Mentale, Gesundheit

Mentale Gesundheit: 35.000 Schüler durch Kopfsachen e.V. erreicht

03.06.2026 - 20:09:31 | boerse-global.de

Zahlreiche Initiativen in Schulen und Nachbarschaften sollen die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken und Wartezeiten auf Therapieplätze überbrücken.

Mentale Gesundheit: 35.000 Schüler durch Kopfsachen e.V. erreicht - Bild: über boerse-global.de
Mentale Gesundheit: 35.000 Schüler durch Kopfsachen e.V. erreicht - Bild: über boerse-global.de

Das zeigen aktuelle Berichte von Krankenkassen wie der DAK. Immer mehr Initiativen setzen deshalb auf Prävention und niedrigschwellige Hilfsangebote – von Schulen über Forschung bis zur Nachbarschaft.

Wattenscheid macht Schule: Reallabor für seelische Stärke

Ein Vorzeigeprojekt läuft im Bochumer Stadtteil Wattenscheid. Unter dem Titel Urban Mental Health arbeiten Schulen, Kitas, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und die Stadtverwaltung zusammen. Ziel ist es, Kinder frühzeitig seelisch zu stärken. Die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Dr. Silvia Schneider von der Ruhr-Universität Bochum.

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Die Kosten: rund 250.000 Euro pro Jahr. Das Projekt orientiert sich an US-Erkenntnissen, wonach jeder investierte Dollar in frühkindliche psychische Gesundheit langfristig sieben bis zwölf Dollar einbringt.

Ähnliche Ansätze gibt es im Essener Nordviertel. Das Programm Grundschulen stärken Kinder wird von der Anneliese Brost-Stiftung initiiert und unter anderem von Vonovia unterstützt. Im Fokus stehen soziale Kompetenzen und emotionale Fähigkeiten.

Burgenland: „REAL ME“ gegen Schönheitsideale

Anfang Juni 2026 startete im Burgenland das Projekt REAL ME. Es richtet sich an Volksschüler und wurde von Studierenden der Pädagogischen Hochschule Burgenland entwickelt. Die Inhalte: Körperbewusstsein und digitale Resilienz gegenüber modernen Schönheitsidealen.

Auszeichnung für Kopfsachen e.V.

Zivilgesellschaftliches Engagement wird zunehmend staatlich gewürdigt. Am 2. Juni 2026 kürte die Berliner Senatsverwaltung den Verein Kopfsachen e.V. zum „Sozialen Unternehmen 2026“ in der Kategorie Mensch. Der Verein hat mit über 1.300 Workshops die mentale Gesundheitskompetenz von mehr als 35.000 Schülern an rund 200 Schulen bundesweit gefördert.

Der Berufsverband der Präventologen e.V. ergänzt das Feld mit seiner Initiative „25 Impulse“. Der Fokus liegt auf frühkindlicher Gesundheitsförderung und Ressourcenstärkung statt Defizitorientierung.

Wartezeiten: Podcast und Wohnprojekte als Brücke

Die Wartezeit auf einen Therapieplatz beträgt derzeit oft sechs bis neun Monate. Digitale Angebote schließen Lücken. Der Podcast Junge Psyche von Fachtherapeutinnen aus Mülheim und Hamm gibt Familien Orientierung zu ADHS, Schulangst oder Pubertätsproblemen.

In Wien zeigt ein Wohnmodell neue Wege: Die Wiener Sozialdienste betreiben einen Garçonnièrenverbund in der Seestadt. Das 2019 gestartete Projekt ermöglicht Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen eigenständiges Wohnen mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung – zu Mietpreisen von rund 350 Euro monatlich.

Selbsthilfe boomt: Ziss Rotenburg verdoppelt Gruppen

Die Kontaktstelle Ziss in Rotenburg feiert am 12. Juni 2026 ihr 20-jähriges Bestehen. Sie betreut mittlerweile rund 100 Gruppen – doppelt so viele wie 2019. Allein 2025 suchten über 300 Menschen Anschluss an eine Selbsthilfegruppe. Schwerpunkte: Suchterkrankungen und psychische Belastungen.

Woche der Seelischen Gesundheit 2026

Für die zweite Jahreshälfte sind bundesweite Aktionen geplant. Die Woche der Seelischen Gesundheit findet vom 10. bis 20. Oktober 2026 statt – unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander“. Koordiniert wird sie vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, das in diesem Jahr ebenfalls 20 Jahre alt wird. Die Auftaktveranstaltung ist für den 9. Oktober 2026 in Berlin geplant, Schirmherrin ist Dr. Ina Czyborra.

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Neuer Studiengang: Gesundheitspsychologie in Bochum

Die Hochschule Bochum reagiert auf den steigenden Fachkräftebedarf. Zum Wintersemester 2026/27 startet der Bachelorstudiengang Gesundheitspsychologie. Das Curriculum besteht zu 80 Prozent aus psychologischen Inhalten und zu 20 Prozent aus Versorgungsaspekten – richtet sich aber nicht auf die approbierte Psychotherapie.

Auch ungewöhnliche Therapieformen etablieren sich: Die Gartentherapie wird unter anderem bei Demenz und Depressionen eingesetzt. Experten betonen, dass natürliche Elemente die kognitive und emotionale Stabilität fördern – besonders in der Betreuung älterer Menschen oder behinderter Kinder.

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