Lebensmittel, Industrie

Damit Innovation nicht im Labor endet

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 09:59 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

Leuna - Durch Skalierung wird Innovation zur Transformation: Wie angewandte Forschung die Chemieindustrie unterstützen kann.

Damit Innovation nicht im Labor endet - Bild: presseportal.de
Damit Innovation nicht im Labor endet - Bild: presseportal.de

Zwischen Labor und industrieller Produktion liegen oftmals enorme technische, finanzielle und regulatorische Risiken. Pilot- und Demonstrationsanlagen fungieren dabei als verkleinerte Versionen industrieller Anlagen und ermöglichen es, Technologien unter realitätsnahen Bedingungen auf ihre Umsetzbarkeit, Effizienz und Marktfähigkeit zu prüfen. Die dabei gewonnenen Daten bilden eine wichtige Grundlage für die Investition in eine industrielle Produktionsanlage. Häufig fehlt es jedoch an der geeigneten Chemiewerksinfrastruktur. Bei neuen chemischen Verfahren, die CO2 oder erneuerbare Ressourcen als Ausgangsstoffe nutzen, ist diese Lücke noch größer. "In Deutschland und Europa existiert eine exzellente Grundlagenforschung. Die zentrale Herausforderung liegt dabei weniger in der Entwicklung neuer Technologien als darin, den Beleg zu schaffen, dass diese zuverlässig und wirtschaftlich im industriellen Maßstab umsetzbar sind", sagt Dr. Holger Wondraczek vom Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP. Das Institut beschleunigt den Weg vom Labormaßstab in die industrielle Realität mit flexibel einsetzbaren Pilotanlagen und interdisziplinärer Expertise. So können Prozesse unter realen Bedingungen erprobt und Investitionsentscheidungen mit belastbaren Daten abgesichert werden, ohne dass es einer eigenen, kostspieligen Anlage bedarf.

"Was wir am Fraunhofer CBP anbieten, ist weltweit nur selten in dieser Form verfügbar", so Dr. Wondraczek. "Kunden können ihre Prozesse auf unserer Multi-Purpose-Pilotanlage einbringen oder eigene Demonstrationsanlagen auf unsere Infrastruktur bauen. Die CBP-Betriebsexperten und -Wissenschaftler kennen die Fallstricke bei Skalierungsprojekten und unterstützen dabei, Scale-up-Risiken zu vermeiden und schneller zum Erfolg zu kommen." Wenn die vorhandene Pilotanlage zum Prozess passt, kann ein Unternehmen praktisch sofort starten. Auch eine kundeneigene Demonstrationsanlage lässt sich vergleichsweise schnell realisieren. Für den Kunden Pruvia wurde beispielsweise das unternehmenseigene thermische Recycling von Kunststoffen im großen Maßstab auf einer Anlage auf dem Außengelände des Fraunhofer CBP erprobt. Außerdem entwickelt ein CBP-Schwesterinstitut gemeinsam mit der Mibelle Group eine neuartige Biotechnologie zur Herstellung palmölfreier Fette aus CO2. Auch diese wird auf den Anlagen des CBP für die spätere industrielle Anwendung pilotiert.

Die Überführung innovativer Verfahren in den industriellen Maßstab ist auch das Ziel der Eigenentwicklungen am Fraunhofer CBP. Ein Beispiel ist das EthaNa-Verfahren zur ganzheitlichen Nutzung von Raps. Dabei wird aus Rapspresskuchen eine alternative Proteinquelle für die Lebensmittelindustrie gewonnen.

Auch die Rapsschalen werden einer weiteren Nutzung zugeführt. "Aktuell sind wir mit potenziellen Anwendern im Gespräch, um diese Forschungsergebnisse in die industrielle Kommerzialisierung zu bringen", so Dr. Wondraczek. "Neben der Auftragspilotierung suchen wir proaktiv den Austausch mit Industriepartnern, insbesondere mit Blick auf regulatorische Anforderungen und neue Märkte für alternative Proteine, die wir mit unseren entwickelten Verfahren adressieren."

Pressekontakt:

N: Claudia Vorbeck
T: +497119704031
E: claudia.vorbeck@igb.fraunhofer.de

Original-Content von: Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP übermittelt durch news aktuell

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