REM-Schlaf: Zwei Stunden Verlust senken Leistung um 60 Prozent
04.06.2026 - 21:12:07 | boerse-global.de
Das belegt eine neue Studie der Universitäten Hamburg und Leipzig, veröffentlicht in Science Advances.
REM-Schlaf als Gedächtnisbooster
Die Forscher untersuchten die sogenannte Rapid-Eye-Movement-Phase. Sie ist entscheidend für die Gedächtnisintegration im Hippocampus. Fehlen davon nur zwei Stunden, sinkt die kognitive Leistung um bis zu 60 Prozent.
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Akuter Stress verschärft das Problem zusätzlich. Er reduziert die Aktivität in den relevanten Gedächtnisregionen. Schlafcoach Markus Kamps warnte Anfang Juni vor den unterschätzten Folgen: Schlaf sei der wichtigste Regenerationsfaktor für das zentrale Nervensystem.
Immer mehr Deutsche schlafen schlecht
Die Zahlen des Robert Koch-Instituts sprechen eine klare Sprache. Rund 35,5 Prozent der Erwachsenen leiden unter Ein- oder Durchschlafstörungen. Das ist ein deutlicher Anstieg – zwischen 2008 und 2011 lag der Wert noch bei 30,3 Prozent.
Frauen sind mit 36 Prozent bei Durchschlafstörungen häufiger betroffen als Männer (27 Prozent). Als Ursachen nennen die Autoren gestiegene Mediennutzung, die Pandemie-Folgen sowie globale Krisen und den Klimawandel. Insomnien gelten nicht nur als Belastung, sondern als ernsthafter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Störungen.
Milliardenverluste durch müde Mitarbeiter
Der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Fünf führende Industrieländer verlieren jährlich bis zu 680 Milliarden US-Dollar durch produktivitätsbedingte Ausfälle. Das Forschungszentrum Jülich stellte Anfang Juni das Konzept „One Sleep Health“ vor – ein interdisziplinärer Ansatz, der Schlaf mit Umwelt, Klima und Gesellschaft verknüpft.
Zur individuellen Prävention empfehlen Experten feste Schlafzeiten, digitale Pausen und Atemtechniken. Spezialisierte Angebote boomen: In Füssen im Allgäu setzen Programme auf Kneipp’sche Hydrotherapie und Meditation. Eine Studie der LMU München belegt, dass regelmäßige Kniegüsse die Schlafqualität steigern.
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Schlafdefizite als Demenz-Risiko
Die NAKO-Studie mit 150.000 Teilnehmern zeigt: Risikofaktoren für Demenz sind bereits bei 20- bis 39-Jährigen messbar. Störungen im REM-Schlaf gelten in der Neurologie als mögliche Warnsignale für Parkinson oder Demenz.
Die Harvard Medical School veröffentlichte Anfang Juni Ergebnisse zur Langlebigkeit. Demnach bildet körperliche Fitness in Kombination mit ausreichend Schlaf die Basis für kognitive Gesundheit bis ins hohe Alter. Ein erheblicher Teil der Demenz-Erkrankungen ließe sich durch gezielte Prävention in den Bereichen Schlaf, Stressmanagement und Bewegung verhindern.
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