OpenAI Foundation: 250 Millionen Dollar für KI-Arbeitsmarkt-Forschung
28.05.2026 - 21:30:24 | boerse-global.deDie Non-Profit-Organisation des KI-Unternehmens OpenAI will die Folgen Künstlicher Intelligenz für den Arbeitsmarkt wissenschaftlich untersuchen und betroffene Arbeitnehmer unterstützen.
Das am Donnerstag vorgestellte Programm „Economic Futures in the Age of AI" ist zunächst mit 250 Millionen US-Dollar (etwa 230 Millionen Euro) ausgestattet. Die Initiative gliedert sich in drei Schwerpunkte: die Entwicklung unabhängiger Messsysteme für KI-Auswirkungen auf Beschäftigung, die direkte Unterstützung betroffener Arbeitnehmer sowie die Erforschung langfristiger Sicherungssysteme.
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Drei Säulen für wirtschaftliche Sicherheit
Im ersten Bereich will die Stiftung eine unabhängige Infrastruktur zur Erfassung von KI-Effekten aufbauen. Herkömmliche Kennzahlen wie das BIP oder klassische Lohnstatistiken könnten die Dynamik einer KI-getriebenen Wirtschaft künftig nur noch unzureichend abbilden, so die Begründung.
Der zweite Schwerpunkt zielt auf kurzfristige Hilfen für Arbeitnehmer und Regionen, die von Umbrüchen betroffen sind. Dazu gehören Mittel für Umschulungsplattformen, Modelle zur Arbeitslosenversicherung und Lohnausfallversicherungen.
Langfristig wollen die Forscher neue wirtschaftspolitische Rahmenkonzepte entwickeln. Diskutiert werden etwa eine Verlagerung der Steuerlast von Arbeit auf Kapital oder die Einrichtung von Staatsfonds nach Vorbild Alaskas oder Norwegens. Ziel ist eine breitere Verteilung der durch KI erwirtschafteten Gewinne.
Die 250 Millionen Euro sind nur die erste Phase. Insidern zufolge hat OpenAI zugesagt, mindestens eine Milliarde US-Dollar über die Stiftung zu leiten – und zwar innerhalb der nächsten zwölf Monate. Erste konkrete Projekte sollen noch 2026 starten.
KI-Chefs korrigieren Arbeitsmarkt-Prognosen
Die Ankündigung fällt mit einem bemerkenswerten Kurswechsel der KI-Branche zusammen. OpenAI-CEO Sam Altman räumte am Mittwoch auf einer Konferenz ein, dass seine früheren Warnungen vor massiven Jobverlusten nicht eingetreten seien. Seine Prognose, wonach KI bald 40 Prozent aller Arbeitsaufgaben übernehmen würde, habe sich als falsch erwiesen.
Auch Anthropic-Chef Dario Amodei sieht die Technologie inzwischen eher als Produktivitätsverstärker denn als Jobkiller. Beide Manager betonten, dass die Arbeitslosenquote trotz rasanter KI-Verbreitung bislang kaum gestiegen sei.
Daten des Yale Budget Lab untermauern diese Einschätzung: Zwar gab es bis Mai 2026 mehr als 115.000 Entlassungen in der Tech-Branche, die nationale Arbeitslosenquote blieb jedoch stabil. Altman warnte zudem vor „AI-Washing" – dem Versuch von Unternehmen, geplante Stellenstreichungen fälschlich auf KI zurückzuführen.
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Milliardenschwere Bewertung und Börsenpläne
Die OpenAI Foundation hält derzeit 26 Prozent am gewinnorientierten Arm des Unternehmens, der als Public Benefit Corporation firmiert. Jüngste Marktbewertungen beziffern den kommerziellen Bereich auf über 200 Milliarden US-Dollar, den Gesamtwert der Organisation auf bis zu 852 Milliarden US-Dollar.
Sowohl OpenAI als auch Anthropic bereiten offenbar Börsengänge für 2026 vor – mit angestrebten Bewertungen von bis zu einer Billion US-Dollar. Die Stiftungsinitiative kommt zudem zu einem Zeitpunkt wachsenden regulatorischen Interesses: Der Gouverneur von Kalifornien hatte bereits im Frühjahr eine Verfügung zur Untersuchung KI-bedingter Arbeitsmarktverwerfungen erlassen.
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