Krafttraining: Zwei Stunden pro Woche senken Herzrisiko signifikant
24.06.2026 - 06:29:03 | boerse-global.de
Neue Partnerschaften zwischen Sportverbänden und Gesundheitsorganisationen sollen Krebspatienten den Einstieg in ein aktives Leben erleichtern.
Sanfter Start in die Nachsorge
Nach einer abgeschlossenen Krebsbehandlung kommt es auf den richtigen Einstieg an. Der Sportmediziner Andreas Reichinger empfiehlt, mit niedrigen Belastungen zu beginnen. Kurze Spaziergänge oder moderates Training auf dem Ergometer eignen sich dafür besonders gut.
Studien belegen: Regelmäßige Bewegung senkt das Rückfallrisiko und verbessert die Überlebenschancen – vor allem bei Darm- oder Brustkrebs. Die medizinischen Leitlinien empfehlen 150 Minuten leichte Aktivität pro Woche oder 75 Minuten intensiven Sport. Ergänzend dazu ist zweimal wöchentlich Krafttraining sinnvoll.
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Ärzte und Vereine vernetzen sich
Damit die Empfehlungen im Alltag ankommen, haben der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Krebshilfe ihre Zusammenarbeit ausgebaut. Kern der Kooperation: das ärztliche „Rezept für Bewegung" wird mit der digitalen Bewegungslandkarte (BeLa) verknüpft.
Die Datenbank listet über 126.000 Sportangebote von rund 24.500 Anbietern. Seit Mai 2026 ist das System in gängige Praxissoftware integriert. Ärzte können Patienten direkt aus der Sprechstunde heraus qualitätsgesicherte Angebote vermitteln. Beteiligt sind auch die Bundesärztekammer und die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Ziel ist ein schnellerer, niederschwelliger Zugang zu Sportprogrammen.
Krafttraining schützt das Herz
Nicht nur in der Nachsorge, auch bei der Prävention rückt Krafttraining in den Fokus. Eine Studie im Journal of the American College of Cardiology untersuchte den Effekt auf das Herz-Kreislauf-System von Frauen.
Die Daten von über 117.000 Teilnehmerinnen zeigen: Bereits zwei Stunden Krafttraining pro Woche senken das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant. Der Effekt tritt zusätzlich zum Nutzen von Ausdauertraining ein. Jede weitere Stunde Training reduziert die gesundheitlichen Risiken weiter.
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Digitale Brücken in der Versorgung
Um Wartezeiten in der Physiotherapie zu überbrücken, entstehen digitale Lösungen. FPZ, Physiofit und die R+V BKK haben ein Projekt started: Patienten mit Heilmittelverordnungen erhalten Übungsprogramme per App. Die Wartezeiten liegen derzeit zwischen drei und sechs Wochen – die App soll diese Lücke schließen und Folgekosten vermeiden.
Ergänzend gibt es spezialisierte Beratungsangebote. Die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft bietet am 1. Juli 2026 eine Online-Sprechstunde an. Dr. Beatrix Rebmann beantwortet Fragen zu Langzeitfolgen, Alltagsbewältigung, Ernährung und Rückfallrisiko.
