Lichttherapie, Studie

Lichttherapie: Studie belegt messbaren Effekt auf Schlaf älterer Menschen

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie der University of Surrey zeigt: Morgendliche Lichttherapie stabilisiert bei älteren Menschen Aktivität und Schlaf-Wach-Rhythmus.

University of Surrey: Tageslichtlampen fördern Aktivität im Alter
Ein sonnendurchflutetes Wohnzimmer am frühen Morgen mit warmem Licht, das durch ein Fenster fällt und eine ruhige, natürliche Atmosphäre schafft. Illustration mit AI erstellt.

Eine im Journal of Pineal Research veröffentlichte Studie der University of Surrey liefert neue Erkenntnisse darüber, wie sich künstliches Tageslicht auf Schlaf, Aktivität und den Tag-Nacht-Rhythmus älterer Menschen auswirkt.

Die sogenannte ENLIGHTENme-Studie untersuchte über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 63 und 92 Jahren aus Amsterdam, Bologna und Tartu und kommt zu dem Schluss, dass gezielte Lichttherapie messbare Verbesserungen bei zentralen Aspekten des Alterns bewirken kann.

Aufbau der Studie

Die Forschenden ließen die Teilnehmer über einen Zeitraum von 12 Wochen Tageslichtlampen nutzen. Dabei galten feste zeitliche Vorgaben: Die Lichtanwendung musste morgens innerhalb einer Stunde nach dem Aufwachen erfolgen, während das Licht spätestens vier Stunden vor dem Schlafengehen wieder ausgeschaltet werden musste. Dieses strukturierte Vorgehen sollte den natürlichen zirkadianen Rhythmus gezielt unterstützen, ohne ihn durch Lichteinwirkung am Abend zu stören.

Ergebnisse: Mehr Aktivität, stabilere Rhythmen

Die Auswertung zeigte, dass die Teilnehmer durch die Anwendung der Tageslichtlampen aktiver wurden und einen stabileren Tag-Nacht-Rhythmus entwickelten. Besonders deutlich fiel der Effekt bei jenen Personen aus, die das Licht früh am Morgen nutzten: Bei ihnen stieg die Aktivität, während gleichzeitig die Fragmentierung von Schlaf- und Wachphasen zurückging.

Auch ein Zusammenhang mit natürlicher Lichtexposition zeigte sich in den Daten – Teilnehmer, die im Alltag ohnehin mehr natürlichem Licht ausgesetzt waren, wiesen ein höheres Aktivitätsniveau auf.

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Hinweise auf Zusammenhänge mit Stoffwechselerkrankungen

Ein weiterer Befund der Studie betrifft Teilnehmer mit metabolischen Störungen. Diese Gruppe zeigte im Vergleich eine geringere Lichtexposition als andere Studienteilnehmer. Die Forscher werten dies als möglichen Hinweis darauf, dass Lichtexposition und Stoffwechselgesundheit im Alter zusammenhängen könnten – ein Feld, das weitere Untersuchungen nahelegt.

Bedeutung für die Praxis

Die Ergebnisse der University of Surrey reihen sich in eine wachsende Zahl von Untersuchungen ein, die sich mit nicht-medikamentösen Ansätzen zur Verbesserung von Schlaf und Aktivität im höheren Lebensalter befassen.

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Da Schlafprobleme und ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus zu den häufigen Begleiterscheinungen des Alterns zählen, könnten einfache, niedrigschwellige Interventionen wie der gezielte Einsatz von Tageslichtlampen eine praktikable Ergänzung zu bestehenden Ansätzen darstellen.

Die klar definierten Anwendungszeiten – morgens früh nach dem Aufstehen, mit ausreichendem Abstand zum Zubettgehen am Abend – liefern dabei konkrete Anhaltspunkte für eine mögliche praktische Umsetzung.

Die Studie legt nahe, dass bereits vergleichsweise einfache Verhaltensanpassungen, kombiniert mit gezielter Lichtexposition, einen messbaren Effekt auf Aktivität und Schlafqualität älterer Menschen haben können. Die Wissenschaftler der University of Surrey sehen darin einen Ansatzpunkt für weiterführende Forschung, insbesondere im Hinblick auf mögliche Zusammenhänge zwischen Lichtexposition und Stoffwechselerkrankungen im Alter.

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de | wissenschaft | 70052026 |