Lebensmittel-Zusatzstoffe: Studie zeigt 29% höheres Bluthochdruck-Risiko
22.06.2026 - 04:56:01 | boerse-global.de
Der regelmäßige Konsum bestimmter Lebensmittelzusatzstoffe könnte das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich steigern. Das legt eine umfangreiche französische Beobachtungsstudie nahe, deren Ergebnisse Mitte Juni im European Heart Journal erschienen sind.
Forscher des französischen Gesundheitsforschungsinstituts INSERM sowie der Universitäten Sorbonne Paris Nord und Paris Cité werteten Daten von 112.395 Erwachsenen aus. Über sieben bis acht Jahre dokumentierten die Teilnehmer ihre Ernährungsgewohnheiten.
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Acht kritische Stoffe identifiziert
Die statistische Auswertung zeigt klare Zusammenhänge: Personen mit dem höchsten Konsum von Konservierungsstoffen (E200 bis E299) hatten ein um 29 Prozent erhöhtes Risiko für Bluthochdruck. Auch das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle stieg um 16 Prozent.
Bei Antioxidantien (E300 bis E399) beobachteten die Wissenschaftler ein um 22 Prozent höheres Hypertonie-Risiko. Die Forscher um Dr. Mathilde Touvier identifizierten acht spezifische Zusatzstoffe, die mit erhöhtem Blutdruck in Verbindung stehen:
- Kaliumsorbat (E202)
- Kaliummetabisulfit (E224)
- Natriumnitrit (E250)
- Ascorbinsäure (E300)
- Natriumascorbat (E301)
- Natriumerythorbat (E316)
- Zitronensäure (E330)
- Rosmarinextrakte (E392)
Ascorbinsäure unter besonderer Beobachtung
Besonders ins Auge fiel den Forschern die Ascorbinsäure (E300). Sie war der einzige untersuchte Stoff, der zusätzlich mit einem direkt erhöhten Risiko für allgemeine Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhing.
Die Studienautoren betonen jedoch: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Die Ergebnisse zeigen statistische Assoziationen – keinen endgültigen kausalen Beweis.
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Rufe nach Neubewertung der Grenzwerte
Angesichts der Ergebnisse fordern die Wissenschaftler eine kritische Überprüfung der aktuellen Sicherheitsbewertungen. Viele der identifizierten Stoffe stecken in einer Vielzahl verarbeiteter Lebensmittel. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die US-amerikanische FDA sollten die Risiken und Grenzwerte neu bewerten.
Bis dahin empfehlen die Forscher Verbrauchern, den Anteil hochverarbeiteter Lebensmittel zu reduzieren und zu unverarbeiteten Alternativen zu greifen. Bereits im Mai hatte die European Society of Cardiology auf die Bedeutung des Themas für die öffentliche Gesundheit hingewiesen.
