MIND-Diät, Studie

MIND-Diät: Neue Studie belegt 35-Prozent-Schutz vor Demenz

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 03:02 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Forschung belegt: MIND-Diät reduziert Demenzrisiko deutlich. Bluttests und fermentierte Lebensmittel rücken in den Fokus der Prävention.

Ernährungsstudien: MIND-Diät senkt Demenzrisiko um 35 Prozent
Eine Nahaufnahme einer Auswahl an gesunden Lebensmitteln, darunter Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und fermentierte Lebensmittel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Wissenschaft liefert neue Erkenntnisse: Eine ausgewogene Ernährung kann das Risiko für Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen deutlich senken. Im Fokus stehen dabei die MIND-Diät, fermentierte Lebensmittel und neue Bluttests für die Früherkennung.

MIND-Diät senkt Demenzrisiko um 35 Prozent

Eine 15-jährige Langzeitstudie der Universität Ljubljana belegt signifikante Effekte der MIND-Diät. Über 1.800 Teilnehmende ab 60 Jahren wurden begleitet. Das Ergebnis: Dieses Ernährungsmuster kann das Demenzrisiko um bis zu 35 Prozent senken. Eine allgemein anti-entzündliche Ernährung reduziert das Risiko laut den im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichten Daten immerhin um 21 bis 29 Prozent.

Seit Juli 2026 sind in der EU zudem neue pTau217-Bluttests klinisch verfügbar. Hersteller wie Roche, Fujirebio und Beckman Coulter bieten sie an. Die Tests weisen eine Genauigkeit von über 90 Prozent auf und kosten zwischen 100 und 150 Euro. Sie ermöglichen eine frühzeitige Einschätzung des Alzheimer-Risikos – und damit rechtzeitige Lebensstilinterventionen.

Fermentierte Lebensmittel: Kimchi, Kefir und Co. im Check

Ein wachsendes Forschungsfeld widmet sich der Wirkung fermentierter Lebensmittel. Eine Übersichtsarbeit im Journal of Food Science aus dem Jahr 2025 deutet darauf hin, dass Kimchi, Kefir und Joghurt die Ausschüttung des körpereigenen Hormons GLP-1 stimulieren können. Dieses Hormon spielt eine zentrale Rolle bei der Sättigung und Blutzuckerregulierung.

Die Zahlen sind beeindruckend: Regelmäßiger Verzehr von Joghurt und Präbiotika kann die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs nahezu halbieren. Bei Schlaganfall-Überlebenden senkt fermentierte Kost die Gesamtmortalität um bis zu 39 Prozent. Kein Wunder also, dass der Markt boomt: Ein führender deutscher Sauerkraut-Hersteller steigerte die Kohlverarbeitung 2026 um zehn Prozent, der globale Markt wächst jährlich um über fünf Prozent.

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Lebererkrankungen: 20 Millionen Deutsche betroffen

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie schlägt Alarm: Über 20 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Fettleber, bis zu eine Million leiden an einer Leberzirrhose. Experten fordern daher ein strukturiertes FIB-4-Screening als festen Bestandteil der Gesundheits-Check-ups.

Im Bereich Diabetes gibt es ebenfalls Neuigkeiten. Das Universitätsklinikum Leipzig erhielt im Juli 2026 die Zertifizierung als ernährungsmedizinische Schwerpunktabteilung. Hintergrund: 45 Prozent der Typ-2-Diabetiker weisen Mikronährstoffmängel auf – besonders bei Vitamin D und Magnesium. Ab 2028 soll in Deutschland ein bundesweit verpflichtendes Screening auf Mangelernährung bei Krankenhausaufnahmen eingeführt werden.

Zuckersteuer und „Eine Gesundheit“-Konzept

Die Politik reagiert mit strukturellen Maßnahmen. Für 2028 ist in Deutschland die Einführung einer Zuckersteuer geplant. Schätzungen zufolge könnten dadurch jährlich bis zu 170 Millionen Euro bei den Krankenkassen eingespart werden. Über 20 Jahre gerechnet wären das insgesamt vier Milliarden Euro weniger Behandlungskosten.

Der Rat der Europäischen Union billigte zudem am 13. Juli 2026 Schlussfolgerungen zum „Eine Gesundheit“-Konzept. Es betrachtet die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt in den Agrarsystemen integriert.

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Social Media: Wenn gesundes Essen zur Zwangsstörung wird

Experten beobachten eine Veränderung im Ernährungsverhalten durch soziale Medien. Besonders Jugendliche übernehmen Ernährungsregeln von TikTok oder Instagram. Fachleute warnen vor der Entwicklung einer Orthorexia nervosa – einer zwanghaften Fixierung auf gesundes Essen. Ihr Rat: Stärker auf das eigene Körpergefühl hören statt auf starre Online-Vorgaben.

Dass soziale Faktoren ohnehin eine wesentliche Rolle spielen, zeigen Untersuchungen aus sardischen „Blue Zones“. Hier erweisen sich regelmäßige soziale und geistige Aktivitäten als ebenso entscheidend für gesundes Altern wie die reine Nährstoffzufuhr.

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