Rückenschmerzen: Röntgengesteuerte Therapie senkt Schmerz um 80%
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 02:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue Technologien, klinische Studien und Firmenübernahmen treiben die Personalisierung voran.
BIOTRONIK kauft Patentportfolio von Soin Neuroscience
Mitte Juli 2026 sicherte sich BIOTRONIK Neuro das geistige Eigentum von Soin Neuroscience. Die Patente umfassen neue Ansätze im Wellenformdesign und Systeme für adaptive Programmierung. Besonders spannend: Die Integration von maschinellem Lernen und KI soll Stimulationsmuster individuell an Patienten anpassen.
Der Schritt folgt auf eine Forschungskooperation, die seit Dezember 2025 bestand. BIOTRONIK Neuro stärkt damit seine Marktposition in der chronischen Schmerztherapie. Soin Neuroscience bleibt als eigenständiges Unternehmen bestehen.
Ottobock übernimmt Fesia Technology
Auch bei externen neuromodulatorischen Verfahren tut sich was. Der Medizintechnikhersteller Ottobock übernahm den spanischen Spezialisten Fesia Technology aus San Sebastian. Das Unternehmen entwickelt funktionelle Elektrostimulationssysteme (FES).
Die Technologie setzt gezielte elektrische Impulse ein, um Nerven anzusteuern. Das löst Muskelbewegungen bei Patienten mit neurologischen Schäden aus. Ziel der Übernahme: Ausbau des Portfolios im Bereich Neuro-Orthetik. Der Abschluss wird innerhalb der nächsten sechs Monate erwartet. Über finanzielle Details wurde Stillschweigen vereinbart.
Melatonin gegen chronische Schmerzen?
Neben apparativen Ansätzen liefert die Wissenschaft neue Erkenntnisse zur systemischen Schmerzmodulation. Eine Metaanalyse der Universität Sydney, veröffentlicht am 16. Juli 2026 im Fachjournal „Pain“, untersuchte Melatonin bei chronischen muskuloskelettalen Schmerzen.
Das Team um Dr. Kangchao Wu wertete 23 klinische Studien aus. Ergebnis: Das Hormon reduziert die Schmerzintensität um durchschnittlich 9 Punkte auf einer 100er-Skala. Die Wirkung ist damit vergleichbar mit Opioiden oder nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Interessant: Bei postoperativen Schmerzen zeigte sich keine signifikante Wirkung. Das deutet auf eine spezifische Eignung für chronische Verläufe hin.
Während die moderne Medizin auf neue Wirkstoffe setzt, bietet die gezielte Aktivierung bestimmter Körperpunkte oft eine wirksame Ergänzung zur Schmerzlinderung. Wie Sie mit dem sogenannten 3-Finger-Trick und 101 bewährten Druckpunkten chronische Beschwerden selbst lindern können, zeigt dieser kostenlose Fachguide. 101 Druckpunkte gegen Schmerzen jetzt gratis anfordern
Ergänzend dazu werden interventionelle Techniken unter radiologischer Kontrolle weiter verfeinert. Berichte aus dem Zentralkrankenhaus Can Tho vom 17. Juli 2026 zeigen den klinischen Nutzen röntgengesteuerter Schmerztherapien mit C-Bögen. Bei Patienten mit komplexen chronischen Rückenschmerzen nach multiplen Voroperationen erzielte die gezielte Technik eine Schmerzreduktion von bis zu 80 Prozent.
Protein lässt Mäuse wieder laufen
Die Forschung zur Neuroregeneration macht Fortschritte. Ein Team der Uniklinik Köln veröffentlichte am 17. Juli 2026 Ergebnisse zu dem Protein Hyper-Interleukin-6 (hIL-6). In präklinischen Versuchen ermöglichte es querschnittgelähmten Mäusen nach mehreren Wochen das Wiedererlangen der Gehfähigkeit.
Das Protein wird mittels Trägerviren in den Motorkortex eingebracht. Über Axone wird es transportiert, um die Regeneration anzuregen.
Neben der Hightech-Forschung bleibt die tägliche Bewegung die wichtigste Basis, um Muskeln zu erhalten und Schmerzen vorzubeugen. Prof. Dr. med. Wessinghage hat 17 einfache Übungen entwickelt, die in nur 3 Minuten täglich Ihre körperliche Regeneration unterstützen können. Kostenlosen 3-Minuten-Übungsplan herunterladen
Immuntherapie gegen Nervenschäden
Auch Therapien aus der Onkologie finden Eingang in die Neurologie. Am Universitätsklinikum Jena wurden im Juli 2026 Erfolge bei der Behandlung der autoimmunen Neuropathie mit Teclistamab dokumentiert. Nach einer sechswöchigen Therapiephase eliminierten die schädigenden Antikörper und die Nervenfunktion verbesserte sich nachhaltig.
Laut einem Bericht in „Nature Communications“ blieben schwere Nebenwirkungen über einen Beobachtungszeitraum von mehr als einem Jahr aus.
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