Reflux, Diät

Reflux: Diät schlägt Säureblocker mit 81% Erfolgsquote

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 13:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine neue Studie belegt die Überlegenheit von Ernährungsumstellung gegenüber herkömmlichen Medikamenten bei laryngopharyngealem Reflux.

LPR-Studie: Diät und Lebensstil wirksamer als Säureblocker
Eine Auswahl gesunder Lebensmittel, darunter Gemüse, Obst und mageres Protein, auf einem Tisch mit einem Stethoskop. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt: Bei laryngopharyngealem Reflux (LPR) helfen Diät und Lebensstiländerungen besser als herkömmliche Säureblocker. Die im Fachjournal JAMA veröffentlichte Untersuchung stellt die bisherige Standardtherapie infrage.

Diät schlägt PPI im direkten Vergleich

Unter der Leitung von Dr. Jerome R. Lechien von der Universität Paris-Saclay beobachteten Forscher 145 LPR-Patienten über drei Monate. Das mediane Alter der Teilnehmer lag bei 53 Jahren. Die in belgischen und französischen Kliniken durchgeführte Studie verglich ein spezielles Ernährungs- und Lebensstilprogramm mit gängigen Medikamenten.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Gruppe mit konsequenter Ernährungsumstellung erreichte eine Erfolgsquote von 81 Prozent. Patienten, die Protonenpumpeninhibitoren (PPI) einnahmen, kamen nur auf 56,3 Prozent. Antazida erzielten 74,1 Prozent, Alginate 57,9 Prozent. Die diätetische Intervention erwies sich damit als effektivste Methode.

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Was die erfolgreiche Diät ausmacht

Das Studienprogramm setzte auf eiweißreiche, aber fett- und zuckerarme Kost. Hinzu kamen mehr Ballaststoffe und Stressreduktion. Fachleute verweisen hier auf die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich vorsieht.

Die Patienten sollten verstärkt magere Proteinquellen, Vollkornprodukte, Obst und gekochtes Gemüse essen. Gleichzeitig hieß es: Verzicht auf Trigger-Lebensmittel. Dazu zählen fettreiche Speisen, Zucker, Alkohol, Kaffee und Tee. Auch Fruchtsäfte, Tomaten, Zwiebeln und scharfe Gewürze wie Chili standen auf der Verbotsliste.

Nebenwirkungen der Standardtherapie

Warum Alternativen zu Säureblockern so wichtig sind, zeigen aktuelle Sicherheitsanalysen. Eine skandinavische Fall-Kontroll-Studie gab zwar im Juli Entwarnung zum oft vermuteten Magenkrebsrisiko durch Langzeit-PPI. Doch andere Risiken bleiben.

Untersuchungen in Nature Metabolism deuten auf einen Zusammenhang zwischen dauerhafter PPI-Einnahme und neurologischen Risiken hin. Demnach könnte das Demenzrisiko bei Langzeitanwendern um 44 Prozent steigen – bei über zehn Jahren Einnahme sogar um 47 Prozent.

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Andere Wirkstoffklassen zeigen differenzierte Effekte: Anticholinergika erhöhen offenbar das Risiko für leichte kognitive Beeinträchtigungen. SGLT2-Hemmer und GLP-1-Agonisten könnten dagegen das Alzheimer-Risiko senken. Vor diesem Hintergrund bietet die Ernährungsumstellung eine risikoarme Alternative – ganz ohne pharmakologische Langzeit-Nebenwirkungen.

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