Salzkonsum: WHO empfiehlt kaliumangereicherte Alternativen gegen Bluthochdruck
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deZu viel Speisesalz gilt weltweit als einer der wesentlichen Treiber für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, empfiehlt eine Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ersatz von herkömmlichem Haushaltssalz durch kaliumangereicherte Salzalternativen. Nach Angaben der Organisation fordern kardiovaskuläre Folgen eines übermäßigen Salzkonsums jährlich rund 1,9 Millionen Menschenleben.
Globale Diskrepanz zwischen Richtwerten und Alltagskonsum
Zwischen den ernährungsphysiologischen Empfehlungen und dem tatsächlichen Konsum klafft weltweit eine erhebliche Lücke. Die WHO rät Erwachsenen zu einer Aufnahme von höchstens 2 Gramm Natrium pro Tag, was weniger als 5 Gramm Speisesalz entspricht.
Im globalen Durchschnitt lag der tägliche Verzehr im Jahr 2021 jedoch bei 4.278 Milligramm Natrium – mehr als das Doppelte des empfohlenen Richtwerts. Auch der tatsächliche Speisesalz-Verzehr liegt im globalen Schnitt bei etwa 4,3 Gramm Natrium täglich. Gleichzeitig empfiehlt die WHO eine Aufnahme von mindestens 3,5 Gramm Kalium pro Tag, die in den meisten Ländern deutlich unterschritten wird.
Ein bereits im Jahr 2013 formuliertes Ziel der WHO, die Natriumaufnahme bis 2025 um 30 Prozent zu senken, wurde von den meisten Staaten, darunter Australien, verfehlt. Die Frist wurde daraufhin auf das Jahr 2030 verschoben.
Auch nationale Fachgesellschaften betonen den Handlungsbedarf: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt maximal 6 Gramm Speisesalz täglich, verweist jedoch darauf, dass die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland diese Schwelle deutlich überschreitet.
Potenzial und Marktbarrieren kaliumangereicherter Salze
Der Einsatz von kaliumangereichertem Salz gilt als wirksames Instrument zur kardiovaskulären Risikoreduktion. Modellrechnungen der WHO zeigen, dass eine flächendeckende Umstellung auf solche Alternativen in bevölkerungsreichen Ländern wie China und Indien jährlich Hunderttausende Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern könnte.
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In der bisher größten dazu durchgeführten Studie verwendeten über 90 Prozent der Teilnehmenden das kaliumangereicherte Produkt auch nach fünf Jahren noch.
Trotz des präventiven Nutzens bestehen Hürden bei der weltweiten Umsetzung. Einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 zufolge wurden natriumarme Salze seinerzeit lediglich in 47 Ländern vermarktet. Die Spanne der Verbraucherpreise reichte vom Niveau regulären Salzes bis hin zum fast 15-Fachen.
Zudem weist die WHO darauf hin, dass entsprechende Produkte mit Warnhinweisen versehen werden müssen, da ein erhöhter Kaliumkonsum für Menschen mit fortgeschrittener Nierenerkrankung gesundheitliche Risiken birgt.
Versteckte Natriumquellen in der Lebensmittelindustrie
Ein zentrales Problem der Salzreduktion liegt im hohen Anteil verarbeiteter Lebensmittel. Nach WHO-Angaben stammen beispielsweise in Australien rund 80 Prozent des konsumierten Salzes aus Fertigprodukten. Für die USA beziffert die American Heart Association (AHA) den Anteil aus verpackten Lebensmitteln und der Gastronomie auf über 70 Prozent.
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Die AHA empfiehlt maximal 2.300 Milligramm Natrium täglich, sieht ein Idealmaß von 1.500 Milligramm vor und warnt vor versteckten Quellen wie Brot, Fleischwaren, Käse sowie Instant- und Fertiggerichten, bei denen einzelne Portionen über 1.000 Milligramm Natrium enthalten können.
Zudem weisen Untersuchungen darauf hin, dass auch stark verarbeitete pflanzliche Fleischalternativen bis zu 2 Gramm Salz pro 100 Gramm enthalten können. Mediziner raten Betroffenen mit Hypertonie daher grundsätzlich dazu, Nährwertangaben zu prüfen, Fertigprodukte einzuschränken und bei der Zubereitung vermehrt auf Kräuter und Gewürze auszuweichen.
