Nacktschlafen: Studie zeigt 27-Minuten-Plus bei Schlafdauer
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer aktuellen wissenschaftlichen Publikation wurde die Auswirkung des Nacktschlafens auf die menschliche Schlafqualität untersucht. Die Studie mit 25 Teilnehmern – darunter 13 Männer und 12 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 39,7 Jahren – kommt zu dem Ergebnis, dass der Verzicht auf Kleidung die Regulierung der Körpertemperatur während der Nachtruhe signifikant erleichtert. Dies führt den Ergebnissen zufolge zu messbaren Verbesserungen bei der Schlafdauer und der Erholungsfähigkeit des Körpers.
Signifikante Steigerung der Schlafeffizienz und REM-Phasen
Die Untersuchung zeigt, dass eine adaptive thermische Regulierung, die sich an den verschiedenen Schlafphasen orientiert, die Gesamtschlafzeit deutlich positiv beeinflusst. Während der Untersuchung wurden Temperaturen von 30 Grad Celsius im REM-Schlaf und 33 Grad Celsius im Non-REM-Schlaf als Referenzwerte herangezogen. In der Folge erhöhte sich die Gesamtschlafzeit der Probanden von durchschnittlich 356,2 auf 383,2 Minuten.
Parallel dazu stieg die Schlafeffizienz von 82,8 Prozent auf 87,3 Prozent an, während die nächtliche Wachzeit von zuvor 58,2 auf 49 Minuten sank. Besonders markant war die Verkürzung der sogenannten REM-Latenz: Die Zeitspanne bis zum Erreichen der ersten Traumphase reduzierte sich von 141,8 auf 110,4 Minuten. Insgesamt konnte ein Anstieg des REM-Anteils um bis zu 20,8 Prozent beobachtet werden. Neben diesen Daten werden weitere physiologische Vorteile des Nacktschlafens angeführt, darunter eine bessere Belüftung der Haut, die Vorbeugung von Candidainfektionen sowie positive Auswirkungen auf die männliche Fruchtbarkeit und das allgemeine Selbstwertgefühl.
Herausforderungen durch sommerliche Temperaturen und Technik
Die Relevanz dieser Erkenntnisse wird durch die zunehmende Hitzebelastung unterstrichen. Eine Datenanalyse der App AI Motion Pillow von Tenminds aus dem Jahr 2025 verdeutlichte bereits, dass die durchschnittliche Schlafdauer im Sommer mit 6 Stunden und 44 Minuten etwa 10 Minuten kürzer ausfällt als im Winter. Im Juni und Juli wurden mit 6 Stunden und 42 Minuten die kürzesten Schlafzeiten gemessen, wobei die Aufwachzeit im Juni mit 5:54 Uhr deutlich früher lag als im Januar.
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Als ideale Schlafzimmertemperatur empfehlen Experten etwa 18 Grad Celsius. Um diese zu erreichen, setzen viele Haushalte auf Technik: In Deutschland stieg die Produktion von Klimaanlagen innerhalb von fünf Jahren bis zum Jahr 2024 um 75,1 Prozent auf 317.000 Einheiten. Die Importe in diesem Sektor erreichten einen Wert von 949 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 48,2 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Fachleute warnen jedoch vor dem unbedachten Einsatz von Ventilatoren. Diese kühlen den Raum nicht aktiv, sondern bewegen lediglich die Luft. Ab einer Temperatur von 39 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 49 Prozent können sie laut einer JAMA-Studie sogar gesundheitsschädlich sein, da sie den Schweißverlust um 60 Prozent erhöhen und das Risiko einer Dehydration steigern.
Alternative Kühlmethoden und gesundheitliche Langzeitfolgen
Neben technischer Aufrüstung werden einfache Maßnahmen zur Temperaturkontrolle empfohlen. So könne eine Wärmflasche, die mit kaltem Wasser gefüllt oder im Kühlschrank gekühlt wurde, als wirksame Kühlkompresse dienen. Zudem sei es ratsam, Fenster tagsüber geschlossen zu halten und Ventilatoren nachts lediglich gezielt zum Abführen warmer Luft zu nutzen. Dr. Ben Roberts gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass eine flächendeckende Nutzung von Klimaanlagen die Stromnetze überlasten könnte.
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Die Bedeutung einer kühlen Schlafumgebung für die langfristige Gesundheit wird durch eine 15-jährige Studie der Universität Hongkong untermauert, die im August 2025 in Nature Climate Change veröffentlicht wurde. Demnach erhöhte jede Zunahme von vier Hitzewellentagen innerhalb von zwei Jahren das biologische Alter um neun Tage – bei Personen, die im Freien arbeiten, sogar um 33 Tage. In Korea stieg die Zahl der Hitzewellentage im Zehnjahresvergleich von 8,3 auf 18,3 Tage an, wobei Tropennächte mittlerweile deutlich früher im Jahr beginnen und länger andauern.
Ergänzend zur Temperatur spielt die Luftqualität eine entscheidende Rolle für die Schlafqualität. Eine Untersuchung in Schottland ergab, dass in über 80 Prozent der Wohnungen die CO2-Werte nachts die sicheren Schwellenwerte überschritten. Eine dänische Studie aus dem Jahr 2022 wies zudem darauf hin, dass CO2-Konzentrationen ab 1.800 ppm zu kognitiven Beeinträchtigungen führen können, obwohl die Mehrheit der Bewohner die Luftqualität subjektiv als gut einschätzt.
