Vitamin-D-Mangel: Folge, nicht Ursache von Übergewicht
10.06.2026 - 10:38:38 | boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen: Wer es loswerden will, braucht mehr als nur Kalorienzählen.
Das gefährliche Fett, das mitredet
Viszerales Bauchfett ist kein passiver Energiespeicher. Es produziert entzündliche Botenstoffe, die den Stoffwechsel aus dem Takt bringen und Insulinresistenz fördern. Die gute Nachricht: Wer seinen Insulinspiegel stabilisiert, schafft die Grundlage für den Fettabbau.
Anzeige: Die aktuelle Studie zeigt: Vitamin-D-Mangel ist bei Übergewicht oft eine Folge, nicht die Ursache. Wer seinen Insulinspiegel stabilisiert und gezielt Krafttraining einbaut, verbessert beides – Stoffwechsel und Vitamin-D-Werte. Jetzt 3-Schritte-Plan anfordern
Eine proteinreiche Ernährung mit gesunden Fetten und Ballaststoffen gilt dabei als wirksame Strategie. Crash-Diäten dagegen treiben den Cortisolspiegel in die Höhe – und blockieren genau das, was sie erreichen sollen: den Fettabbau.
Mythos Hormon-Bauch ab 40
Hartnäckig hält sich der Glaube, dass ab 40 nichts mehr geht. Fachvorträge, wie sie heute in Waidhofen gehalten wurden, stellen klar: Nachhaltiger Gewichtsverlust ist auch in dieser Lebensphase möglich.
Der Schlüssel liegt im Stressmanagement. Dauerstress erschwert die Fettverbrennung erheblich. Entgegen verbreiteter Annahmen sind komplexe Kohlenhydrate selten das Problem – wohl aber reines Ausdauertraining. Wer dem altersbedingten Muskelabbau entgegenwirken will, kommt um Krafttraining nicht herum. Es stabilisiert den Grundumsatz und hält den Stoffwechsel auf Trab.
Warum Crunches allein nichts bringen
Das Prinzip des gezielten Fettabbaus an bestimmten Körperstellen – „Spot Reduction“ – gilt in der Sportwissenschaft längst als Mythos. Hunderte Crunches verbrennen kein Bauchfett.
Effektiver ist progressives Krafttraining mit Übungen wie Kniebeugen oder Kreuzheben, kombiniert mit aerobem Training und HIIT. Diese Mischung kurbelt den Stoffwechsel an und sorgt für eine nachhaltige Fettverbrennung.
Vitamin D: Folge, nicht Ursache von Übergewicht
Eine Studie vom 9. Juni zeigt einen überraschenden Zusammenhang: Vitamin-D-Mangel ist bei Übergewichtigen oft nicht die Ursache, sondern eine Folge. Da Vitamin D fettlöslich ist, wird es im Fettgewebe gespeichert – der messbare Blutwert sinkt.
Konkret: Steigt der BMI um 1 kg/m², fallen die Vitamin-D-Werte um 1,15 Prozent. Wer abnimmt, verbessert also automatisch seine Vitamin-D-Versorgung.
Medikamente: Weniger Muskelschwund als befürchtet
GLP-1-Medikamente wie Semaglutid oder Tirzepatid sind in aller Munde. Eine Wiener Studie mit 486 Probanden, im Mai auf dem Europäischen Adipositaskongress präsentiert, liefert nun konkrete Zahlen: Bei einem Gewichtsverlust von rund 10 Prozent entfielen etwa 9 Kilogramm auf Fettmasse. Der Muskelverlust lag bei vergleichsweise geringen 1,2 Kilogramm. Bei über 70 Prozent der Teilnehmenden blieb die relative Muskelmasse stabil oder stieg sogar.
Empfohlen werden 150 bis 300 Minuten Krafttraining pro Woche sowie 1 bis 1,5 Gramm Protein pro Kilogramm Zielgewicht.
Noch vielversprechender: Eine Phase-2-Studie im Fachmagazin Nature Medicine vom 8. Juni untersuchte den Antikörper Apitegromab. In Kombination mit Tirzepatid konnte der Verlust an Magermasse von 3,5 auf 1,6 Kilogramm gesenkt werden – bei gleichbleibendem Gesamteffekt auf die Gewichtsreduktion.
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Weniger Krebsrisiko – aber kein Lifestyle-Produkt
Die Wirkung geht über den Gewichtsverlust hinaus. Eine epidemiologische Studie mit über 230.000 Teilnehmenden zeigt: Moderne Abnehmmedikamente senken das Risiko für adipositasbedingte Krebserkrankungen um bis zu 41 Prozent – besonders deutlich bei Multiplem Myelom und Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Doch Mediziner wie Primar Martin Clodi warnen: Die Präparate, deren monatliche Kosten zwischen 100 und 200 Euro liegen, sind keine Lifestyle-Produkte. Ohne dauerhafte Lebensstiländerung droht nach dem Absetzen der Jo-Jo-Effekt. Sie bleiben Werkzeuge zur Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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