Pflanzenstoffe: BfR warnt vor acht Substanzen mit Leberschäden
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 02:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und Verbraucherzentralen haben eine Liste von acht Pflanzenstoffen veröffentlicht, bei denen Leberschäden dokumentiert wurden. Die Substanzen stecken in frei verkäuflichen Präparaten – und gelten oft als harmlose Naturprodukte.
Betroffen sind unter anderem die Schlafbeere (Ashwagandha), das Baikal-Helmkraut, Grüntee-Extrakt (EGCG), Kurkuma, Kratom und Garcinia cambogia. Das BfR stuft andere Pflanzen wie Eisenhut, Fingerhut und Wurmfarn grundsätzlich als gesundheitsschädlich ein.
Kurkuma mit Piperin: Risiko steigt
Besondere Vorsicht gilt laut Experten bei der Kombination von Curcumin mit Piperin. Der Zusatz von schwarzem Pfeffer-Extrakt erhöht das Risiko für Leberschäden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt maximal 3 Milligramm Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht täglich.
Ein weiteres Problem: Viele Präparate überschreiten die empfohlenen Dosierungen deutlich.
Rotschimmelreis: EU zieht die Bremse
Ein prominentes Beispiel für regulatorische Eingriffe ist Rotschimmelreis (Monacolin K). Die EU begrenzte die zulässige Menge bereits 2022 auf weniger als 3 Milligramm pro Tag. Die EFSA stellte 2018 und erneut 2025 fest: Eine sichere Aufnahmedosis lässt sich für diesen Stoff nicht definieren. In der Schweiz ist Rotschimmelreis in Nahrungsergänzungsmitteln generell verboten.
Foodwatch kritisiert LaVita
Im Juli 2026 geriet der Hersteller LaVita ins Visier von Foodwatch. Die Organisation verlieh dem Unternehmen einen Negativpreis für irreführende Marketingversprechen und eine fragwürdige Produktzusammensetzung. Das Konzentrat besteht zu 70 Prozent aus Fruchtsaft und kostet rund 100 Euro pro Liter. Bei der empfohlenen Tagesdosis überschreiten 8 von 10 untersuchten Nährstoffen die Referenzmengen. Bei doppelter Dosierung sind es 14 Nährstoffe.
Geschäftsführer Gerd Truntschka wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, am Produktkonzept festzuhalten.
Vitamin D und K2: Studie enttäuscht
Wer regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte die aktuelle BfR-Warnung kennen: Acht Pflanzenstoffe können Leberschäden verursachen. Dieser kostenlose Report zeigt, welche Präparate betroffen sind und wie Sie sicher dosieren. Jetzt Report anfordern
Auch klassische Supplemente stehen zunehmend in der Kritik. Eine Studie aus dem Jahr 2026 lieferte keinen Beleg dafür, dass die Kombination von Vitamin D und K2 die Knochengesundheit verbessert. Die medizinischen Leitlinien zur Osteoporose (2023–2026) raten explizit von Vitamin K2 ab und empfehlen eine Obergrenze von 25 Mikrogramm pro Tag.
Melatonin: Herzrisiko nach Langzeiteinnahme?
Eine Langzeitstudie mit über 130.000 Erwachsenen sorgt für Aufsehen. Die bei den AHA Scientific Sessions 2025 vorgestellten Daten deuten auf ein um 90 Prozent erhöhtes Risiko für Herzinsuffizienz bei einer Einnahmedauer von mehr als zwölf Monaten hin. Ein kausaler Zusammenhang ist jedoch noch nicht abschließend belegt.
Oxalat: Schäden an Nieren und Herz
Forschungsergebnisse der Charité Berlin von Mitte Juli 2026 zeigen im Mausmodell: Eine hohe Oxalatbelastung fördert Entzündungsprozesse und kann zu Schäden an Nieren und Herz führen.
WHO: Supplemente nur bei Mangel
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Fachgesellschaften AHA und ACC haben im Juli 2026 aktualisierte Leitlinien veröffentlicht. In den WHO-Empfehlungen zur Demenzprävention heißt es: Bis zu 45 Prozent des Erkrankungsrisikos sind durch den Lebensstil beeinflussbar. Die Experten raten jedoch von Vitaminpräparaten (Vitamin B, E oder Omega-3-Fettsäuren) ab – sofern kein ärztlich diagnostizierter Mangel vorliegt.
Stattdessen empfehlen sie soziale Interaktion, kognitive Stimulation und das HEAL-Konzept (Healthy Eating & Active Living).
Neue CKM-Leitlinien: Medikamente statt Pillen
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Die neuen CKM-Leitlinien (Cardiovascular-Kidney-Metabolic) vom Juli 2026 setzen ähnliche Schwerpunkte. Sie fokussieren auf evidenzbasierte Medikamente wie SGLT2-Hemmer. Daten aus dem Sommer 2026 zeigen: Diese können das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken. Empfohlen wird zudem eine pflanzenbetonte Ernährung.
Eine Studie der Tufts University aus dem Jahr 2026 untermauert diesen Ansatz: Der Konsum von 30 verschiedenen Pflanzenarten pro Woche senkte das Risiko für Krankenhausaufenthalte statistisch um 31 Prozent.
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