Schlafmangel, Minuten

Schlafmangel: 20 Minuten Bewegung verbessern das Gedächtnis nach 30 Stunden

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 00:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach 30 Stunden Wachheit verbesserten Sport und ein Nickerchen die Erinnerungsleistung; Fitness hing ebenfalls mit besserem Gedächtniserhalt zusammen.
Nahaufnahme eines roten Kunststoff-Laufbahn-Untergrunds bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Schlafmangel beeinträchtigt kognitive Funktionen und schwächt das Erinnerungsvermögen. Untersuchungen an der McGill University unter der Leitung von Marc Roig zeigen, welche Rolle gezielte Interventionen nach anhaltender Wachheit spielen.

Nach einer Wachphase von 30 Stunden führten entweder 20 Minuten körperliche Bewegung oder ein 90-minütiges Nickerchen zu vergleichbaren Verbesserungen der Gedächtnisleistung bei zuvor gezeigten Bildern. Eine Kontrollgruppe ohne entsprechende Maßnahme schnitt bei einem Gedächtnistest drei Tage später am schlechtesten ab.

Unterschiedliche Mechanismen im Gehirn nachgewiesen

Die elektroenzephalografischen Messungen (EEG) der Untersuchung machten deutlich, dass Bewegung und Schlaf über unterschiedliche neurophysiologische Pfade wirken.

Während das 90-minütige Nickerchen vor allem den Schlafdruck reduzierte, förderte die sportliche Aktivität gezielt die Enkodierung episodischer Erinnerungen. Sport ersetzt echten Schlaf auf Dauer zwar nicht, kann jedoch als temporäre Schutzstrategie für kognitive Prozesse dienen, wenn Ruhephasen fehlen.

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Darüber hinaus zeigte sich eine Verknüpfung mit dem allgemeinen Trainingszustand der Probanden: Eine bessere kardiorespiratorische Fitness war nach 30 Stunden ohne Schlaf direkt mit einer besseren Gedächtniserhaltung assoziiert. Um die längerfristigen Effekte genauer zu verstehen, untersucht ein laufendes 12-Wochen-Projekt der Forschenden dauerhafte neuroplastische Veränderungen mittels Magnetresonanztomografie (MRI).

Zusammenspiel von Fitness und neuronalen Prozessen

Die Rolle von Bewegung auf das Gehirn wird auch durch weitere Arbeiten untermauert. Grundsätzlich führt regelmäßige körperliche Aktivität zu einer gesteigerten Hirndurchblutung und kurbelt die Bildung des Wachstumsfaktors BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) an, was die Neurogenese im Hippocampus sowie die synaptische Plastizität begünstigt. Während aerobes Ausdauertraining wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen hierbei als besonders wirksam gilt, wirkt gezieltes Krafttraining ergänzend.

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Für eine grundlegende Gesunderhaltung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein wöchentliches Pensum von mindestens 150 Minuten moderater oder 75 Minuten intensiver Aktivität. Während kurzfristige Steigerungen der Konzentration und Gedächtnisleistung unmittelbar nach dem Training auftreten können, benötigen strukturelle Anpassungen im Gehirn in der Regel mehrere Wochen bis Monate regelmäßiger Bewegung.

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