Kreatin für das Gehirn: EU lehnt Health Claim nach 21 Studien ab
10.06.2026 - 10:38:38 | boerse-global.de
Doch die EU-Kommission hat Ende Mai 2026 einen entsprechenden Health Claim abgelehnt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte dafür 21 Humanstudien ausgewertet – und fand keinen konsistenten Beleg für einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.
Der Antrag der Alzchem Trostberg GmbH sah eine tägliche Dosis von 3 Gramm vor. Positive Effekte zeigten sich nur in Einzelstudien mit 10 bis 20 Gramm pro Tag. Und selbst diese Ergebnisse ließen sich nicht reproduzieren. Wer also auf Kreatin als Denksportler hofft, sucht vergeblich.
Wenn Anti-Aging-Mittel den Trainingserfolg killen
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Noch bitterer kommt es für alle, die auf teure Longevity-Präparate setzen. Eine Studie im Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle vom April 2026 zeigt: Rapamycin kann den Trainingseffekt sogar behindern.
Bei Erwachsenen über 65 Jahren schnitt die Placebo-Gruppe in Kraft, Gehgeschwindigkeit und Muskelmasse besser ab als die Rapamycin-Gruppe. Die Vermutung der Forscher: Der Wirkstoff dämpft die natürliche Anpassungsreaktion des Körpers auf Sport. Und das bei Kosten von mehreren tausend Euro pro Jahr.
Parallel dazu startete Retro Biosciences in Australien eine Phase-1-Studie für RTR242. Der Wirkstoff soll die Autophagie fördern und neurodegenerativen Erkrankungen vorbeugen. Erste Daten gibt es frühestens im Spätsommer 2026.
Muskeln retten beim Abnehmen – geht das?
GLP-1-Medikamente wie Ozempic lassen die Pfunde purzeln. Aber was passiert mit den Muskeln? Eine Wiener Beobachtungsstudie, Anfang Mai 2026 in Istanbul präsentiert, gibt Entwarnung: Bei über 400 Probanden lag der Gewichtsverlust bei rund 10 Prozent. Davon entfielen 9 Kilogramm auf Fett, nur 1,2 Kilogramm auf Muskelmasse. Bei den meisten blieb die relative Muskelmasse stabil oder stieg sogar.
Noch gezielter geht ein neuer Ansatz: Der Myostatin-Inhibitor Apitegromab in Kombination mit Tirzepatid. Eine Phase-2-Studie in Nature Medicine zeigt: Der Verlust an Magermasse sank auf 1,6 Kilogramm – die Placebo-Gruppe verlor 3,5 Kilogramm. Ein vielversprechender Ansatz für den Muskelerhalt beim Abnehmen.
Leistungsdruck ohne Dopingkontrolle
Nicht nur im Sport, auch im Alltag greifen Menschen zu leistungssteigernden Mitteln. Eine narrative Übersichtsarbeit vom Juni 2026 zeigt: Stimulanzien, Schlafregulatoren und Schmerzmittel werden als Reaktion auf Stress und hohe kognitive Anforderungen im Job eingesetzt. Die Autoren warnen vor begrenzter Wirksamkeit und erheblichen Risiken wie Abhängigkeit und Toleranzbildung. Ein formales Kontrollregime gibt es nicht.
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Im Spitzensport setzt man dagegen auf Daten statt Pillen. Die Schweizer Nationalmannschaft nutzt für die WM-Vorbereitung 2026 tägliche Cortisol-Messungen via Speicheltests und GPS-gestütztes Belastungsmonitoring. Ziel: Regeneration und Hitze-Management individuell steuern – ohne Pharmaka.
Knoblauch und andere Hoffnungsträger
Die Forschung sucht weiter nach neuen Wirkstoffen. Eine Studie in Cell Metabolism identifizierte den Knoblauch-Inhaltsstoff S1PC als möglichen Faktor für gesundes Muskelaltern. In Mäuseversuchen verbesserten sich die Kraftwerte deutlich. Auch an der ETH Zürich wird an „Compound 10“ geforscht – einem Wirkstoff, der den Abbau von Nervenzellen verlangsamen und Anti-Aging-Effekte erzielen soll. Erste Modellversuche waren erfolgreich.
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