Lebensmittelpreise: Ein Drittel teurer seit Corona – Österreich senkt Steuern
30.06.2026 - 12:32:32 | boerse-global.de
Seit der Corona-Pandemie sind die Kosten für Nahrungsmittel um rund ein Drittel gestiegen. Das zeigt eine Analyse von Foodwatch vom Juni 2026.
Marktmacht der Großen
Ein zentraler Treiber der Preisentwicklung: die hohe Marktkonzentration. Die vier großen Handelskonzerne Edeka, Aldi, Rewe und die Schwarz-Gruppe kontrollieren rund 90 Prozent des deutschen Lebensmitteleinzelhandels. Foodwatch macht diese Marktmacht für die anhaltend hohen Preise mitverantwortlich.
Die aktuellen Daten aus Nordrhein-Westfalen zeigen ein gemischtes Bild. Im Juni sank die Inflationsrate dort auf 2,1 Prozent (Mai: 2,4 Prozent). Doch die Entwicklung variiert stark zwischen den Warengruppen:
- Molkereiprodukte: minus 3,7 Prozent
- Speisefette: minus 16,1 Prozent
- Fleisch: plus 2,4 Prozent
- Fisch: plus 3,1 Prozent
- Brot: plus 0,9 Prozent
Österreich macht es vor
Während in Deutschland noch diskutiert wird, handelt Österreich. Zum 1. Juli 2026 tritt dort eine Steuersenkung in Kraft. Die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Milch, Semmeln, heimisches Obst und Gemüse sowie Joghurt sinkt von 10 auf 4,9 Prozent. Fleisch, Käse, Kaffee und Fertigprodukte sind ausgenommen.
Die Rechnung: Ein durchschnittlicher Frühstückseinkauf könnte von 13,15 auf 12,54 Euro fallen. Foodwatch fordert für Deutschland eine Nullsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte sowie eine Limonaden-Steuer.
Verbraucher fühlen sich abgehängt
Eine NDR-Umfrage vom 29. Juni 2026 zeigt die Stimmung. Über 28.000 Menschen nahmen teil. Zwei Drittel geben an, dass sich ihre finanzielle Lage verschlechtert hat. Mehr als die Hälfte fordert eine Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel. Ganze 83 Prozent bewerten die bisherigen Entlastungsmaßnahmen als unzureichend.
Die Folge: Rund 50 Prozent der Verbraucher greifen zu günstigeren Alternativprodukten.
Clever einkaufen – aber wie?
Trotz hoher Preise bleibt gesunde Ernährung möglich. Das betonen Fachleute in aktuellen Empfehlungen. Kosteneffiziente Proteinquellen und Energielieferanten sind demnach:
- Kartoffeln und Reis
- Haferflocken
- Eier und Magerquark
- Hülsenfrüchte
Auch beim Grillen lässt sich sparen. Wer Fleisch selbst mariniert und Salate selbst zubereitet, reduziert die Kosten. Meal Prep – die vorausschauende Planung von Mahlzeiten – kann Spontankäufe und Lebensmittelabfälle vermeiden. Jährlich landen in Deutschland rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. 58 Prozent davon stammen aus privaten Haushalten.
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Burger per KI, Wurst aus Mehlwürmern
Der Markt reagiert mit Innovationen. Forscher der Stanford University stellten am 30. Juni 2026 ein KI-Tool namens BurgerAI vor. Es berechnet auf Basis von über 2.200 Rezepten optimale Kombinationen für Geschmack und Nachhaltigkeit. Fleischlose Varianten auf Pilz- oder Bohnenbasis schnitten geschmacklich überraschend gut ab.
Die Universität Bayreuth entwickelte eine Hybridweißwurst, bei der bis zu 20 Prozent des Fleischanteils durch Mehlwurmprotein ersetzt werden. Klingt nach Zukunft? 62 Prozent der Deutschen lehnen Insekten als Nahrungsmittel ab.
Vorsicht bei Süßungsmitteln
Ein neuer Trend in sozialen Medien: die „0-Kalorien-Kaffeecreme“ mit Erythrit. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt eine maximale Tagesdosis von 0,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Fachleute warnen vor abführenden Wirkungen und untersuchen mögliche Herz-Kreislauf-Risiken.
Neben künstlichen Süßstoffen kann auch ein unbemerkter Zuckerkonsum im Alltag zu Erschöpfung und Gelenkbeschwerden führen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie mit einfachen Rezepten gesund genießen, ohne auf Geschmack verzichten zu müssen. Kostenlosen PDF-Ratgeber für zuckerfreies Leben herunterladen
Parallel dazu warnen Mediziner vor der rasant steigenden Verbreitung der nicht-alkoholischen Fettleber bei jungen Menschen. Bewegungsmangel und zuckerreiche Ernährung sind die Hauptursachen.
