Sauerkraut, Gramm

Sauerkraut: 100–150 Gramm täglich für gestörte Darmflora

28.05.2026 - 09:32:01 | boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen, dass Ernährung und Mikrobiom-Management vielversprechende Ansätze zur Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bieten.

Studie: Abnehmen senkt Infektionsrisiko um 20 Prozent - Foto: über boerse-global.de
Studie: Abnehmen senkt Infektionsrisiko um 20 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Die Medizin entdeckt das Mikrobiom als Schlüssel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Aktuelle Studien und Kongresse zeigen: Ernährung wird zum Therapiebaustein.

Methionin-Reduktion lindert Colitis

Eine Studie im Fachjournal Food Research International liefert neue Belege. Anfang Juni veröffentlicht, zeigt sie am Mausmodell: Weniger Methionin in der Nahrung lindert Colitis ulcerosa. Der Effekt entsteht durch eine Umgestaltung des Darmmikrobioms – das Gleichgewicht von Schwefelwasserstoff und kurzkettigen Fettsäuren verschiebt sich.

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Sauerkraut als Superfood für den Darm

Parallel rückt ein traditionelles Lebensmittel in den Fokus: Sauerkraut. Berichte von Ende Mai belegen seine positive Wirkung bei gestörter Darmflora (Dysbiose). Der Grund: drei Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm sowie Fermentationsprodukte wie Butyrat und Acetat.

Experten empfehlen 100 bis 150 Gramm täglich. Aber Vorsicht: Bei Histaminintoleranz oder bakterieller Fehlbesiedlung des Dünndarms (SIBO) kann Sauerkraut Probleme machen.

Mediziner vernetzen sich

Ende Mai trafen sich über 70 Mediziner beim 2. Hohenloher CED-Zirkel. Unter der Leitung von PD Dr. Holger Schäffler (Diak Klinikum) und Dr. Bernhard Braun (Klinikum Crailsheim) diskutierten sie aktuelle Therapien. Ein Schwerpunkt: der Zusammenhang zwischen CED und der stoffwechselassoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD).

Auch der Wiederaufbau des Darmkrebszentrums am Diak Klinikum war Thema.

Grundlagenforschung für die Krebsprävention

Die Relevanz der Forschung zeigt sich bei den Felix Burda Awards. Am 27. Mai wurde ein Team des UKSH Kiel nominiert. Unter Prof. Dr. Konrad Aden untersuchen sie, warum chronische Entzündungen Darmkrebs begünstigen. Die Auszeichnung erfolgt im Juni in Berlin.

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Therapie in der Schwangerschaft: Nicht absetzen!

Ein heißes Thema auf der Digestive Disease Week 2026 in Chicago: CED-Patientinnen mit Kinderwunsch. Experten warnen davor, Medikamente routinemäßig abzusetzen. Uma Mahadevan von der University of California erklärt: Ein Stopp erhöht die Krankheitsaktivität – und damit das Risiko für Mutter und Kind. Ziel ist eine stabile Remission.

Gefährliche Allianz im Darm

Das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung in Jena entdeckte eine fatale Partnerschaft: Der Pilz Candida albicans und das Bakterium Enterococcus faecalis verstärken gemeinsam Zellschäden. Durch direkten Kontakt und das bakterielle Gift Cytolysin wird die Darmschleimhaut angegriffen.

Neue Zahnpasta gegen Parodontitis

Auch angrenzende Bereiche profitieren vom Mikrobiom-Wissen. Forschende des Fraunhofer-Instituts entwickelten eine Zahnpasta, die gezielt Parodontitis-Erreger blockiert – ohne die gesunde Mundflora zu schädigen. Das Spin-off PerioTrap brachte das Produkt Anfang Juni auf den Markt. Für CED-Patienten mit erhöhtem Entzündungsrisiko könnte das interessant sein.

Vorträge für Patienten

Im Juni stehen Fachvorträge an. Am 9. Juni geht es in Schwäbisch Hall um die Rolle des Mikrobioms bei CED. Ein Patienten forum in Hilden am 24. Juni informiert über internistische Ursachen und chirurgische Optionen bei Inkontinenz.

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