Mentale, Gesundheit

Mentale Gesundheit: DAK dokumentiert dramatischen Anstieg um neun Prozent

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 19:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Psychische Leiden verdrängen Atemwegserkrankungen als häufigsten Krankschreibungsgrund. Experten fordern neue Präventionsstrategien und systemische Ansätze.

Psychische Erkrankungen als Hauptgrund für Krankschreibungen 2026
Moderne Büroumgebung mit Fokus auf betriebliche Gesundheitsförderung und präventive Ansätze am Arbeitsplatz. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Daten zeigen: Psychische Erkrankungen sind erstmals die häufigste Ursache für Krankschreibungen. Der Krankenstand stabilisierte sich zwar bei 5,3 Prozent – doch die Ursachen verschieben sich dramatisch.

Psychische Erkrankungen legen um neun Prozent zu

Ein aktueller Gesundheitsreport der DAK für das erste Halbjahr 2026 belegt den Trend. Psychische Erkrankungen verzeichneten einen Zuwachs von neun Prozent. Gleichzeitig gingen Atemwegserkrankungen um 21 Prozent zurück. Die durchschnittliche Krankheitsdauer liegt bei 9,7 Tagen.

Experten fordern deshalb neue Präventionsstrategien. Der Fokus muss auf systemischen Ansätzen liegen, die Belastungen frühzeitig in Lebens- und Arbeitskontexten erkennen.

Neue Studiengänge für komplexe Herausforderungen

Die Universität Bonn reagiert auf diesen Bedarf. Zum Wintersemester 2026/27 startet sie in Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln den Masterstudiengang „Schutz vor sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in Organisationen“. Das berufsbegleitende Programm richtet sich an Fachkräfte, die präventive Schutzkonzepte entwickeln.

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Auf internationaler Ebene setzt die WHO/Europe auf kurze, intensive Qualifizierungen. Eine Summer School in Nizza widmet sich dem Systemdenken zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten. Zielgruppe sind Promovierende und Berufstätige.

Prozessmanagement und Spezialisierung in der Pflege

Auch in der Ausbildung zeigen sich neue Strukturen. Die Höhere Fachschule Medizintechnik Sarnen lanciert für Frühjahr 2027 einen schweizweit ersten Studiengang für Prozessmanagement im Gesundheitswesen. Das Curriculum entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Zukunft Alter und dem Kantonsspital Obwalden.

Das St. Marien-Hospital Marsberg und das Christliche Klinikum Paderborn gehen einen anderen Weg. Ab Herbst 2026 starten sie ein neuartiges Modell für die Intensivpflege-Ausbildung. Auszubildende werden von Beginn an direkt auf Intensivstationen eingesetzt.

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Krisenkompetenz beginnt in der Schule

Die Universität zu Köln erprobt einen ungewöhnlichen Ansatz. Ein Pilotprojekt am Helmholtz-Gymnasium Essen nutzt Simulationsspiele, um die Krisenkompetenz von Schülern zu stärken. Die Jugendlichen simulieren einen flächendeckenden Stromausfall – und lernen, in Ausnahmesituationen Verantwortung zu übernehmen. Das Modell soll später auf weitere Schulen im Ruhrgebiet ausgeweitet werden.

Ergänzt wird das Angebot durch fachspezifische Weiterbildungen. Ein Studientag in Siegburg befasste sich mit Trauerpastoral bei Kindern. Online-Vorträge an der Universität Potsdam analysieren die Auswirkungen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit Jugendlicher. Die Botschaft ist klar: Prävention muss systemisch denken – und früh ansetzen.

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