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Pflanzliche Kost: Genfer Studie zeigt Stoffwechselumbau bei Mäusen in 2 Tagen

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes sank das Leberfett nach 16 Wochen fettarmer veganer Kost um 33 Prozent.
Frische pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse auf einer rustikalen Holzoberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Eine rein pflanzliche Ernährung kann tiefgreifende Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben. Eine tierexperimentelle Untersuchung der Universität Genf (UNIGE) zeigt nun, dass bereits der Wechsel von einer vegetarischen zu einer veganen Kost den Leberstoffwechsel bei Mäusen innerhalb von 2 Tagen grundlegend verändert.

Parallel dazu belegen klinische Daten, welche Effekte eine fettarme pflanzliche Ernährung auf die menschliche Leber und das metabolische Profil bei Vorerkrankungen haben kann.

Schnelle Stoffwechselanpassung im Tiermodell

Die Forschungsgruppe an der Universität Genf stellte fest, dass Mäuse unter rein veganer Ernährung im Nüchternzustand weniger Glucose produzierten und sich zudem weniger spontan bewegten.

Als Ursache für dieses veränderte Verhalten und die metabolische Verschiebung machten die Forschenden einen geringeren Anteil an verzweigtkettigen Aminosäuren in der pflanzlichen Nahrung aus. Zudem wandelte die Leber der Tiere Ammoniak weniger effizient in Harnstoff um.

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Die beobachteten Veränderungen erwiesen sich jedoch als vollständig reversibel. Sobald die Tiere wieder zu einer vegetarischen Ernährung mit Molkenprotein zurückkehrten, normalisierten sich sowohl der Blutzuckerspiegel als auch das Aktivitätsniveau innerhalb weniger Tage.

Auf biochemischer Ebene identifizierte das Team das Enzym Glutamat-Dehydrogenase (GDH) als essenziellen Faktor für die Stoffwechselanpassung an eine rein pflanzliche Kost. Die durch den Swiss National Science Foundation (Projektnummer #310030_192486) finanzierte Studie liefert damit neue Einblicke in kurzfristige Anpassungsmechanismen des Organs.

Pierre Maechler von der Universität Genf ordnete die Ergebnisse dahingehend ein, dass eine Übertragbarkeit der Mechanismen auf den Menschen plausibel sei, da der Leberstoffwechsel bei Nagetieren und Menschen sehr ähnlich funktioniere. Eine endgültige Bestätigung durch entsprechende Humanstudien stehe jedoch noch aus.

Angesichts der Stoffwechselveränderungen empfehlen Forschende der Genfer Universität bei einer pflanzlichen Ernährung eine breite Vielfalt an Proteinquellen wie Nüsse, Tofu und Linsen sowie eine Supplementierung mit Vitamin B12 und die Sicherstellung einer ausreichenden Zufuhr von Eisen und Calcium.

Klinische Effekte auf Leberfett und Diabetes

Ergänzende Erkenntnisse über die längerfristigen metabolischen Folgen einer pflanzlichen Kost beim Menschen liefert eine Untersuchung der Yale University School of Medicine.

In einer klinischen Studie erhielten 25 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes über einen Zeitraum von 16 Wochen eine fettarme vegane Ernährung, die ohne Kalorienrestriktion (ad libitum) durchgeführt wurde; 24 Teilnehmende schlossen die Untersuchung ab. Die Probanden wiesen zu Beginn im Mittel ein Alter von 59 Jahren, ein Körpergewicht von 90,6 kg und einen Body-Mass-Index (BMI) von 31,4 auf.

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Die Nährstoffzusammensetzung der Diät umfasste rund 75% Kohlenhydrate, 15% Protein sowie 10% Fett. Die Kost basierte auf Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst, während auf tierische Produkte und zugesetztes Öl vollständig verzichtet wurde. Nach den 16 Wochen verringerte sich das Leberfett der Teilnehmenden um 33%.

Zudem sanken das Körpergewicht um 6,0 kg, die Fettmasse um 4,2 kg und das viszerale Fettvolumen um 290 cm³. Zugleich verbesserten sich weitere metabolische Marker. Als Erklärung führten die Forschenden der Yale University an, dass sinkende Werte gesättigter Fettsäuren im Blut den Abbau von Leberfett fördern.

Daten von PCRM und Yale bestätigen diese klinischen Tendenzen bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes: Die Teilnehmenden verloren nach 16 Wochen fettarmer veganer Ernährung durchschnittlich 6 kg Körpergewicht, was einem Rückgang von 6,6% des Ausgangsgewichts entsprach. Gleichzeitig sank der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) im Durchschnitt um 1 Prozentpunkt.

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