Chronische, Schmerzen

Chronische Schmerzen: Yin Yoga und Biofeedback statt Medikamente

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 03:02 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Forschung setzt auf Bewegung, Biofeedback und kognitive Resilienz als Alternativen zur reinen Medikation bei chronischen Schmerzen.

Chronische Schmerzen: Neue integrative Therapieansätze im Fokus
Eine Person praktiziert sanftes Yin Yoga, im Hintergrund eine verschwommene Handpan. Fokus auf Entspannung und therapeutische Bewegung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Statt allein auf Medikamente zu setzen, rücken kognitive Resilienz, neurozentrierte Verfahren und spezialisierte Bewegungstherapien in den Fokus aktueller Forschung und Praxis.

Yoga und Tanz: Bewegung als Therapie

In der therapeutischen Praxis gewinnen Kombinationen aus Bewegung und akustischen Reizen an Bedeutung. Konzepte wie Yin Yoga mit Handpan-Musik versprechen tief sitzende Verspannungen zu lösen. Geplant sind entsprechende Kurse am 28. September und 30. November 2026 in Obernburg am Main. Sie kombinieren langsame Dehnübungen mit Klangentspannung, um direkt auf das Nervensystem einzuwirken.

Auch rhythmische Bewegung ohne Leistungsdruck zeigt Wirkung. Tanztrainings in Köln im Juli 2026 halfen Patienten bei der allgemeinen Mobilisierung. Für ältere Menschen stehen Programme zur Sturzprävention im Fokus, wie sie Mitte Juli 2026 in Rüdersdorf bei Berlin angeboten wurden. Ziel ist es, Schonhaltungen und daraus resultierende Verspannungen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Hybrid-Therapie bei Long-COVID

Neue Daten zur Rehabilitation nach Infektionskrankheiten liefert das Projekt „ErgoLoCo“. Erste Auswertungen deuten darauf hin, dass die Kombination aus Online-Sitzungen und Präsenzterminen die Lebensqualität von Long-COVID-Betroffenen steigern kann. Der ganzheitliche Ansatz adressiert sowohl physische als auch psychische Aspekte der Schmerzbewältigung.

Biofeedback: Den Körper steuern lernen

Digitale Verfahren zur Schmerz- und Stressregulation boomen. Die Deutsche Gesellschaft für Biofeedback plant für den 23. September 2026 einen Online-Fachvortrag. Eine Entspannungstherapeutin zeigt, wie Patienten lernen, biologische Signale wie Muskelspannung bewusst wahrzunehmen und zu beeinflussen.

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Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) geht noch einen Schritt weiter. Ab November 2026 startet mit dem „Cortex Circle“ ein Programm für Führungskräfte. Wearables und Eye-Tracking machen kognitive Muster unter Druck sichtbar. Das Ziel: kognitive Resilienz stärken, um physische Stressreaktionen und Verspannungen zu verhindern.

Neue Erkenntnisse aus der Hirnforschung

Die Suche nach den neurologischen Ursachen chronischer Schmerzen liefert überraschende Ergebnisse. Hirnautopsien bei schwer an ME/CFS erkrankten Patienten in den Niederlanden deuten auf eine Störung der HPA-Achse hin. Forscher fanden eine drastisch reduzierte Anzahl an Neuronen im Hypothalamus. Das könnte die extreme Schmerzempfindlichkeit und Erschöpfung der Betroffenen erklären – die Ergebnisse müssen jedoch noch bestätigt werden.

Auch bei Fibromyalgie zeigen Untersuchungen eine verstärkte Aktivierung der Schmerzzentren im Gehirn. Das EU-Projekt „xPEDition“ – eine Kooperation der Universitätsmedizin Oldenburg mit der Universität Groningen – setzt hier auf Aufklärung und Prävention in der Ems-Dollart-Region.

Leitlinien für ältere Patienten

Die S3-Leitlinie „GeriPAIN“ gibt wichtige Orientierung für die Behandlung älterer Patienten. Analgetika werden bei geriatrischen Patienten anders verstoffwechselt, und Multimedikation erhöht das Risiko für Nebenwirkungen erheblich. Experten betonen: Medikamentöse Therapien müssen kritisch geprüft und durch nicht-medikamentöse Alternativen ergänzt werden.

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Austern als Hoffnungsträger?

Ein kurioser Nebenpfad der Forschung: Zellstudien aus Italien deuten darauf hin, dass Extrakte aus der Pazifischen Auster entzündungshemmende Eigenschaften besitzen könnten. Durch die Hemmung bestimmter Signalwege könnten sie künftig eine Rolle in der begleitenden Therapie spielen. Klinische Studien stehen allerdings noch aus.

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