Hallux valgus: Jeder vierte Erwachsene betroffen – was hilft
10.06.2026 - 10:38:38 | boerse-global.de
Experten diskutieren über Behandlungswege – von Barfußschuhen bis zur OP.
Der Hallux valgus entwickelt sich oft schleichend. In Slowenien zeigen aktuelle Daten: Jeder vierte Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren ist betroffen. Bei den über 65-Jährigen steigt der Anteil auf über ein Drittel. Frauen haben eine fast dreimal höhere Betroffenheitsrate als Männer.
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Warum der Ballen entsteht
Als Hauptursachen gelten familiäre Veranlagung und schwaches Bindegewebe. Hinzu kommen funktionelle Defizite wie Spreiz-, Knick- oder Senkfüße. Extern begünstigt wird die Fehlstellung durch enge Schuhe, hohe Absätze und dauerhafte Fehlbelastungen.
Barfußschuhe: Trend mit Tücken
Nicht-operative Maßnahmen zielen darauf ab, Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten zu verlangsamen. Experten empfehlen passendes Schuhwerk, regelmäßige Barfußphasen sowie Kälte- oder Wärmetherapie. Auch Gewichtsreduktion und entzündungshemmende Ernährung können helfen.
Ein besonderer Fokus liegt derzeit auf Barfußschuhen. Die Orthopädin Mellany Galla wies am 8. Juni 2026 darauf hin: „Sie trainieren zwar die Fußmuskulatur, ein wissenschaftlicher Beleg für umfassende Gesundheitsvorteile steht jedoch noch aus.“ Sie mahnte zur Vorsicht bei Patienten mit Diabetes, Arthrose oder ausgeprägten Fehlstellungen wie dem Knick-Senkfuß. Der Umstieg sollte langsam erfolgen – beginnend mit 30 bis 60 Minuten täglich.
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Konservative Hilfsmittel wie Einlagen oder Schienen können Schmerzen lindern. Die knöcherne Deformation korrigieren sie jedoch nicht dauerhaft.
Wann eine Operation nötig wird
Reichen konservative Methoden nicht aus, bleibt die Operation die einzige Möglichkeit. Moderne Verfahren setzen auf minimalinvasive Techniken. Die Eingriffe erfolgen über kleine Hautschnitte unter Röntgenkontrolle, häufig ambulant in Regionalanästhesie. Patienten können nach drei bis vier Monaten wieder sportlich aktiv sein.
Prävention gefordert
Auf dem 41. Jahreskongress der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) im Juni 2026 stand die Prävention im Fokus. Angesichts von Gesundheitsausgaben über 500 Milliarden Euro in Deutschland fordern Experten mehr sportliche Anforderungen in Schulplänen. Rund 80 Prozent der Erkrankungen gelten als Zivilisationskrankheiten. Ein Umsteuern von kurativer zu präventiver Medizin sei nötig – Deutschland belegte im Public Health Index 2025 nur Rang 17 von 18 Nationen.
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