REM-Schlaf, Minuten

REM-Schlaf: 48 Minuten mehr waren mit geringerem Risiko für 83 Erkrankungen verbunden

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 18:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Analyse von 95.559 Personen verknüpft REM- und Tiefschlaf sowie Schlafdauer mit Risiken für zahlreiche Erkrankungen.

Schlafmuster und Krankheitsrisiken: Studie zeigt Zusammenhänge
Ein minimalistisch eingerichtetes Schlafzimmer bei Tagesanbruch mit weichem, natürlichem Licht auf einer ungemachten Bettdecke. Illustration mit AI erstellt.

Forschende der Peking University und der Capital Medical University Peking haben in einer Mitte September 2026 veröffentlichten Untersuchung weitreichende Zusammenhänge zwischen individuellen Schlafmustern und dem Risiko für zahlreiche chronische Erkrankungen aufgezeigt.

Auf Basis umfangreicher Daten der UK Biobank analysierte das Team um Shengzhi Sun die Bedeutung der Schlafdauer sowie spezifischer Schlafphasen wie des REM- und Tiefschlafs für die langfristige Gesundheit.

Die Ergebnisse der in der Fachzeitschrift „PLOS Medicine“ publizierten Studie verdeutlichen, dass insbesondere die Qualität der Nachtruhe einen messbaren Einfluss auf die Prävention neurodegenerativer und kardiovaskulärer Leiden haben kann.

Die präventive Bedeutung des REM-Schlafs

Ein zentrales Ergebnis der Analyse ist die Schutzwirkung der REM-Phase (Rapid Eye Movement). Die Daten deuten darauf hin, dass ein Anstieg dieser Schlafphase um rund 48 Minuten statistisch mit einem geringeren Risiko für insgesamt 83 Erkrankungen aus zwölf verschiedenen Krankheitsgruppen verbunden ist.

Besonders deutlich zeigten sich diese Effekte im Bereich der Neurologie: Ein höherer REM-Anteil korrelierte mit einem um 46 Prozent niedrigeren Risiko für Demenz (HR 0,54) und einem um 31 Prozent reduzierten Alzheimer-Risiko.

Noch ausgeprägter war der Zusammenhang beim Parkinsonismus, wo das Risiko bei längerer REM-Dauer um rund 80 Prozent (HR 0,20) niedriger ausfiel. Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie der Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern wurden Risikominderungen von 26 Prozent bzw. 17 Prozent beobachtet.

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Für die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose ergab die statistische Auswertung ein um 52 Prozent geringeres Risiko. Insgesamt identifizierten die Wissenschaftler 156 signifikante Zusammenhänge zwischen den Schlafcharakteristika und späteren Diagnosen.

Tiefschlaf und das optimale Zeitfenster der Schlafdauer

Neben der REM-Phase untersuchte die Forschungsgruppe auch die Auswirkungen des Tiefschlafs. Eine Zunahme dieser Phase um etwa 47,5 Minuten war mit einem verringerten Risiko für sieben spezifische Erkrankungen verbunden. Dazu zählen Typ-2-Diabetes mit einer Reduktion von 11 Prozent, schwere Depressionen (minus 14 Prozent) sowie Schlafapnoe (minus 22 Prozent).

Hinsichtlich der Gesamtschlafdauer erwies sich ein Korridor von sechs bis acht Stunden für die Mehrheit der untersuchten Krankheitsbilder als optimal. Bei 69 von 86 relevanten Diagnosen lag das niedrigste Risiko in diesem Zeitfenster.

Im Detail ermittelten die Forschenden das geringste Risiko für Demenz bei einer durchschnittlichen Schlafdauer von 7,5 Stunden. Für Typ-2-Diabetes lag dieser Wert bei 7,3 Stunden und für chronische Nierenerkrankungen bei 7,1 Stunden. Ein Schlafanteil von sechs bis acht Stunden ging zudem mit dem höchsten REM-Anteil von durchschnittlich 22,2 Prozent einher.

Risiken durch Schlafmangel und Unregelmäßigkeiten

Die Studie beleuchtet auch die negativen Folgen unzureichender oder unregelmäßiger Nachtruhe. Eine Schlafdauer von unter fünf Stunden war mit einem erhöhten Risiko für 37 verschiedene Erkrankungen assoziierte. Doch auch übermäßig langer Schlaf erwies sich als belastend: Probanden mit einer Schlafdauer zwischen acht und neun Stunden wiesen ein um 55 Prozent höheres Risiko für schwere Depressionen auf.

Besondere Bedeutung kam der Beständigkeit des Schlafrhythmus zu. Eine Schwankung der Schlafdauer um 93 Minuten war mit einem um 26 Prozent höheren Risiko für schwere Depressionen und einem um 23 Prozent gesteigerten Risiko für Angststörungen verbunden.

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Unregelmäßiger Schlaf und nächtliches Wachliegen korrelierten zudem mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Substanzmissbrauch. Während ein höherer REM-Anteil bei 54 Erkrankungen eine Schutzwirkung andeutete, war ein größerer Anteil an Leichtschlaf bei 28 Krankheitsbildern mit einem erhöhten Risiko verbunden.

Methodik und Limitationen der Untersuchung

Die Datengrundlage der Analyse bildeten 95.559 Teilnehmende der UK Biobank mit einem Durchschnittsalter von 56 Jahren, davon 56 Prozent Frauen. Die Daten wurden zwischen 2013 und 2015 mittels einer siebentägigen Handgelenk-Aktigraphie erhoben. In einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 8,9 Jahren wurden über 1.000 unterschiedliche Krankheitsausgänge erfasst.

Die Forschenden wiesen darauf hin, dass der eingesetzte Analyse-Algorithmus SleepNet die Gesamtschlafdauer um etwa 48 Minuten überschätzte und die REM-Dauer im Schnitt um 17,1 Minuten unterschätzte.

Zudem bestand die Stichprobe zu rund 97 Prozent aus weißen Teilnehmenden, was die Generalisierbarkeit einschränken könnte. Als Beobachtungsstudie belegt die Untersuchung zudem lediglich Korrelationen und erlaubt keine direkten Rückschlüsse auf Ursache-Wirkungs-Beziehungen.

Fachleute raten zur Verbesserung der individuellen Schlafqualität allgemein zu einem dunklen, leisen und kühlen Schlafzimmer sowie zu ausreichender körperlicher Aktivität während des Tages, um eine erholsame Nachtruhe zu fördern.

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