Obst, Psyche

Obst und Psyche: Studie mit 6.537 Jugendlichen findet geringeres Depressionsrisiko

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 21:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Langzeitstudie findet unterschiedliche Zusammenhänge von Obst und süßen Getränken mit Angst- und Depressionssymptomen.
Eine Schale mit frischem Obst auf einem Holztisch in einer hellen Küche. Illustration mit AI erstellt.

Eine Langzeituntersuchung der University of Sydney im Rahmen des Projekts Health4Life liefert Einblicke in den Zusammenhang zwischen alltäglichen Ernährungsgewohnheiten und der psychischen Gesundheit von Jugendlichen.

Die in der Fachzeitschrift „Child and Adolescent Mental Health“ unter Leitung von Lily Davidson vorgestellte Studie begleitete 6.537 Jugendliche aus 71 weiterführenden Schulen in den australischen Bundesstaaten New South Wales, Queensland und Western Australia.

Langzeitbeobachtung über mehrere Schuljahre

Zu Beginn der Erhebung lag das Durchschnittsalter der Teilnehmenden bei 12,5 Jahren. Über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren wurden die Heranwachsenden von der 7. bis zur 10. Klasse jährlich befragt.

Um Verzerrungen zu vermeiden, wurden Jugendliche, die zu Beginn bereits erhöhte Werte für Angst oder Depression aufwiesen, von der Auswertung ausgeschlossen. Bei der Analyse berücksichtigten die Forschenden zudem Einflussfaktoren wie das Alter, das Geschlecht, die körperliche Aktivität sowie den sozioökonomischen Status.

Gegensätzliche Effekte von Obst und zuckergesüßten Getränken

Die statistische Auswertung ergab deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Lebensmittelgruppen. Der durchschnittliche Obstkonsum der Teilnehmenden belief sich auf 2 bis 2,5 Portionen täglich.

Jede zusätzliche tägliche Portion Obst, was etwa 150 Gramm entspricht, war mit einem um 13 Prozent geringeren relativen Risiko für erhöhte depressive Symptome sowie einem um 7 Prozent geringeren relativen Risiko für erhöhte Angstsymptome verbunden. Beim Gemüsekonsum zeigte sich dagegen kein statistisch signifikanter Zusammenhang mit depressiven Symptomen oder Angstsymptomen.

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Demgegenüber stand ein höherer Konsum zuckergesüßter Getränke wie Limonaden, Fruchtsirup, Energydrinks, Sportgetränken und gesüßten Konzentraten mit einem höheren Risiko für depressive und Angstsymptome bei beiden Geschlechtern im Zusammenhang. Diese Entwicklung zeigte sich bei Jungen ausgeprägter, vor allem mit Blick auf Angstzustände. Zudem konsumierten Jungen im Durchschnitt etwa doppelt so viele zuckerhaltige Getränke wie Mädchen.

Methodische Grenzen und gesundheitspolitische Forderungen

Die Aussagekraft der Daten unterliegt methodischen Einschränkungen. Die Ergebnisse basieren auf Selbstauskünften der Schüler und nicht auf klinischen oder ärztlichen Diagnosen. Zudem belegt das Studiendesign keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Ernährungsweise und den psychischen Beschwerden.

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Bei einer Überprüfung, die ausschließlich vollständig ausgefüllte Fragebögen einbezog, verlor die Verbindung zwischen Obstverzehr und Angstsymptomen ihre statistische Signifikanz. Ebenso erwies sich der Geschlechtsunterschied bei der Verbindung zwischen zuckerhaltigen Getränken und Angstsymptomen als statistisch nicht gesichert.

Trotz dieser methodischen Vorbehalte sehen Fachleute Handlungsbedarf bei der Ernährung im Jugendalter. Die Forscherin Katrina Champion von der University of Sydney forderte einen leichteren Zugang zu gesunden Lebensmitteln und eine Reduzierung von Zuckergetränken für Jugendliche.

Auch die Autoren der Studie sprachen sich dafür aus, gesunde Nahrungsmittel für Jugendliche günstiger bereitzustellen und den Zugang zu zuckergesüßten Getränken gezielt zu beschränken.

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de | wissenschaft | 70411161 |