend die wertvollen Mikronährstoffe des Wurzelgemüses in den Fokus. Denn richtig zubereitet, kann die Kartoffel durchaus Teil einer ausgewogenen Diät sein.

Das Kochwasser nicht wegkippen

Ein oft übersehener Trick: Das Wasser von gekochten, geschälten und keimfreien Kartoffeln enthält wertvolle Stärke, Vitamine und Mineralstoffe. Statt es einfach wegzugießen, lässt es sich als nährstoffreiche Basis für Suppen und Saucen verwenden. Auch in der Hautpflege oder als natürlicher Dünger findet das Kartoffelwasser Verwendung. Ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung.

Die 4-S-Regel gegen den Jo-Jo-Effekt

Der Erfolg einer Gewichtsabnahme steht und fällt mit der Vermeidung des Jo-Jo-Effekts. Ernährungsexpertin Carina Tessmann betonte bereits im März 2026: Dauerhafte Strategien sind der Schlüssel. Ihr Ansatz: die 4-S-Regel. Mahlzeiten müssen schmecken, sättigen, simpel in der Zubereitung und sozialverträglich sein. Proteine aus Fisch, Fleisch, Eiern oder Hülsenfrüchten spielen dabei eine tragende Rolle – in Kombination mit regelmäßiger Bewegung.

Keine Willensschwache: Das Gehirn steuert das Gewicht

Die medizinische Forschung korrigiert ein altes Vorurteil: Starkes Übergewicht ist keine Frage von mangelnder Willenskraft. Prof. Katharina Timper von der Technischen Universität München (TUM) erklärt, dass Adipositas oft auf eine Fehlsteuerung im Hypothalamus zurückgeht – dem zentralen Steuerorgan für den Appetit im Gehirn. Die Zahlen sind alarmierend: In Deutschland sind derzeit 53 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, 18 Prozent adipös.

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Die genetische Veranlagung trägt in 70 bis 80 Prozent der Fälle zur Entstehung von Adipositas bei. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für eine verkürzte Lebensspanne von bis zu zehn Jahren. Mediziner wie Dr. Gert Bischoff empfehlen bei einem Body-Mass-Index (BMI) ab 30 eine multimodale Therapie in zertifizierten Einrichtungen. Von unkontrollierten Online-Angeboten für Abnehmspritzen wird dringend abgeraten.

90 Minuten weniger Schlaf – 0,45 Kilo mehr Gewicht

Eine aktuelle Studie der Columbia University zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Gewichtszunahme. Reduzierten Probanden ihre nächtliche Ruhezeit um 90 Minuten über sechs Wochen, nahmen sie im Schnitt 0,45 Kilogramm zu. Der Grund: Das Hungerhormon Ghrelin steigt an, während die sitzende Tätigkeit um etwa 20 Minuten pro Tag zunimmt.

Schlafmangel senkt zudem den Spiegel des Sättigungshormons Leptin und erhöht das Stresshormon Cortisol – eine fatale Kombination für den Fettabbau. Experten raten daher zu einem regelmäßigen Schlafrhythmus und festen Abendroutinen. Das hilft, den Appetit auf kalorienreiche Lebensmittel zu regulieren.

Intervallfasten: Die 16:8-Methode überzeugt

Eine Untersuchung der Universität Granada belegt die Wirksamkeit des Intervallfastens. In einer Studie mit 99 Teilnehmern führte die 16:8-Methode nach 12 Monaten zu einem um drei bis vier Kilogramm höheren Gewichtsverlust im Vergleich zur Kontrollgruppe. Besonders effektiv: das frühe Fasten, bei dem die Nahrungsaufnahme vor 10 Uhr morgens endet. Das führte zu einer stärkeren Reduktion des Körperfetts.

Krafttraining schlägt Ausdauersport

Beim Sport setzen Fitnesstrainer zunehmend auf Krafttraining. Fitness-Coach Jessica Bock erklärt: Krafttraining sei für den Fettabbau und die Körperformung effektiver als reines Ausdauertraining. Der Grund: Die aufgebaute Muskulatur steigert den Ruheenergieverbrauch nachhaltig. Und ein Muskelaufbau ist bis ins hohe Alter möglich.

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Für einen realistischen Fettabbau müssen laut Fitnesstrainerin Olivia Ederer etwa sechs Monate veranschlagt werden. Normalgewichtige können in dieser Zeit rund 5,5 Kilogramm verlieren (davon 3 Kilogramm Fett). Bei stark Übergewichtigen sind Reduktionen von bis zu 15 Kilogramm möglich (davon 8 Kilogramm Fett). Crash-Diäten hingegen führen primär zu Wasserverlust – nicht zu nachhaltigem Fettabbau.

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