Meditation, Studie

Meditation: Studie zeigt Veränderung der Selbstwahrnehmung

Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 07:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tübinger Studie zeigt: Meditation verändert Selbstwahrnehmung positiv. Auch bei Rückenschmerzen und Burnout-Prävention vielversprechend.

Meditation verändert Gehirnstruktur: Neue Studien belegen Effekte
Eine Person sitzt in einer ruhigen, hellen Umgebung in Meditation, umgeben von subtilen, leuchtenden Mustern, die Bewusstsein und neuronale Aktivität symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Längst bekannt sind Effekte wie Stressreduktion und bessere emotionale Regulation. Aktuelle Studien fokussieren nun auf Veränderungen der Selbstwahrnehmung – mit überraschenden Ergebnissen.

Wenn das Ich verschwimmt

Eine Studie des Universitätsklinikums Tübingen, veröffentlicht in Scientific Reports, untersuchte die Wirkung von Meditation auf das Selbsterleben. 121 Personen nahmen teil. Die Forscher stellten fest: Meditation kann die Selbstwahrnehmung verändern – ähnlich wie bei Depersonalisation oder Derealisation.

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied: Während Betroffene klinischer Störungen solche Zustände als belastend empfinden, bewerteten die Studienteilnehmer die Erfahrungen mehrheitlich positiv. Mehr als ein Drittel erlebte diese Veränderungen bereits nach weniger als 100 Stunden Meditationspraxis. Achtsamkeit kann das subjektive Erleben von Identität und Umwelt offenbar grundlegend modifizieren.

Spirituelle Erfahrungen im Gehirn sichtbar

Forschungen aus dem Sommer 2026 zeigen zudem: Spirituelle Erlebnisse haben messbare neuronale Korrelate. Fachleute betonen jedoch: Die Sichtbarkeit im Gehirn ist kein Beweis für metaphysische Konzepte wie eine Seele.

Klarnachweisbar ist dagegen, dass Meditation gezielt Aufmerksamkeit und Stressverarbeitung beeinflusst. Regelmäßige Praxis stärkt Hirnareale, die für emotionale Regulation zuständig sind. Trotz dieser Fortschritte bleibt die Bewusstseinsforschung ein komplexes Feld mit vielen offenen Fragen.

Hilfe bei Rückenschmerzen

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Auch in der Medizin wird der Nutzen von Achtsamkeit evaluiert. Eine randomisierte Studie in JAMA Internal Medicine untersuchte achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) als Ergänzung zur Behandlung von Kreuzschmerzen.

Die Ergebnisse aus Hausarztpraxen und Online-Formaten zeigten: MBSR kann Schmerzen im unteren Rücken lindern. Die Wirkung blieb hinter den hohen Erwartungen zurück, gilt aber als sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen Therapie.

Führungsstil senkt Burnout-Risiko

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 mit über 10.000 Teilnehmenden belegte zudem: Bestimmte Führungsstile – insbesondere transformationale Führung – senken das Burnout-Risiko signifikant. Die Erkenntnisse ergänzen die Achtsamkeitsdebatte, denn sie zeigen den Einfluss des sozialen Umfelds auf emotionale Erschöpfung.

Praxis vor Ort

Die Theorie findet ihren Weg in die Praxis. In Bernau bei Berlin gibt es ab Juli wöchentliches Qigong und Meditation. In Zug laufen seit Juni wöchentliche Zen-Meditationsabende in kirchennahem Umfeld. Hamburg bietet im Juli kombinierte Workshops für Yin Yoga und Klangheilung.

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Auch im klinischen Bereich tut sich was: Eine Fortbildung für Pflegekräfte am Klinikum am Weissenhof in Weinsberg widmet sich Anfang Juli autogenem Training und Atemtechniken. Ziel: Personal im Umgang mit hohen psychischen Belastungen zu unterstützen.

Der Trend erfasst sogar den Bildungssektor. Die Fachzeitschrift zeitspRUng widmet sich in aktuellen Ausgaben dem Thema Stille und bietet Lehrmaterialien für den Unterricht. Das passt zu Erhebungen wie dem Arbeitsklima Index, der steigende psychische Belastung und hohen Zeitdruck in vielen Berufsgruppen konstatiert.

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