WhatsApp-Spam explodiert: 626.000 Anrufe im Juni, Plus 20 Prozent
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 13:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Verluste gehen in die Millionen.
Das Better Business Bureau (BBB) veröffentlichte heute eine dringende Warnung vor KI-generierten Anrufen. Laut FBI summierten sich die Verluste durch KI-gestützten Betrug im vergangenen Jahr auf über 893 Millionen US-Dollar. Die Technologie macht es möglich: Eine menschliche Stimme ist innerhalb von drei bis fünf Sekunden geklont.
Die Masche mit der KI-Stimme „Jana“
Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie perfide die Täter vorgehen. Die KI-Stimme „Jana“ gibt sich am Telefon als Google-Mitarbeiterin aus. Unter einer Aachener Festnetznummer kontaktiert die Software Unternehmen und droht mit der Löschung von Brancheneinträgen. Die einzige Rettung: ein Gespräch mit einem angeblichen Fachberater.
Experten raten dringend: Nicht mit einem klaren „Ja“ antworten und die Nummer sofort blockieren.
WhatsApp: 20 Prozent mehr Spam-Anrufe
Auch auf Messenger-Diensten eskaliert die Lage. Im Juni 2026 wurden über 626.000 Spam-Anrufe auf WhatsApp gemeldet – ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vormonat. Der Dienst reagiert mit neuen Benutzernamen und der automatischen Stummschaltung unbekannter Anrufer.
Doch Verbraucherschützer aus Nordrhein-Westfalen warnen: Da Benutzernamen frei wählbar sind, könnten Betrüger sich als vertraute Kontakte ausgeben.
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Im Kanton Basel-Landschaft häufen sich seit Anfang Juli zudem sogenannte Schockanrufe. Falsche Polizisten täuschen Notlagen vor und fordern Wertsachen. Ein Fall verursachte Schäden von über einer Million Franken.
Gerichte klären Haftungsfragen
Parallel zur Betrugswelle beschäftigen sich Gerichte mit der Verantwortung beim KI-Einsatz. Das Landgericht München I entschied Ende Mai: Betreiber haften für falsche Informationen in KI-Übersichten. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte die Haftung eines Klinikbetreibers für fehlerhafte Chatbot-Auskünfte.
Ein Urteil des Oberlandesgerichts Brandenburg vom 27. Mai 2026 stellt zudem Banken in die Pflicht. Eine Bank musste haften, weil ihre Hotline einen Kunden trotz bekanntem Betrugsmuster nicht warnte. Der Kunde verlor durch Phishing über 20.000 Euro.
EU AI Act: Transparenz ab August
Die europäische Gesetzgebung reagiert auf die neuen Risiken. Ab dem 2. August 2026 greifen Transparenzregeln des EU AI Acts. Sie schreiben die Kennzeichnung von Deepfakes und synthetischen Stimmen vor. Branchenexperten betonen: Künftig muss strikt zwischen autorisierten und nicht autorisierten Stimmklonen unterschieden werden.
Die neuen Regeln des EU AI Acts stellen Unternehmen vor komplexe Herausforderungen bei der Kennzeichnung und Dokumentation von KI-Systemen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle neuen Pflichten, Fristen und Risikoklassen. Kostenlosen Leitfaden zur KI-Verordnung herunterladen
Die Polizei und das LKA Schleswig-Holstein registrierten für 2025 über 8.300 Fälle von Online-Betrug. Ihr Rat: Bei verdächtigen Anrufen sofort auflegen und die angebliche Organisation unter einer selbst recherchierten Nummer zurückrufen. Die Europäische Zentralbank warnte zudem die Bankenbranche vor automatisierten KI-Angriffen und forderte sofortige Sicherheitsmaßnahmen.
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